Schloss Eltz – Rheingauer Rieslinglegenden von 1917 bis 1976

•April 10, 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

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“Push it to the limit”.

Dieses Motto muss sich Rieslingfreak und Ungarnweinexperte Marc Herold auf die Fahnen geschrieben haben, als er diese einmalige Verkostung der Rheingauer Rieslinge ins Leben rief.

Ganze 17 Weine des heute nicht mehr existierenden Eltviller Weinguts Schloss Eltz wurden aufwändig gesammelt und zur in Saarbrücken veranstalteten Verkostung angestellt.

Das Ergebnis war eine einmalige Zeitreise zurück in die Vergangenheit. Herausgekommen ist dabei eine Bestandsanalyse. Sie klärt Fragen wie “Worin liegt der legendäre Ruf des Weinguts? Wie präsentieren sich die Weine heute? oder “Ist der Kult berechtigt?”.

 

Zur Historie

Von hinten aufgerollt: Der letzte Jahrgang des Eltviller Betriebs war 1978. Damit gibt es seit 36 Jahren keine Weine mehr. Von Seite der Eigentümer besteht auch kein Bestreben mehr das Weingut  zu reaktivieren und den Ruf zu verteidigen. Dazu wurden die heute teilweise nicht mehr bekannten Lagen zu weit gestreut, befinden sich in anderen Händen oder werden nicht mehr bewirtschaftet, da Straßen und Siedlungen diese mittlerweile kreuzen.

Zwischen den 1930er und 1970er Jahren zählte Schloss Eltz zu den absoluten Spitzenbetrieben Deutschlands, mit damals und teilweise heute noch führenden Betrieben wie Langwerth von Simmern, Schloss Johannisberg, Weil, dem Karthäuserhof oder dem Wiltinger Scharzhof an der Saar. Man findet heute nur noch wenig Literatur, wenngleich das Renommee des Weinguts noch weit über die Grenzen des Rheingaus strahlt. Das liegt zum großen Teil auch daran, dass viele Auszubildende ihre Lehre in Eltville absolvierten und das exzellente Wissen weiter trugen. Heute bekannte Gesichter sind beispielsweise Hans-Josef Becker (J.B. Becker) oder Wilhelm Haag vom Weingut Fritz Haag.

In den letzten beiden Generationen waren zwei Kellermeister prägend für den Betrieb: Männle, der bis in die späten 1950er Jahre aktiv war und Neuser, der die 60er und 70er Jahre zu verantworten hatte und als Rheingauer Koryphäe betrachtet wird. Dabei stand die Qualität, auch in Zeiten wo man allgemein eher auf große Mengen setzte immer im Vordergrund.

 

Im Folgenden meine Verkostungsnotizen und Eindrücke:

 

1964er Eltviller Klümbchen Riesling Cabinet

  • Das Eltviller Klümbchen aus 1964  hatte die ehrenvolle Aufgabe, den Abend einzuläuten. Der 50 Jahre alte Riesling absolvierte dabei eine ordentliche Leistung. Im Glas klar und goldgelb, offenbarte die Nase ein schönes Bukett von Vanillin, Fenchel, Dill und etwas Wassergurke. Am Gaumen zeigt sich der Cabinet sehr ruhig und ausgewogen. Der Riesling war klar in der Aromatik und bereits sensorisch trocken. Etwas mehr Säure hätte ihm zum letzten Ticken Lebendigkeit gut getan. Der Riesling fällt eher mild aus. Für einen ganz großen Wein fehlt ihm die Komplexität und der Nachhall am Gaumen. Doch auch die unaufdringliche Art weiß zu überzeugen. 92 Punkte

 

1975er Rauenthaler Baiken Kabinett

  • Im Duell stand dieser elf Jahre jüngere Kabinett. Überraschend dunkler fiel der Wein im Glas aus. Er war doch schon eher orange-goldgelb. Die Nase wusste hier ebenfalls zu überzeugen. Der Kabinett zeigt sich hier als noch aufmerksamerer Charmeur. Die Sensorik fällt im Vergleich wie folgt aus: Der Kabinett wirkt karamelliger und fülliger am Gaumen. Für einen Kabinett wirkt er schon fast ein wenig dick-süßlich. Damit könnte man hier blind auch eine Spätlese vermuten. 90 Punkte

 

1966er Eltviller Langenstück Riesling Spätlese

  • Die Spätlese zeigt sich in der Farbe ähnlich dunkel. Der kräftige Orangeton geht dabei ins bernsteinfarbene. Die Spätlese ist in der Viskosität etwas dickflüssiger als der obige Kabinett. In der Nase kommt das Eltviller Langenstück deutlich entwickelter daher. Das Bukett ist kräftig, man riecht etwas Tannenhonig und eine speckig-rauchige Note, die vermutlich von der Botrytis herrührt obwohl der Jahrgang nicht von Edelfäule geprägt ist. Am Gaumen ist die Spätlese dann doch schlanker als der Geruch es vermuten lässt. Die Spätlese ist nicht ausgetrocknet, jedoch in der Nase entwickelter als am Gaumen. Im Vergleich zum 1964er Cabinet wirkt die Spätlese etwas anstrengender. 91 Punkte

 

1975er Eltviller Sonnenberg Spätlese

  • Diese Spätlese wurde leider von einem Korkschmecker überlagert. In jedem Falle schmeckte der Wein etwas nach ausgezehrtem Korken. Andere am Tisch meinten, die Aromatik gehöre zum Wein. Die Spätlese ist bernsteinfarben und etwas dunkler als die 66er Spätlese. Am Gaumen wirkt sie etwas dicker, wird aber vom korkigen Geschmack belegt, sodass eine Wertung meinerseits entfällt.

 

1976er Rauenthaler Baiken Spätlese

  • In der Farbe wieder frischer, in Richtung dunkelgelbgold gehend, wirkt der Wein in der Nase regelrecht jung. Am Gaumen findet sich noch Süße, dazu kommt eine feine, herbe Note und eine attraktive Frische trotz der Fülle. Die Baiken Spätlese fällt sehr lang aus, ist ausgewogen und besitzt eine “traubige” Aromatik. Eine überraschend frische Spätlese, die einer schon eher moderneren Stil einchlägt. 93 Punkte

 

1966er Eltviller Sonnenberg Riesling Auslese

  • Mit dem sechsten Wein steigt des Niveau allmählich. Hochfarbig im Glas, findet man hier ein braun-reifes Bukett. Etwas später entdecke ich dann eine saftige Litschifrucht. Am Gaumen hat die Auslese mehr Druck, mehr Kraft als die bisherigen Weine. Auch der Abgang fällt nachhaltig aus. Die Auslese besticht durch eine feine Ätherik. Man merkt hier eine deutliche Steigerung in der Komplexität. 93 Punkte

 

1966er Rauenthaler Gehren Riesling Auslese Cabinet

  • Dem stand der Cabinet Auslese aus dem Rauenthaler Gehren entgegen. Vorab: Für mich war das einer der Weine des Abends! Im Glas vollgold und klar, duftet dieser 1966er Riesling nach Schwarztee ohne muffig zu wirken. Am Gaumen findet sich dann überraschenderweise grüner Tee und mehr Frische als in der Nase. Die Auslese ist komplex und druckvoll. Eine Auslese voller Vitalität mit feinen Zitrusfrüchten. Zudem ein filigraner Wein. Große Klasse! 94 Punkte

 

1959 Rauenthaler Wieshell Blümchen Spätlese

  • Ein Riesling aus dem Jahrgang 1959 weckt natürlich vorab große Erwartungen. Die wurden hier leider nicht erfüllt. Schuld war aber vermutlich eher der niedrige Füllstand der Flasche. Die bernsteinfarbene Spätlese roch nach Bratensoße und Nussaufstrich. Am Gaumen bereits oxidiert und von Walnüssen dominiert, denkt man hier sofort an Madeira. Schade, die Flasche war klar drüber.

