Schlössli Wörth, am Rheinfall, August 2010 (14 GM-Punkte)


Ohne  eigentlich ein Restaurant besuchen zu wollen, besuchte ich vergangene Woche den Rheinfall im Rahmen eines Bodenseekurzurlaubs.

Dort angekommen, erwartete ich eigentlich nicht viel mehr als in altem Fett frittierte Pommes und Currywürste oder allenfalls überteuerte unterdurchschnittliche bis mäßige Küche.

Jedenfalls war ich dann doch überrascht, als ich hier ein vom Michelinguide und Gault Millau mit 14Punkten ausgezeichnetes Restaurant direkt am Rheinfall vorfand.

Das Restaurant ist natürlich, wie erwartet nicht absolut überragend, jedoch weitaus mehr als man wohl  von an einem Restaurant am Tourimagnet, wie dem Rheinfall erwarten würde.

Das Restaurant bietet viel Fisch an, in normalen und in kleinen Protionen. Wir nutzten die Gelegenheit das Tagesmenü zu probieren, welches 3 Gänge, eine Flasche Wasser sowie Kaffee beinhaltete. Das Menü kostete umgerechnet ca 30€, was an einem Ort wie diesem sicherlich zu verkraften ist.

Der Ausblick ist jedenfalls wunderschön und könnte besser nicht sein. Sicherlich ist die Atmosphäre abends noch schöner. Jedenfalls ein schönes Ambiente um entspannt zu essen und den Rheinfall zu besichtigen.

Innen ist das Restaurant modern und etwas ungemütlich ausgestattet. Die Stühle sind etwas unbequem. Ansonsten macht der Ausblick durch die Glasfassade alles wieder gut.

Brot und Butter waren frisch aber eher durchschnittlich. Es gab verschiedene Brote zur Auswahl. Alles war aber zufriedenstellend.

Als Vorspeise gab es „knackigen Salat an Himbeer-Melonendressing mit Pfifferlingen, Speck und Guntmandinger-Wachteleiern“.

Der Salat war schön frisch und knackig. Die Pfifferlinge intensiv und der Speck ebenfalls schön aromatisch. Leider waren die Wachteleier hartgekocht und kalt. Ich persönlich hätte mir warme gewünscht, die im Mund zergehen. Der Himbeer-Melonendressing überzeugte, auch wenn er nicht so direkt zu erschmecken war. Dadurch übertönte er aber wenigstens nicht die feinen Pfifferlinge und den Salat.

Der Hauptgang war das Highlight.  „Gebratene Lammkotletts an kräftiger Rotweinsauce, dazu hausgemachte Kräuterspätzli, leckeres Wirsinggemüse und sonnengetrocknete Tomaten“.

Die Kotletts perfekt gegart. Zart, gut gepfeffert und gesalzen. Natürlich ein klassischer Gang, jedoch bewährt. Die Rotweinsauce wie beschrieben kräftig. Die Spätzle waren gut portioniert. Kräuter konnte man gut herausschmecken. Der Gang an sich war rosmarinlastig. Das Wirsinggemüse passt gut und war auch technisch perfekt. Jedenfalls hatte ich einen solchen Gang nicht erwartet.

Dazu gab es einen schönen kräftigen Rotwein von den Offenen.

Dann kam das Dessert, ein „kleiner Dessertteller mit Leckereien aus der Patisserie“. Das Dessert war leider nach den höheren Erwartungen vom Hauptgang, eine Enttäuschung. Ein ordentliches Dessert, bestehend aus Pfefferminzeis, Bayrischer Crème, Brownie und Co., jedoch ohne Spannung und in gewohnt bedeutungsloser Ausführung. Nachdem wirklich sehr gelungenen Lamm, hatte ich mir mehr erhofft.

Zum Abschluss gab es dann Kaffee oder wahlweise Espresso. Dazu etwas Feingebäck, Pralinen. Hier hätte man mit selbstgemachter Patisseriekunst einen bleibenden Eindruck verschaffen können.

Nichtsdestotrotz ist das Schlössli Wörth ein gelungenes Restaurant für einen Touristenort wie diesem. Der Service agiert zurückhaltend aber sehr freundlich. Es ist schön, dass man trotz der vermutlich fast ausschließlich Touristen als Gäste, nicht die Regeln für einen tollen Service vergessen hat.

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~ von budisfoodblog - August 8, 2010.

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