Bachelet-Monnot: Chassagne-Montrachet 2013

•Juli 20, 2016 • Schreibe einen Kommentar

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Bachelet-Monnot. Letztes Jahr habe ich das Weingut mit Freunden besucht. Wunderbare Chassagnes, die Pinots sind gut aber nicht herausragend. Aber Chardonnay beherrscht man. Nicht erste Liga aber verlässlich und empfehlenswert. Blind gab es dieses Jahr einen Batard-Montrachet aus 2005 und der war so vital im Glas wie ein Jungwein nach der Abfüllung. Das zieht sich durch das ganze Sortiment. Der Stil ist unaufdringlich, nicht energievoll und mit laserlike Säure aber sehr ausgeruht und erhaben. Holz ist da aber nur ganz dezent, Hefe ja aber nicht barock, Frucht? Ja aber nur zart und weiß. Burgund par excellence, 100% auf die Finesse. Sehr, sehr filigran. Dieser Chassagne ist nichts anderes als geröstete Pinienkerne und grüne Ananas. Wunderbarer Chardonnay. Manche würden vielleicht sagen, der Wein sei nichtssagend. Sicher. Mir sagt er ganz viel (nach 30 min in der Karaffe).

 

93+, aus dem Zalto Universalglas, aktuell unbedingt karaffieren, Trinkfenster 2017-2025

Andree Köthe und Yves Ollech – Gemüse

•Juli 8, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Ein fantastisches Kochbuch. Einige Gerichte, die ich nachgekocht habe:

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Emidio Pepe: Trebbiano d’Abruzzo 2012

•Mai 1, 2016 • 2 Kommentare

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Italien ist Rotweinnation. Basta. Das heißt aber bei Weitem nicht, dass hier keine großen Weißweine erzeugt werden. Auch wenn diese doch rarer gesät sind. Emidio Pepe ist weiß wie rot grandios und vor allem markant. Dieser Trebbiano begleitet nun bereits den zweiten Abend fabelhaft. Zunächst zu Steinpilzravioli im Sahnesößchen und dann heute zu nichts anderem als in Alufolie und mit ordentlich Butter gegartem Spargel mit etwas frisch gehobeltem Parmesan drüber. Der Pepe ist fast orangefarben, leicht trüb (keine Filtration) aber doch eher tieffarben gelb. Am ersten Tag habe ich hier wunderbare Kräuter, auch Minze, viel Pampelmuse und Ingwer. Am Gaumen ist der Wein dann bitter (!) und anregend. Verweilt auf der Bandbreite von Zitrusfrüchten, besonders Grapefruit und Chicorée und hat dann auch was wo man andernorts über Iodtöne streitet. Grenzgenial aber eben vor allem zum Essen gut. Am zweiten Tag geht alles über die Struktur. Der Wein, in sich ruhend und ausgewogen, definiert sich immer über die mundfüllende Art ohne alkoholische Schwere. Großartiger Trebbiano, den muss man mit den Jahren beobachten. Ein hoch feines Unikat. Braucht übrigens Luft und es lohnt sich mit der Temperatur zu spielen. Im Bordeauxglas von Zalto performte er etwas besser, weil die Fruchtaromen gebündelter erschienen. Das Burgunderglas hebt die Textur hervor. Ich würde ihn jetzt und über die nächsten 7-10 Jahre trinken.

 

getrunken im Mai 2016, aus dem Zalto Burgunderglas und Bordeauxglas

Castell’sches Domänenamt – Silvaner 1967

•April 25, 2016 • Schreibe einen Kommentar

IMG_0866Nach großartigen Tagen in der Champagne und im Burgund musste einfach ein Kontrast her, also gereifter Wein aus Deutschland. Über kuriose Zufälle hatte ich das unglaubliche Glück diese Flasche bereits drittmalig im Glas zu haben. Immer ein bezaubernder Wein, Zeugnis großer Winzerkunst. Aber am Wochenende gab es dann DIE perfekte Flasche. Das ist eines meiner bisherigen persönlichen Top-Erlebnisse in Sachen Wein. Silvaner aus dem Jahr 1967, also rund 50 Jahre später. Der Korken ganz kurz, weich. Beim Rausziehen machts dann aber satt plopp und die Augen mussten mehrmals gerieben werden. Diese Farbe, Vitalität im Glas. Kräftiges Strohgelb. Ich kenne manch Silvaner aus aktuellem Jahrgang der da hochfarbener ist. 50 Jahre und der Wein ist so jung. Im Bouquet dann ebenfalls die pure Frucht, richtig ausladend saftig, Nektarine, Zitrus, Hopfen usw. Das kann man blind nicht im Ansatz erraten. Am Gaumen ebenfalls hoch frisch und vital aber wie aus einem Guss. Viel Frucht, Würze und im Abgang super präsent, etwas bitter aber nicht störend. Mit der Luft baut der Wein dann immer weiter auf, zeigt verschiedene Facetten. Die Farbe bleibt über den Abend fast gleich, wird nur eine Nuance dunkler. Dann mit Luft zeigt sich mehr das Alter, da kommt einfach eine Spur Reife dazu, die man dann so im jungen Wein nie findet. Insgesamt sehr kräftig, ausladend, reichhaltig. Das Bouquet ist auch dezent süß aber reiflich süß im Sinne von gelben Früchten. War vielleicht in der Jugend nicht 100% trocken, ist es jetzt aber. Ich muss zugeben, einen solch vitalen Wein habe ich mit jenem Alter nur ganz wenige Male im Glas gehabt und ich glaube nicht, dass ein Silvaner nach diesem Alter auch nur ein bisschen jugendlicher dastehen kann als diese Flasche. Ich ziehe meinen imaginären Hut vor diesem Wein, jenen Personen die damals beteiligt waren, dem Kellermeister wie den Lesehelfern. Das ist pure Emotion!