 

1953 Rauenthaler Gehrn Feine Auslese

  • Unbetrübt ging es gleich weiter. Nämlich mit dem Highlight des Abends. Die 1953er Rauenthaler Gehrn Auslese war zumindest nach Punkten im Durchschnitt der höchstbewertete Wein des Abends. Die Auslese war bereits mahagonifarben und roch zuerst in der Nase rosinig. Dann musste ich an uralte Tokajer denken. Neben Toffee kommt hier noch etwas Nelke dazu. Am Gaumen zeigt sich dann die rauchige Aromatik der Auslese. Ich finde da noch Rüben und etwas Jod neben der karamelligen Seite. Das ist keine Auslese im klassischen Sinne, sondern schon eher ein Riesling von Beereauslesecharakter. Ein absolut vielschichtiges Erlebnis. Kurzum: Ein großer Wein! 94+ Punkte

 

1917 Eltviller Langenstück Beerenauslese

  • Nach der großartigen feinen Auslese folgte der älteste Wein des Abends. Die 1917er Beerenauslese aus dem Eltviller Langenstück hatte fast ganze 100 Jahre auf dem Buckel. Damit hat sie mehr als zwei Generationen überdauert. Wie so oft bei Altweinverkostungen markierte sie nicht das sensorische Highlight des Abends dafür konnte man hier aber sicherlich ein einmaliges Weinerlebnis mitnehmen. Die Beerenauslese fiel mahagonibraun aus und besaß einen dünnen Wasserrand. Im Glas war der Wein klar. Die Nase war aber durchaus anstrengend. Ich roch hier den süßlichen Geruch eingelegter Zwiebeln, dann etwas feuchte Champignons und dann ein sehr pilziges Bukett. Am Gaumen wirkte die BA sahnig, besaß eine krasse Säure, die den Wein durchaus noch trinkbar erscheinen ließ. Insgesamt war der Wein für das Prädikat aber sehr schlank. Bedenkt man die Umstände der Entstehung, also den Krieg und die Ressourcenknappheit (Kupfer etc.), war dies trotzdem ein bemerkenswerter Wein. Man muss ihn einfach im Kontext der Entstehung betrachten.

 

1964er Eltviller Langenstück Riesling Auslese

  • Im linken Glas befand sich die 1964er Auslese aus dem Langenstück. Im Kontext des Abend war dies ein sehr guter aber durchschnittlicher Wein. Vollgoldfarben und klar im Glas, roch der Wein nach Karamell und echter Vanille. Eine gute Säure begleitete die schlanke Auslese, die insgesamt mittelkräftig ausfällt. Für sich betrachtet war auch dies eine sehr gute 1964er Auslese, die sicherlich einen Abend gut begleiten kann. 91 Punkte

 

1964er Rauenthaler Rothenberg Riesling Auslese

  • Dagegen performte die Rothenberg Auslese aus selbigem Jahr eine Spur besser. Ebenfalls klar im Glas, hatte man hier einen um eine Nuance dunkelfarbeneren Wein vor sich. Zuerst zeigte sich die Auslese von der vegetabilen Seite. Pastinake und weiße Champignons beschreiben das Bukett ganz gut. Dann finde ich noch etwas Schießpulver. Im Vergleich zur Eltviller Auslese hat die Rauenthaler mehr Kraft. Trotz der dunkleren Farbe wirkt der Wein lebendiger, besitzt noch deutlich Substanz. Außerdem gefällt mir hier die eisenhaltige Aromatik. 92+ Punkte

 

1969er Rauenthaler Gehrn Riesling Auslese

  • Mit der Rauenthaler Auslese neigten wir uns dem Ende der 60er Jahre zu. Bernsteinfarben und klar im Glas zeigt sich 1969. Die Nase gefällt mir hier sehr,  ist kräftig. Am Gaumen ist die Auslese noch süß, hat feine aber angenehme Bittertöne und wirkt daher nicht plump süßlich. Außerdem zeichnet diesen Riesling eine gute Länge aus. 93 Punkte

 

1971er Rauenthaler Rothenberg Riesling Auslese

  • In den 70ern angekommen, findet sich ab hier wieder eine deutlich modernere Stilistik. Die Weine haben einfach etwas mehr Kraft aber auch mehr Süße. Durch die Bank, wie ich finde. Eine bernsteinfarbene Auslese. In der reifen Nase rieche ich Orangenschale. Auch am Gaumen finde ich die hier wieder. Sie verspricht eine angenehme Bitterkeit. Eine sehr aromatische und spät ausklingende Auslese. Ein Langstreckenläufer. 92-93 Punkte

 

1976er Rauenthaler Rothenberg Riesling Auslese

  • Mit der 1971er Auslese musste sich diese fünf Jahre jüngere Auslese messen. Und sie gewann, wenn auch knapp. Hochfarben im Glas jedoch heller als die 1971er. Im Bukett fällt die Auslese fleischiger aus, riecht nach Lagerfeuer ohne verbrannte Aromatik zu besitzen. Am Gaumen kommt dann eine fast grünliche Aromatik zu Tage, die eher an 1975 erinnert als an 1976. Die Auslese gewinnt auch, da sie einfach eine Spur intensiver ist. 93-94 Punkte

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1976er Eltviller Sonnenberg Riesling Beerenauslese

  • Den Abschluss bildeten die beiden Beerenauslesen aus dem Eltviller Sonnenberg. Das war eine einprägsame und spannende Verkostung, denn hiermit wurde ausschließlich der Einfluss des Jahres verglichen. Die 1976er Beerenauslese hat ein dunkles mahagonibraun, ist klar im Glas. Ich rieche hier noch ganz leicht den typischen Klebstof-Ton, wie man ihn eig. vorwiegend in jugendlichen edelsüßen Weinen hat. Darauf folgt Schwarztee und gezuckerte bzw. kandierte Orangenschale. Die Beerenauslese ist noch sehr frisch, dicklich aber für eine Beerenauslese gar ein wenig kurz. Noch deutlich süß am Gaumen, kann ich die leicht verbrannte Aromatik nicht wegdenken. Damit wirkt die Beerenauslese ein bisschen anstrengend. 92 Punkte

 

1975er Eltviller Sonnenberg Riesling Beerenauslese

  • Das Duell macht das deutlich knackigere Jahr 1975. Die Beerenauslese ist etwas dunkelfarbener, doch nur um Nuancen. Ich rieche Karamell, keine verbrannte Aromatik. Der Wein duftet, wirkt frisch und gewinnt nochmals am Gaumen im Vergleich zur 1976er Beerenauslese. Ein mehr an Länge ist hier neben der attraktiveren Nase entscheidend für mich. Auch diese BA ist noch deutlich süß. Ich finde hier noch eine angenehme, kaffeeartige Note. Beide Beerenauslese wirken aber etwas anstrengend und unruhig. (95) Punkte

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Was bleibt nach so einer Verkostung hängen?

