Tantris München ( Hans Haas **)


Hier nun mein Bericht zum Tantrisbesuch:

Das Restaurant:

Besucht habe ich das Restaurant im Mai, an einem Samstag-mittag. Folglich habe ich das äußerst empfehlenswerte Samstagmittag-Menü genommen. Hierzu gehören 4 Gänge, sowie Weißwein, Rotwein und Dessertwein zu 115€. Hier wurde schon viel erwähnt – z.b. die handgeschriebene Karte von Hans Haas usw., des Weiteren sollte das Restaurant, seine Geschichte usw. ohnehin bekannt sein. Ich möchte auch eher kurz auf den Besuch eingehen:

Als erstes hat mir das Ambiente absolut gefallen. Ich war total begeistert vom Design und diese ewige Moderne, die das Restaurant seit Jahren ausstrahlt. Selbst wenn das Essen hier nicht mehr so gut bleibt, wie es momentan ist, kann ich mir vorstellen hier öfters essen zu gehen – das Ambiente lädt einfach zum langen Verweilen ein. Service war klasse und ohnehin merkt man, dass das Tantris schon seit längerem eingespielt ist. Hier klappt alles von der Reservierung bis zur Bezahlung problemlos.

Ambiente:

Weinraum:

Nun zum Essen:

Als erstes wurde uns ein Amuse Bouche gereicht – ich meine es war ein Hechtröllchen, dazu Gurken usw. Ich muss sagen, es war wirklich lecker, schön kross und innen zart wie Butter, jedoch haben solche Gerichte in der Sterngastronomie einen leichten Beigeschmack: Man assoziiert automatisch Fischstäbchen mit dem Duft und Geschmack -egal wie gut das Produkt zubereitet sein mag. Nichtsdestotrotz ein zufriedenstellender Gruß aus der Küche.

Amuse Bouche:

Der erste Gang war eine „Roh marinierte gelbschwanzmakrele mit eingelegtem Frühlingsradi und Sesammarinade“. Dazu gab es einen 2006er Burgunder Domaine Pavellot, Sauvigny-Les-Beaume. Der Wein klasse, das Gericht klasse. Ein äußerst leichter, erfrischender Gang und in Verbindung mit dem Wein ein höchst gelungener Einstieg. Zudem muss man sagen, dass die Portion Gelbschwanzmakrele reichlich war.

Vorspeise:

Darauf folgte dann der „Glattbutt mit Hummer und Ravioli in Artischocken Auberginensud“. Tja, was soll ich sagen? Ein üppiges Stück Glattbutt, himmlisch zart in einem Sud der für Speichelfluss ohne Ende sorgte. Dieses Gericht war wirklich köstlich. Ravioli sehr schmackhaft, der Hummer mit seiner dezenten Süße als Kontrast zum Sud.

Zwischengang:

Dann wurde der Hauptgang gereicht – welcher während meine Begleitung die tolle Toilette bewunderte, warm gehalten wurde ( wir waren zu 4.). Dieser Gang war für mich noch eine leichte Steigerung zum ohnehin superben Gang davor: Médaillon vom Maibock mit frischen Morcheln, Spitzkraut und Topfenspätzle. Das Fleisch war derart köstlich. So zart und saftig. Das war das erste Mal, dass ich überlegte einen Gang sofort nachzubestellen. Mit dem Rotwein, welcher ziemlich heftig einschlug (Durch das Nachgießen verliert man sehr schnell den Überblick) ein Spitzengang für mich, da ich deftiges einfach am liebsten habe. Einziges Manko: Die Menge der Spätzle, welche vom ganzen Tisch bemängelt wurde. Das war äußerst schade, da der Gang für mich sont das Higlight dargestellt hätte.

Hauptgang:

Der Rotwein:

Das Dessert aus Erdbeeren und Waldmeister mit Sauerrahmsoufflé unterstrich nochmals das Talent der Küche. Das Soufflé war endlich mal ein Soufflé und keine zähe Pampe, wie man sie oft serviert bekommt. Ein Hauch von nichts und trotzdem intensiv. Das Waldmeistereis fand ich sehr interessant in Verbindung mit den Erdbeeren. Lediglich die „Zuckergarnitur“ war etwas überflüssig. Trotzdem nichts schlimmes. Das Dessert war sehr gut und auf 2-Sterneniveau. Dazu gab es einen süffigen Moscato d’Asti aus 2009 aus dem Piemont von Braida di Giacomo Bologna. Leider wurde hier nicht mehr nachgeschenkt…

Dessert:

Dann der obligatorische Espresso. Ich muss sagen, das war der beste Espresso – noch besser und stärker als der bei H.Wohlfahrt. Und ich muss zugeben, dass selbst die Petit Fours einen Tick ansprechender waren als bei Wohlfahrt. Kann aber auch daran liegen, dass diese hier eher cremig und feucht waren – bei Wohlfahrt eher klassischere, härtere Pralinés.

Petit Fours zum Espresso:

Insgesamt fällt mir keine bessere Möglichkeit ein, einen Samstagmittag schöner zu verbringen. Trotzdem ist die Küche im Tantris eher solide. Man wird hier jedenfalls nie enttäuscht aber auch eher weniger überrascht. Das Essen war in sich stimmig, die Zutaten spitze. Jedoch fehlt etwas dieses reifere wie z.b. H.Wohlfahrt es hat. Hier sind die Gerichte durchdachter, ausgeklügelter, raffinierter. Der Besuch war wir ich es mir vorgestellt habe und seine 2-Sterne wert. Für mich ist das Tantris vor allem ein Gesamterlebnis.

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~ von budisfoodblog - Mai 13, 2010.

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