 

getrunken im April 2016, aus dem Riedel Sommelier Chablisglas

Schnelle Teller aus der EFFILEE

•März 14, 2016 • Schreibe einen Kommentar

Die Effilee hat einen Relaunch erfahren. Die Website glänzt nun in neuem Design. Meine Lieblingskategorie, „Schneller Teller“ greift einige einfache Rezepte auf, die immer Pfiff besitzen. Während meiner Studienzeit habe ich fleißig danach gekocht und manch Gericht hat sich weiterhin im permanenten Portfolio für Notfälle bewährt. Hier geht’s zur aktuellen Webpräsenz und natürlich zu den Rezepten: EFFILEE.de

Effilee: Weintipp Homonna, Tokaj

•März 5, 2016 • Schreibe einen Kommentar

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In der aktuellen Effilee-Frühjahrsausgabe habe ich wieder eine Weinkritik beigesteuert. Diesmal befasse ich mich mit dem Trockenweintrend im Tokaj. Die Frühjahrsausgabe ist, wie ich finde, überdurchschnittlich gut ausgefallen. Wer interessiert ist, wie das Handelsembargo Russlands Gastronomie verändert hat, Garmethoden für die Fischzubereitung perfektionieren will oder einfach mal in Puncto Fisch & Nachhaltigkeit auf den aktuellen Stand gebracht werden will, greift zu. Die Eff‘ bleibt für mich eines der ganz wenigen Magazine, die ich selbst noch von Anfang bis Ende durchlese. Immer mit großer Freude, einem Zugewinn und einer guten Stunde Entspannung.

Nachtrag:

Der Artikel ist nun auch online einsehbar: Effilee

 

Das Jahr 2006 – 10 years after mit Egon und Keller

•Februar 25, 2016 • 1 Kommentar

IMG_0625Ende und Lichtblick eines arbeitsintensiven Tages: Das Jahr 2006 im Vergleich. Links trockene Spitze Deutschland, rechts restsüße Spitze. Aus einem schwierigen Jahrgang. Kellers Kirchspiel war noch blutjung, so vibrierend am Gaumen. Für mich nach einem fantastischen 2006er Hubacker dezent abfallend, da weniger mineral, mehr gelbfruchtig und auch weniger strukturiert. Aber das ist trotzdem ein fantastisches Großes Gewächs, solch eines, bei dem die Bezeichnung authentisch ist. Viel gelbe Pflaume am Anfang, etwas Maracuja. Mit der Luft würziger, mineral, fast schon tabakig. Ein spannungsgeladenes Kirchspiel, kann 5+ Jahre ohne mit der Wimper zu zucken. Daneben Egon Müllers Spätlese, das Paradeprädikat. Regnerisches Jahr, Botrytisdruck. Ein Wein, nicht perfekt gelagert (vorletztes Jahr ab Weingut war er frischer). Tieffarben aber nicht orange. In der Nase hat man Kamille, grünen Tee, Toffee aber kein dunkles Karamell, etwas Birne. Später dann von der Botrytis etwas Blauschimmel. Am Gaumen glockenklar, komplex, mit Tiefgang, wirkt eher trocken aber gereift und doch verwoben komplex. Viel Ricola-Hustenbonbon, wieder Kamille, auch Aprikosenkonfitüre, leichter Körper, feine Säure, Botrytisraffinesse. Hallt lange nach, hällt an. Zeigt sich schön entwickelt aber immer noch eher jugendlich. Zwei Weine, im Ansatz bilderbuchhaft. Unterm Strich zwei schöne Facetten eines nicht herausragenden Jahrgangs.

 

getrunken im Februar 2016, aus dem Zalto Universalglas und Riedel Sommeliers Chianti

Weingut Keller, Großes Gewächs, Riesling Kirchspiel, 2006: 93+ (2016-2023+)

Egon Müller, Scharzhofberger Riesling Spätlese, 2006: 96+ (2016-2036)

 
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