Am meisten beeindruckt hat mich die Tatsache, dass zumindest an diesem Abend die Weine aus den kleineren Jahrgängen jenen Klassikern das Wasser reichen konnten und stellenweise sogar überragten. Es waren nicht die Jahrgänge 1959 oder 1976, die hier ganz groß im Rampenlicht standen, wie man hätte vermuten können.

In der Tendenz empfand ich eine deutliche Teilung der Stilistik von Eltz zwischen den 60ern und den 70er Jahren. Während die 60er Rieslinge fester und wie aus einem Guss erschienen, kann man in den 70er Jahren doch einen deutlich moderneren Stil finden, wie man ihn bei vielen Weingütern heute hat. Die Weine aus diesem Jahrzehnt hatten mehr Kraft aber eben auch durch den hoheren Restzucker. Damit waren sie aus meiner Sicht ein wenig polierter, wenn auch oft komplexer.

So richtig auftrumpfen konnten die Auslesen von Schloss Eltz. Hier war am meisten Spannung im Glas, die mit einer Vielschichtigkeit einherging. Im Rahmen einer solchen Verkostung hatten es natürlich die einfacheren und leichteren Weine schwerer. Wie auch erwähnt wurde, gab es an diesem Abend so viele Weine, die für sich alleinstehend sicher viele Trinker glücklich gemacht hätten, im Kontext aber von noch komplexeren Rieslingen aus dem Haus verdrängt wurden. Viele Weine benötigten auch die Luft im Glas und Zeit, um sich zu entfalten. Solche Weine gehen gewöhnlich in derartig umfangreichen Proben unter. Insgesamt besticht das hohe Niveau über die Jahrzehnte bei Schloss Eltz. Es gab jene Weine, die auf dem Niveau vieler qualitätsbestrebter Weingüter der Mosel oder des Rheingaus waren und deutlich Konkurrenten aus der Zeit haben. Aber es gab auch jene Weine, die einfach einzigartig waren und den legendären Ruf des Eltviller Betriebs nachvollziehbar machten.

Ein Großteil der Weine war auch Zeugnis der damaligen Größe des Rheingaus. Riesling von solch kühler und doch in Stein gemeiselter Festigkeit findet man nur selten.

Das eigentliche Fazit des Abend war aber, dass nahezu alle Weine jetzt auf dem Zenit sind. Es gibt Weine, die werden einfach nicht besser und sollten in den kommenden Jahren getrunken werden, bevor sie verblassen. Auch manche 76er zeigten leichte Anzeichen des Austrocknens. Damit wurde klar, dass der Zahn der Zeit eben auch an den ganz großen Legenden nagt. Wer also das Glück hat, jene Flaschen im Keller zu haben und auf den richtigen Moment wartet: Er ist jetzt gekommen!

ProWein 2014 – Trends und Hypes

•April 8, 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

Ich möchte hier gerne an dieser Stelle auf meinen gerade erschienen Artikel auf WinePlaces verweisen. Für die Webseite durfte ich meine Eindrücke zu den Trends der Messe und auch die Hypes zusammenfassen.

ProWein 2014 – Trends und Hypes

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Rheinhessen: Carl Koch und die Kollektion 2012

•April 4, 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

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Vor einigen Monaten hat mir Heiner Maleton dieses Weinpaket zukommen lassen. Die Weine waren damals frisch gefüllt und alle aus der experimentierfreudigen Ecke. Allein Namen wie “Gümo” oder “GTX 525i” liest man nicht jeden Tag auf Weinetiketten, also haben mich die Weine schon mal grundsätzlich neugierig gemacht.

Einige Wochen zuvor ergab sich zudem der Zufall, dass ich aus selbigem Weingut den “Weg & Wiese” Riesling aus 2012 getrunken habe, der mir mit seiner limonig-spritzigen Art sehr zugesagt hat und pure Trinkfreude vermittelt. Also habe ich mir den Jahrgang 2012 beim Weingut Carl Koch gerne näher angeschaut.

Das Oppenheimer Weingut Bürgermeister Carl Koch ist ein 12 Hektar großes Weingut mit Führung in siebter Generation. Es ist westlich vom Rhein, zwischen Mainz und Worms gelegen. Oppenheim selbst zählt als traditioneller Weinbauort. In den letzten Jahren stand man sicherlich im Schatten von Nierstein und Flörsheim-Dalsheim, doch mit den unterschiedlichen Bodenformationen und der unmittelbaren Flussnähe ist der Weinbau hier nicht minder spannend.

Im Weingut Bürgermeister Carl Koch besitzt man vorwiegend Rieslingreben. Darauf folgen Silvaner und Müller-Thurgau, Burgundersorten und Bukettrebsorten wie die Scheurebe und Gewürztraminer. Wesentlich markanter als die bisherige Webseite ist das Gutsgebäude. Der ehemalige Adelshof ist vielen auch dank des puristisch-modernen Anbaus bekannt, der in starkem Kontrast zum Altbau stehende, mit rostigen Stahlplatten versehene Kubus.

Das Weingut hat Reben in Oppenheim und Dienheim. Die Lagen lauten hier: Sackträger, Kreuz, Herrenberg und Tafelstein.

Seit 2010 Heiner Maleton die Rolle als Außenbetriebsleiter und Kellermeister übernommen hat, hört man nicht nur vermehrt vom Weingut, auch die Qualitäten sollen deutlich gestiegen sein. Lustig: Es bedurfte also eines Pfälzers zur Neuerung…

2012, Riesling Sackträger R

Der Riesling Sackträger macht den Einstieg in die Verkostung. Er stammt aus der Oppenheimer Lage “Sackträger“, die auf Löss mit darunter liegendem Gehängelehm und Kalk besteht. Der Riesling wurde im Stahltank vergoren und für neun Monate auf der Feinhefe im Doppelstückfass ausgebaut.

Der Riesling R strahlt goldgelb im Glas. In der Nase zeigt sich eine reife Frucht in Form von Pfirsich und Apfelschale. Dazu kommt noch ein leicht laktischer Hauch, der an Panna Cotta erinnert.

Am Gaumen zeigt sich der Sackträger stoffig und geradlinig. Der eher kräftige Riesling wirkt trotz 7,3 g/L Restzucker sensorisch fast trocken. Am Gaumen kommt eine bitter-herbe Grapefruitnote zum Vorschein, die den Speichelfluss anregt und gemütlich am Glas nippen lässt. Der Riesling wirkt in Verbindung mit der Säure und Textur am Gaumen fast schneidend, gar kalkig, was ich sehr schätze. Für mich gehört der Sackträger “R” zum wertigsten Wein der Kollektion, wenngleich am Tisch für  den Großteil der Verkoster der folgende Wein komplexer war und als einen Ticken anziehender empfunden wurde.

 

2012, Riesling Erster Sack 

Der “Erste Sack” steht für die Selektion der besten Parzelle aus dem Sackträger. Zudem wurde der Riesling später gelesen (1. November) und im 600 Liter-Fass ausgebaut.

Dieser Riesling zeigt bereits in der Farbe eine größere Konzentration. Der Gelbton fällt etwas dunkler aus, geht mehr in ein vollgelbes Gold. In der Nase erinnert der Wein etwas an Rieslinge mit ausgeprägter Schiefernote. Dann kommt eine verspielte Exotik zur Geltung. Reife Mirabelle und exotische Früchte stechen hier heraus. Dazu kommen weiße Blüten.

Am Gaumen hat man hier mehr Steinobst als im Sackträger R. Der Riesling wirkt reifer, kräftiger und auch druckvoller. Die Säure steht dem gut entgegen. Der Abgang gestaltet sich mittellang. Insgesamt ist der Wein aber momentan etwas verschlossen, wohl aber auch für den längerfristigen Konsum gemacht.

 

Gümo Landwein

“Gümo” steht hier für die Parzelle “Güldenmorgen” aus dem Oppenheimer Kreuz. Der Riesling verbrachte ein Jahr auf der Vollhefe und wurde im 1800 Liter-Fass (Zweitbelegung) ausgebaut und nicht filtriert auf die Flasche gebracht. Zudem wurde der Wein nur gering geschwefelt.

Der Gümo leuchtet vollgelb im Glas. Die Gär- und Hefearomatik steht frisch aus der Flasche eingeschenkt im Vordergrund. Der Gümo duftet nussig, riecht etwas nach Amaretto, Sesam und selbst ein wenig Gurke findet sich hier anfangs. Ein bisschen muss ich auch an Vin Jaune aus dem Jura denken.

Am Gaumen zieht sich die wilde Aromatik weiter. Pastinake, Mandeln, Haselnüsse und Pomelo notiere ich mir. Der Wein wirkt extrem erdig und hat im Abgang eine gerbstoffbetonte Sensorik, die an Birnenschale erinnert. Erst am zweiten Tag nach der Verkostung weichen die nussig-vegetabilen Noten. Der Wein riecht und schmeckt nun mehr nach reifen Aprikosen, etwas Mandarine und Orangenschale. Die Säure ist knackig und lässt den Wein so noch erfrischend dastehen. Damit ist der Wein am Tisch sicherlich der am stärksten kontrovers diskutierte Wein des Abends. Er ist deutlich von seiner Machart geprägt, die nicht uninteressant ist. Ich frage mich lediglich warum man den Wein unbedingt aus der Parzelle Güldenmorgen vinifiziert und so deklariert, denn wenn es einen Lagencharakter geben soll, wird dieser hier sicherlich in den Hintergrund gedrückt.

2012, Goldberg Variationen BWW 988

Der Bezeichnung zu Folge erwarten uns hier also Johann Sebastian Bachs verpielt-ruhige Goldbergvariationen im Glas. Verspielt und ruhig wirken diese nur auf den Zuhörer, denn sie gelten allgemein als anspruchsvolle und fordernde Klavierkomposition. Heiner Maleton beschreibt diese Cuvée aus 60% Chardonnay und 40% Weißburgunder als den “besten Burgunder” des Hauses. Da darf man gespannt sein! Der Wein wurde für elf Monate im 600 Liter-Fass ausgebaut.

Der Burgunder hat ein sattes gelb und riecht in der Nase etwas süßlich nach gebuttertem Maiskolben. Ein Burgunder, der gelungen ist und als “Everybody’s Darling” umschrieben werden kann, für mich persönlich aber zu süßlich ausfällt (5,9 g/L) und damit nicht den kompromisslosen Stil wiedergibt, wie etwa der Sackträger R oder der fordernde aber eigenständige Gümo. Unterm Stricht eine sehr ordentliche Burgunder-Cuvée.

 

 GTX 525i

Die zugegebenermaßen provozierend-humorvolle Bezeichnung erinnert an Mopeds oder Mountainbikes, steht aber für die Rebsorte Gewürztraminer und den Ausbau in 525-Liter-Inox-Stahltanks. Maleton hat die kerngesunden Trauben mit dem auch im Beaujolais angewandten Verfahren der maceration semi-carbonique behandelt. Hier entsteht  eine teilweise intrazelluläre Gärung, die dem Wein Frische gibt. Der Wein wurde dann nur grob filtriert und mit wenig Schwefel gefüllt.

Der GTX Gewürztraminer ist zwiebelschalenfarben. In der Nase findet man doch für den Gewürztraminer typische Eindrücke, wie Litschi und Rosen sowie etwas Kräuter.

Am Gaumen zeigt sich die Phenolik anfangs nervös, trübt den Trinkfluss. Doch verbessert sich dieser Zustand mit zunehmendem Luftkontakt, der dem Wein allgemein nur gut tut. Auch am Gaumen findet sich eine würzige und herbe Aromatik, die auch damit zu tun hat, dass der Wein fast komplett durchgegoren ist (0,2g/L). Insgesamt wirkt der GTX gar nich so opulent wie ich es vermutet hätte. Die Frucht tritt hier am Gaumen eher in den Hintergrund, der Wein wirkt cremig, teilweise etwas seifig aber dies nur sehr dezent im Hintergeund. Eigenwillig und eigenständig. Ich kann mir den Wein ganz gut als Aperitif vorstellen.

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Die von mir verkosteten Weine aus dem Hause Carl Koch zeigten eine interessante Bandbreite an Weinstilistiken. Vom eher mainstreamigen Burgundercuvée über den kalkig anmutenden Riesling, bis hin zu verrückten Gewürztraminer-Abfüllungen und von ihrer Machart geprägten, wilden Weißweinen hat sich hier alles versammelt. Das zeigt klar, dass Maleton zum Einen experimentierfreudig ist und die Grenzen des Weinguts ausloten will. Zum Anderen zeigt es auch, dass hier jemand veranschaulichen möchte, was möglich ist. In Verbindung mit der Investition in einen zukunftsträchtigen Keller, der Verbannung von Crossflow-Filtern und GFK-Tanks, lohnt es sich also weiterhin ein Auge auf Oppenheim zu haben. Denn was hier geschieht, geht in die richtige Richtung!

 

ProWein 2014 – Ein subjektiver Rückblick auf die Messe

•März 30, 2014 • 7 Kommentare

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Die ProWein ist vorbei und hat diesmal ihr 20. Jubiläum gefeiert.

4796 Aussteller aus 48 Ländern haben ihre Weine, Geschäftsmodelle und Dienstleistungen präsentiert. Dem standen rund 48.000 Fachbesucher entgegen. Allein die Zahlen verdeutlichen die enorme Größe der Messe, die sich in einem Wort zusammenfassen lässt: überwältigend. Überwältigend ist auch der Umfang an Impressionen, den ich in drei Tagen Messe vermittelt bekam. Ich selbst bin erst im dritten Jahr in Folge auf der Messe und jedes Jahr habe ich das Gefühl, noch weniger entdecken zu können als ich mir vorgenommen habe. Denn jährlich steigt auch die Zahl der Betriebe, die ich erneut besuchen will und so kommt man schleichend weniger dazu, neue Weine auszuprobieren. Dieses Jahr habe ich es, obwohl allein die Österreich-Halle mir ob der fantastischen Winzer einen ganzen Tag abverlangt hat, geschafft auch mir unbekannte oder noch nicht verkostete Weine aufzusuchen und neue Regionen zu erschließen. Darunter hat die Deutschland-Halle gelitten, die ich bis auf den letzten halben Tag ausklammern musste, um internationale Weine zu verkosten. Aber das ist verschmerzbar, denn es gibt ja genügend andere Events im Jahr um Riesling und Co. zu verkosten. Ich möchte mich bei all denjenigen Winzern bedanken, die mir ihre Weine im Stress näher gebracht haben und all den Freunden und Kollegen, die ich auf der Messe treffen konnte. Es hat mir wieder enorme Freude bereitet und war positiver Stress! Ursprünglich hatte ich vor, von einzelnen Weinen und Jahrgangstendenzen in den Regionen zu berichten. Denn ich habe so viel spannende Weine entdeckt, es würde für ein ganzes Jahr Berichterstattung reichen. Doch dies ist aus zeittechnischen Gründen schlichtweg nicht machbar. Deshalb gibt es dieses Jahr einfach nur knappe Impressionen, unterstützt von Bildern, die ich auf der Messe mit meiner subjektiven Auswahl gemacht habe. Ich möchte einige Winzer hervorheben, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind und Weine, die ich noch jetzt gedanklich auf der Zunge schmecke. Die einzelnen Weine werden mich in den kommenden Monaten aber noch ausführlich begleiten und ich denke, es gibt noch viel zu entdecken, genauer zu betrachten und vorzustellen. Freut Euch also auf eine Vielzahl einzigartiger Weine und den ein oder anderen Winzerbesuch!

Eines meiner alljährlichen Highlights stellt der Stand der “Primum Familiae Vini” dar. Hier vereinen sich mitunter die renommiertesten Weine der Messe. Vor allem hat man aber die Möglichkeit, den ein oder anderen gereiften Wein zu verkosten und sich eine Meinung über Weine zu bilden, die man sonst kaum in der Bandbreite zur Verkostung bekommt. Highlight war hier sicherlich die Wiltinger Braune Kupp Auslese vom Scharzhof (Egon Müller). Die aus dem Jahr 1995 stammende Auslese glänzt hellgold im Glas, trinkt sich gerade enorm gut und wartet mit einer fast erdigen Nase auf, die von Vanillin begleitet wird. Am Gaumen hat man dann einen weniger von der Süße getragenen Wein. Die Säure fällt hier jahrgangsbedingt etwas geringer aus. Dadurch besitzt der Riesling eine innere Ruhe und zeigt die elegant-leichte Seite der Saar. Die Auslese hat eine fantastische Länge und ebene jene Frische, die nur wenige Weine in diesem Alter noch besitzen. Ein starker Wein aus einem kleineren Jahrgang, der jetzt mächtig Freude bereitet. Sehr spannend fiel auch der Vergleich zwischen dem 2011er Sassicaia und dem aus der Magnum servierten 1997er aus. Der aktuelle Jahrgang wirkt jetzt sehr verschlossen, fällt aber im Aroma wässriger aus. Für sich alleine hat man hier einen Wein mit Potential. Im direkten Vergleich mit dem fantastischen 1997er Sassicaia enttäuscht der Jahrgang aber. 97 ist elegant aber kräftig, wenngleich das im Abgang wieder aufkommende Tannin noch berechtigterweise von weiterem Lagerpotential zeugt während der Wein in der Nase mit dunkler Frucht und leicht speckig-bohnigem Bukett bereits zu faszinieren weiß. Pol Rogers 2004er Churchill-Cuvée enttäuscht da weniger. Der goldgelb-funkelnde Champagner fällt füllig aus und besitzt eine reichhaltig buttrige Aromatik. Ein Essensbegleiter mit Charakter! Eleganter als vermutet fällt auch Beaucastel 2008 aus. Rote Beete vereint sich hier mit Himbeere. Ein konzentrierter Beaucastel mit Länge! Sehr gefallen hat mir auch der 2012er Vieilles Vignes (blanc) mit weißem Trüffel in der Nase und Weinbergspfirsich am Gaumen.

In der Österreich-Halle konnte ich mich gar einen kompletten Tag aufhalten. Nirgendwo anders ist die Dichte an exzellenten Winzern und Weinen auf der Messe höher als hier. Eine Wohltat war es, den 2007er Chardonnay Tatschler von Kollwentz zu verkosten. So sieht erstklassiger Chardonnay aus dem Burgenland aus. In der Nase ist er fruchtig aber auch kräutrig, am Gaumen mineral und kräftig. Tatschler macht gerade Spaß, hat aber noch einige Jahre vor sich. Die Blaufränkisch aus dem Haus überzeugen mich ohnehin Jahr für Jahr. Sie zeugen alle von kräftigerem Charakter, besitzen meiner Meinung nach mehr Tannin als die meisten Burgenländer. Trotzdem fallen die Weine nie brachial und sättigend aus. Gelernt habe ich dieses Jahr, dass ich mich mehr mit der Südsteiermark und deren Sauvignon Blancs auseinandersetzen muss. Was hier vom Sattlerhof und Neumeister wie auch Klassikern wie Tement kommt, weiß nahezu durch die Bank zu überzeugen. Mit der Steirischen Klassik haben viele Winzer ein fruchtig-knackiges Profil gefunden, welches sich für eine breitere Masse eignet ohne Abstriche in der Individualität zu machen. Vom Sattlerhof gefällt mir hier der “Privat” 2007, der in Holz zweiter Belegung ausgebaut wurde. Das Holz ist gut, noch präsent aber eher im Hintergrund. Es strukturiert den Wein. In der Nase ist es noch etwas zu vordergründig, wie ich finde. Doch sollte dies mit der Reife verschwinden. Beim Weingut Neumeister hat mich der 2011er “Alte Reben” Sauvignon Blanc maßlos begeistert. Er reizt die Grenzen der Rebsorte aus und schlägt in die Richtung der Sauvignons aus dem Hause Dagueneau ein. Hier dominiert die Struktur und Mineralität den Wein vor der Frucht. Ganz große Klasse, die jeden Cent wert ist! Eigenständig waren auch wieder die Chardonnays von Velich. Darscho und Tiglat aus 2012 machen mächtig Spaß und haben eine extrem eigenständige Aromatik. Die Weine machen jedes Jahr große Freude und das sollte erwähnt werden! Aus dem Burgenland nicht mehr wegzudenken ist das Weingut Rosi Schuster. Sowohl Blaufränkisch als aus St. Laurent beeindrucken mich hier und mit dem Jahrgang 2012 hat man ein neues Level an Klarheit erreicht. Spannend sind alle St. Laurents, die eine animalisch-anziehende Nase aufweisen und Charakter besitzen, der die Weine in Blindproben sicherlich schnell erkennbar macht. Hier haben mir durch die Bank alle Weine gefallen. Gelungen ist auch die Rèserve 2012, eine Cuvée aus St. Laurent und Blaufränkisch. Sie wird die Qualität der einzelnen Lagenweine in den kommenden Jahren nochmals heben. Danach fallen mir sofort die Blaufränkisch von Uwe Schiefer ein. Für mich gehören sie mit zu den erschwinglichsten, denn bereits die Basisqualitäten besitzten ein enorm hohes Niveau. Damit erzähle ich Euch nichts Neues. Doch wenn sich Altes jährlich erneut bewährt, sollte auch dies nicht in Vergessenheit geraten. Hut ab vor der Leistung!

Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mich mehr mit dem Thema Wein aus Italien zu beschäftigen. Auf der ProWein hatte ich eine gute Gelegenheit mich sensorisch umzuschauen. Anders als beispielsweise beim Thema Burgund, findet man auf der ProWein eine Vielzahl spannender Erzeuger italienischer Weine aus diversen Anbauregionen. Eine gute Gelegenheit bot sich hier die Weine der Kultdomäne Dal Forno zu verkosten. Leider habe ich mir hierzu keine Notizen gemacht, dafür aber um so schönere Erinnerungen an die Weine mitgenommen. Schöne Gastronomieweine habe ich bei Pieropan (Venetien) entdeckt. Hier gefällt mir der im Betonei ausgebaute Soave Classico “Calvarino” aus 2012. Mineralischer und nochmals druckvoller fällt der “La Rocca” vom Monte Rocchetta aus, der von Granny-Smith und Kalk geprägt ist. Beides tolle Weißweine, die ich gerne zum Essen im Sommer wegzischen möchte. Spannend finde ich auch die Baroli von Sandrone. Hier gibt es aktuell eine 2005er-Barolo-Abfüllung, die jetzt erst zum Verkauf freigegeben wurde. Die Idee ist es, zukünftig eine Linie Barolo herauszubringen, die erst nach zehn Jahren auf den Markt kommt und solange in den Kellern heranreifen konnte. Wer aus der noch jungen Weinbauregion Franciacorta eigenständige Spumantes sucht, wird bei Uberti fündig. Die Stilistik ist etwas mainstreamiger durch die “normale” Dosage, doch die Weine besitzen Lebendigkeit und Charakter zu fairen Preisen. Leider habe ich hier bislang keinen Händler in Deutschland ausfindig machen können. Wenn Ihr also einen Fachhändler kennt, der Uberti vertreibt, dann gebt mir bitte Bescheid. Highlights waren für mich auch die Weine von Ampeleia und Foradori. Bei letzterer Domäne sticht nicht nur der Kultwein “Granato” hervor. Hier gefallen mir tatsächlich auch die weißen, in der Amphore ausgebauten Weine. Sie sind eigenständig, fordern, aber anders als viele Amphorenweine die mir bekannt sind, machen sie eben auch Freude und bieten einen Mehrwert. Sehr gefallen haben mir hier aus 2012 der Fontansanta Manzoni Bianco und der Teroldego Vigneti delle Dolomiti “Morei”. Bei Ampeleia hat mich der fruchtig-seidige Charakter begeistert, der strukturierte Weine hervorbringt, die niemals auch nur an Holz denken lassen. Hierüber werde ich noch ausführlicher berichten. Bereits der Literwein “Unlitro di Ampeleia” besitzt eine Markanz, die mich aus dem Bauch heraus sagen lässt, dass dieser Wein zu den spannendsten Literweinen gehört, die ich bislang getrunken habe.

Für wenige Stunden konnte ich auch einen Blick nach Deutschland werfen. Kurzum: Der Jahrgang 2013 wird sicherlich vielen Winzern Schwierigkeiten bereitet haben (Entsäuerung, flache Weine, Doppelsalzverfahren etc.). Doch gibt es einige Weine, die werden strahlen. Auch wenn es schon wieder durch die Social Media als Unwort ging: Rieslinge aus 2013 besitzen im trockenen Bereich eine enorme Salzigkeit und Präzision dank der Säure, die wie 2010 stark hervortritt, jedoch reifer ausfällt. Eine schöne Kollektion liefert Florian Lauer von der Saar. Besonders angetan hat es mir seine 2011er Trockenbeerenauslese von der Kupp. Typisch für 2011 strahlt sie eine enorme Exotik und reife Frucht aus. Die TBA besitzt eine knackige Säure, eine schöne Klarheit und Länge “en masse”. Leider gibt es weniger als 200 Halbflaschen. Der Wein wird 2014 in Trier versteigert. Ich freue mich für jeden Bieter, der eine Flasche ergattern kann! Vom Weingut Rings aus Freinsheim hat mir besonders der Riesling Nussriegel aus 2013 gefallen. Ein enorm vielschichtiger, trockener Riesling, der Pfälzer Kräftigkeit auf elegante Art rüberbringen kann. Ich finde den Wein fast stärker als den Saumagen. Aus dem Saumagen gefällt mir auch wieder enorm der Spätburgunder. Ab diesem Jahr zu einem Teil aus burgundischen Klonen, verneint er niemals seine deutsche Herkunft. Der Wein hat einen gekonnten Holzeinsatz und eine klare, sehr frische Frucht. Damit schließt der Spätburgunder an seinen genialen 2011er Saumagen nahtlos an! 

Aufschlußreich war auch mein Besuch am Stand von Cicero aus Graubünden. Das Weingut habe ich vergangenes Jahr im Rahmen meiner Graubünden-Exkursion besucht. Damals war ich von den Weinen sehr angetan (Link zum Artikel!). Ich konnte nun ein Jahr später den Pinot Noir M erneut aus den Jahrgängen 2008, 2009 und 2010 verkosten. Aktuell sehe ich 2008 vorne. Denn der Wein besitzt eine herrlich kühle Frucht und angenehme Säure. Der Wein ist gerade richtig offen. 2010 besitzt für mich das größte Potential, denn die Tanninstruktur ist hier kräftiger. 2009 zeigt auch jetzt die Wärme des Jahrgangs doch empfinde ich den Wein ein Jahr später deutlich harmonischer. Er verträgt die Hitze ganz gut ohne plump zu werden. Als einzig spannenden Vertreter aus Burgund (zumindest wenn es um einzelne Stände der Domaines geht) auf der ProWein kann ich die Domaine Pierre Bourée & Fils aus Gevrey-Chambertin nennen. Der Betrieb hat die Eigenheit, sämtliche Weine mit den Rappen zu vergären. Das ergibt enorm langlebige und Pinots, die in ihrer Entwicklung langsam reifen. Deshalb verfügt man auch über eine Vielzahl an Jahrgängen. Hier bekommt man aktuell noch Weine aus 2005. Erst kürzlich konnte ich einen ganz gelungenen Bourgogne Côte-de-Beaune-Villages aus 2005 verkosten. Als spannendstes Event möchte ich die von Nicola Neumann (NobleWine) organisierte Winzerchampagnerverkostung im Rheinturm hervorheben. Hier konnte man auf 168 Metern Höhe nicht nur einen fantastischen Ausblick genießen, sondern auch einige hierzulande völlig unbekannte Winzerchampagner verkosten und sich mit deren Winzer auf ein lockeres Gespräch einlassen. Insgesamt war die Messe also wieder ein voller Erfolg und hat Input für die nächsten Monate geliefert. Die nächste ProWein wird nun in neuen Hallen staffinden und die Ausstellfläche soll nochmals zunehmen. Es wird also auch 2015 nicht an spannenden Weinen mangeln. Bis dahin stoßen wir erstmal mit den Entdeckungen der vergangenen Tage an!

Chapeau!

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Anbei mein Bericht von der vergangenen ProWein:

ProWein 2013 -Impressionen  

Mosel: zu Gast bei A. J. Adam

•März 27, 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

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Letzter Teil meiner Mosel-Serie:

Nach den Weingutbesuchen bei den Kultbetrieben Joh. Jos Prüm und Egon Müller im Scharzhof, folgt nun ein Newcomer: Andreas Adam.

Den Artikel habe ich im Online-Weinmagazin CaptainCork veröffentlicht, für das ich seit Anfang des Jahres schreibe. Ihr findet die Impressionen zum Weingutsbesuch nun hier:

Link zum Artikel - Andreas Adam: Ein Mann, ein Wort.

 

Ähnliche Artikel:

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Jacques Lassaigne Champagner – und die perfekte Speisenkombination

•März 18, 2014 • 1 Kommentar

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Avocado-Lachs-Sashimi mit Sesam-Mayo und warmem Basmatireis und “Les Vignes De Montgueux” Blanc-de-Blanc- Champagner von Jacques Lassaigne. So sah meine kürzliche Traum Champagner-Essens-Kombination aus.

Der Extra Brut Champagner stammt vom Champagnerwinzer Lassaigne der mit seinen Chardonnay-Champagnern so etwas wie die Montrachet-Lagen der Champagne besitzt. Im kleinen Örtchen Montgueux wachsen die Chardonnayreben auf kreidehaltigen Böden und ergeben rassig-mineralische Champagner. In Verbindung mit der geringen Dosage, einem teilweisem Ausbau im Eichenholzfass, findet man hier puristische Champagner die nicht umsonst an großartige weiße Burgunder erinnern.

Der  „Les Vignes de Montgueux Extra Brut“ macht den Einstieg ins Sortiment. Ich habe ihn spontan gekauft, nachdem ich bereits die Spitzenerzeugnisse aus dem Hause kannte. Diese haben mich bislang alle überzeugt. Mit einem Preis von knapp 30€ habe ich mir einen vernünftigen Champagner erwartet, nicht jedoch einen derartig erstklassigen und von der Handschrift des Winzers geprägten, wie ich ihn hier im Glas hatte. Ich muss sagen, in letzter Zeit haben mich wenige Einstiegschampagner (z.b. die Cuvée 734 von Jacquesson oder Agraparts Terroirs) derartig überzeugt, wie dieser.

Im Glas gibt der Champagner ein helles, blasses gelb ab. Die Perlage ist sehr fein, die Schaumkrone bildet sich gleichmäßig und allgemein prickelt der Champagner auch ohne Moussierpunkt sehr lange im Glas.

In der Nase zeigt sich der BdB-Champagner expressiv und zugänglich. Das Bukett wirkt harmonisch, ich rieche etwas grüne Birne, gerösteten Sesam anstatt opulentes Brioche, grünen Apfel und eine kräutrige Würze. Die Nase ist sehr frisch. Auch kommen hier spontan Assoziationen an einen Spaziergang am Meeresstrand.

Mit dem ersten Schluck zeigt sich der Lassaigne schlank und geradlinig aber nicht hart. Eine frische und knackige Frucht von Pomelo und chinesischer Birne prägt den Champagner der extrem mineralisch ausfällt und nie fruchtig-reif. Man spürt hier den kargen Chardonnay-Charakter wie ein großer Chablis ihn hat.  Am Gaumen wirkt er briochig, jedoch sehr dezent und eher im Hintergrund. Später finde ich noch etwas Zitrus und Kumquats, auch Grapefruit. Die Säure bleibt dabei mild und trotzdem wirkt der Champagner nicht breit. Dieser Lassaigne ist schwebend leicht und subtil. In seiner Preiskategorie mehr als nobel. Dazu trägt auch die Flaschenreife bei. Der Champagner wurde am 11. April 2013 degorgiert.

In seiner so subtilen Art hat er genau dieses milde und introvertierte Essen exzellent begleitet. Die Sesamnoten, die sich auch auf dem Teller wiederfinden, der leicht parfümierte Reis und die grüne Avocado. Dazu gab es noch eingelegten Ingwer und etwas Sojasauce für den rohen Lachs. Das Rezept ist übrigens sehr simpel. Ich habe es aus Stevan Pauls “Schneller Teller”. Das Rezept findet sich aber auch auf der Webseite der effilee.budisfoodblog_effilee_sashimi_lachs_reis

getrunken im Februar 2014, aus dem Zalto Süßweinglas

Die Schokoladenmanufaktur Zotter im Test

•März 13, 2014 • Hinterlasse einen Kommentar

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Es lebe die Vielfalt! Diesen Spruch hat sich der Österreicher Josef Zotter wohl als Leitbild genommen als er sich 1999 ganz dem Thema Schokolade widmete. Josef Zotter, gelernter Koch und Konditor, gründete die Schokoladenmanufaktur nach Insolvenzanmeldung seiner Konditorei-Filialen.

Seitdem hat man sich dem Erfolg verschrieben und mit der Zotter Schokoladenmanufaktur steht nun ein Bilderbuchunternehmen auf den Füßen. Dabei ist Zotter mit seinen vielfältigen Kreationen derart erfolgreich, dass man das Unternehmen in den Lehrplan der Harvard University aufgenommen hat.

Das Produktportfolio von Zotter scheint schier undendlich. Eine der Erfolgsstrategien des Unternehmens liegt vor allem darin, erfolgreiche Produkte wieder vom Markt zu nehmen und durch neue Erzeugnisse zu ersetzen. Das klingt in der Tat komisch, funktioniert hier aber. Immer wieder tauchen neue Kreationen auf, die auch saisonal abhängig sind. Der bean-to-bar Produzent fertigt alle Produkte zudem in bio- und Fair-Trade-Qualität. Das mag heutzutage nicht mehr atemberaubend erscheinen, doch steckt der Teufel hier im Detail, wenn man überlegt welchen Aufwand es erzeugt, jede Zutat für einen neuen Riegel (und die Zutaten sind durchaus ungewöhnlich) in dieser Qualität zu beschaffen.

Georg Bernardini hat Zotter in seinem Werk Der Schokoladentester gar mit der Höchstwertung ausgezeichnet. Damit steht der Produzent noch vor Produzenten wie Amedei, Domori, Corallo oder Valrhona. Auch sonst unterscheidet sich das Unternehmen deutlich von den eher konservativ und edel angehauchten Premiumherstellern der Schokoladenbranche. Die Produkte von Zotter sind bunt, laut, verrückt und exzentrisch. Sie sprechen Kinder wie Erwachsene an und verbinden Innovation mit dem höchsten Qualitätsanspruch. Ob Schokotiergarten mit Schoko-Melkmaschinen, Schokoladen mit Wein und Schweinsgrammeln gefüllt oder einfach puristische Single-Origin-Tafeln: Zotter schafft es auf innovative Weise das Thema Schokolade zu bespielen.

Um die Produktvielfalt kennenzulernen, habe ich mir vor einigen Monaten eine Auswahl verschiedener Zotter-Riegel zusammengestellt. Dabei bin ich nicht strategisch vorgegangen, sondern habe mir einfach die aktuellen Riegel bestellt. Über einige Wochen habe ich dann immer wieder einen Riegel verkostet und bewertet. Das war eine hochspannende Angelegenheit und – wie man sich vielleicht denken kann – auch keine unangenehme Aufgabe.

Im Folgenden möchte ich Euch also die einzelnen Riegel vorstellen. Die Bewertungen sind verständlicherweise subjektiv wobei ich versucht habe die Qualität der Schokolade sowie die Fertigungsqualität nach objektiven Kriterien zu bewerten. Bei solch kontroversen Schokoladenfüllungen entscheidet letztendlich aber immer der persönliche Geschmack. Deshalb kann ich nur dazu raten auch die ein oder andere minder bewertete Schokolade selbst zu verkosten. Im Vordergrund stand hier nämlich auch für mich vor allem der Spaß am Ausprobieren, der Vielfalt und der Abwechslung. Genau das macht die verrückten Kreationen aus.

Hauszwetschke – 7,5/10 Punkten

Eine Nobelbitterschokolade die mit Zwetschgenbrand-Crème gefüllt wurde. Typischer Duft nach Zwetschgenbrand. Dieser vermählt sich mit dem Duft der Bitterschokolade. Der Alkohol ist hier sehr gut integriert und dezent eingesetzt. Sehr ansprechende Schokolade, die meiner Meinung nach gar etwas intensiver nach Zwetschke schmecken könnte.

Wein-Duo - 5/10 Punkten

Dunkle Bergmilchschokolade, gefüllt mit Weiß- und Rotweincanache. Aufgeteilt in zwei Hälften, die aus Blaufränkisch und Grünem Veltliner bestehen, vermisse ich hier doch den “weinigen” Geschmack. Die Süße liegt im Vordergrund, Wein schmecke ich hier keinen. Dafür beerenfruchtige Aromatik und Schärfe. Die Schokolade ist ganz ok aber wenig aufregend. Wäre sie anders deklariert worden, würde die Bewertung eventuell höher ausfallen. So habe ich mir einfach etwas anderes darunter vorgestellt.

Bergkäse-Walnüsse-Trauben - 7,5/10 Punkten

Extradunkle Milchschokolade, gefüllt mit Bergkäse, Walnüssen und Trauben. Die Schokolade duftet süßlich, man kann den Apfelbalsamessig wahrnehmen der hier verwendet wurde. Die Konsistenz ist marzipanähnlich. Dann schmeckt mann die Süße der  Trauben. Insgesamt fällt der Geschmack überhaupt nicht ungewöhnlich aus, wie man es erwarten würde. Blind würde ich hier keinen österreichischen Bergkäse erwarten. Einzig und allein die Konsistenz wird hierdurch verändert. Kam so etwas der Pferdefleischskandal zustande?

Monté Limar - 8,5/10 Punkten

Extradunkle Milchschokolade, gefüllt mit Nougat, Pistazien und Haselnüssen. Schön saubere Optik des Riegels. Im Duft sehr süßlich und voluminös. Der Nougat ist hier wunderbar fluffig-weich und bindet sich gut in die Schokoladenaromatik ein. Eine Schokolade die so gar nicht klebrig-schwer ausfällt, sondern sehr weich erscheint und trotzdem intensiv ist. Einer der gelungensten Riegel!

 

Arabische Dattel-Minze - 6/10 Punkten

Extradunkle Milchschokolade, gefüllt mit Datteln und Minze. Die Dattelwürfel wurden hier fein eingearbeitet. Mir strömt ein mentholiger Duft entgegen. Die Konsistenz ist hier fest bis schaumig. Die Minze überlagert ein wenig die Aromatik. Das verwendete Minzöl erscheint mir ein wenig zu dominant. Ein bisschen muss ich deshalb an Zahnpasta denken. Die Konsistenz unterstützt dies auch. Hiermit tue ich mich schwer.

Weiße Schokolade mit Krokant - 7,5/10 Punkten

Weiße Schokolade, gefüllt mit Walnusskrokant. Der Riegel ist nicht hellweiß sondern eher bräunlich-crèmefarben. Der Riegel riecht sehr süßlich-nussig und erinnert mich ein wenig an süßen Mandelcrèmeaufstrich. Die Schokolade fällt sehr süß aus, hat eine crèmig-fettige Konsistenz wobei der Krokant sehr fein ist und deshalb nicht so sehr ins Gewicht fällt. Eine gelungene Schokolade die aber sehr reichhaltig daherkommt.

Maroni in & out- 7/10 Punkten

Maroni-Milchschokolade, gefüllt mit Maronicrème. Helle Vollmilchkuvertüre die mit winzigen roten Pünktchen bestreut ist. Riecht deutlich nach Rum mit einer süßlichen Note. Schmilzt leicht dahin, besitzt aber eine deutliche Alkoholnote. Die Konsistenz ist weich und crèmig. Die Aromatik ist hier schön kräftig. Doch sorgen die Maroni hier eher für die Konsistenz. Im Vordergrund liegt der Alkohol. Anfangs gefällt mir der Riegel, doch zum Ende hin wirkt der Riegel zu dominant alkoholisch auf mich.

HoneyBunny - 7,5/10 Punkten

Weiße Schokolade, gefüllt mit Honig-Caramel-Crisps. Farblich wieder eher dunkel. Ich rieche vor allem Mandeln. Der Riegel schmeckt ein wenig wie Kamillentee mit Honig. Die Konsistenz ist hier crèmig. Auch diese Tafel ist ansteckend gut aber sehr süß.

GrammelNussn - 9/10 Punkten

Extradunkle Milchschokolade, gefüllt mit Haselnussnougat und Schweinsgrammeln. Allein die Idee ist göttlich. Es kostet vielleicht etwas Überwindung, doch lohnt sich diese mit dem ersten Biss. Der Duft ist verführerisch zimtig. Die Konsistenz des Riegels weich. Dazwischen befinden sich immer wieder knusprige Stückchen. Außerdem wirkt die Schokolade leicht ölig. Sehr reichhaltig im Geschmack. Das Salz arbeitet hier exzellent die Aromen heraus. Das ist eine der verrückten Sorten, die ich immer wieder probieren würde!

ButterKaramell - 8,5/10 Punkten

Dunkle Bergmilchschokolade, gefüllt mit Butterkaramellcrème. Glänzt schön und ist sauber verarbeitet. Die Tafel duftet nach Karamell und brauner Butter. Beim Aufschneiden fällt die sehr saubere Trennung der Schichten auf. Hat eine wunderbar crèmige Konsistenz und dicht gepackte Aromatik. Durch die Butter erscheint die Schokolade fast fettig. Eine sehr sättigende Schokoade die aber nicht klebrig daherkomt. So sieht die pure Sünde aus!

Labooko 50% Nicaragua Vollmilchschokolade - 9/10 Punkten

Entsprechen dunkle Farbe durch den hohen Kakaoanteil. Wunderschön erdig-süßlicher Duft beim Brechen. Im Geschmack sehr lang anhaltend. Schmeckt wie eine dunkle Schokolade nur ohne einen Spur Bitterkeit. Auch findet man hier keinen geringsten Ansatz von Schärfe durch das Milchpulver. Sehr betont schokoladig-kakaoig. Fühlt sich an wie die feste Form einer Trinkschokolade. Für mich zählt diese Vollmilch mit zu den besten, die es auf dem Markt gibt. Ich sehe hier lediglich die Variante von Pralus ein wenig weiter vorne.

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Labooko 70% Peru Criollo –  16 Stunden vs. 20 Stunden Conche

Wo liegt der Unterschied in der Conchierzeit bei Schokolade? Das kann man mit diesem kleinen Experiment selbst herausfinden. Die Criollo-Schokolade ist in jedem Fall ein purer Genuss, mit 16 wie 20 Stunden Conche. Die kürzer behandelte Variante fällt würzig und intensiv aus, die 20-Stunden-Version einfach ausgewogener und harmonischer. Interessanter empfinde ich aber die erste Variante.

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Labooko 100% Peru

Die Schokolade zeigt sich etwas fester und bröckeliger. Ich habe schon einige 100% Schokoladentafeln probiert. Meistens haben sie mir nicht so zugesagt. Diese Variante fällt gar nicht so anstrengend aus, zeigt sich fast schmeichlerisch samtig. Ansprechend herb, wenn ich auch etwas niedriger dosierte Schokoladen stets bevorzuge.

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Labooko Erdbeer  - 8/10 Punkten

Die Schokolade hat einen überraschend poppigen Rotton. Der Geruch ist süßlich-erdbeerig und auch der Geschmack von der Frucht geprägt. Die Schokolade hat einen guten Schmelz und fällt nicht kitschig aus da sie auch leicht säuerlich ist. Eine sehr ansprechende Kreation.

 
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