Oliver’s Restaurant, Ürzig, Ringhotel/Weinhaus Moselschild


Oliver’s Restaurant war eigentlich nicht in unserem Moselurlaub eingeplant. Da in Bernkastel-Kues jedoch um 18:30Uhr schon die Bürgersteige hochgeklappt wurden, musste eine Alternative zum Weinabend im Rieslinghaus her.

zum Glück hatte ich mir einige Restauranttips aufgeschrieben, für eben solche Fälle. So hatten wir einen angenehmen abend im Restaurant des Hotels Moselschild in Ürzig.

Da abends dann endlich doch noch die Sonne schien, genossen wir das Essen auf der Terasse. Das Restaurant wirkte zudem von innen etwas altbacken, sodass wir gerne draußen saßen.

Hier hat man dann auch mit etwas Glück, einen tollen Blick auf den Ürziger Würzgarten, eine der großen Lagen an der Mosel.

Da an diesem abend eigentlich kein Restaurantbesuch eingeplant war, wählten wir das günstigste Menü, welche sich „Tafelrundemenü“ nannte und aus drei Gängen bestand zum Preis von 38€.

Vorerst wurde uns ein Gruß aus der Küche gereicht. Links ein gebratener Saibling auf Karottenpüree, in der Mitte ein Gemüsesüppchen und rechts Senf-Meerrettichmousse.

Der Gruß aus der Küche wusste zu überzeugen. Der deftigere Saibling wurde prima ergänz durch das eher süße Kartoffelpüree, das Süppchen, welches vermutlich hauptsächlich aus Sellerie bestand, war sehr fein. Besonders gelungen war aber das Senf-Meerrettichmousse. Schön außerdem, dass hier viel mit Konsistenz gearbeitet wurde. Kross, flüssig, crèmig, sowie kalt und warm.

Die Vorspeise war mein persönliches Highlight, auch wenn beispielsweise meine Begleitung diesen Gang eher schwach empfand.

Es handelte sich hierbei um ein „Schaumsüppchen von Pfifferlingen mit Kaninchenrücken im Speckmantel“.

Die Suppe war sehr fein und gut abgeschmeckt. Das Highlight stellte aber der schön saftige typisch süßliche Kaninchenrücken dar, welcher in Verbindung mit dem herzhaften salzig-rauchigen Speck ein tolles Mouthfeeling ergab.

Der Hauptgang war dann eher wieder durchschnittlich, wenn auch teilweise sehr gut gemacht.

„Geschmortes Kalbsbäckchen auf Kartoffel-Kräuterpüree und Portweinschalotten“

Handwerklich überzeugend war  der Püree, geschmackvoll und intensiv die Soße. Die geschmorten Kalbsbäckchen waren teilweise unglaublich fein und teilweise aber etwas zäh. Das Fleisch war zwar intensiv, jedoch nicht perffekt gegart. So ergibt sich dann ein solider Gesamteindruck vom Hauptgang.

Als Dessert wurde uns die Dessertvariation „Fassdaube“ gereicht.

Diese besteht aus Kirschwasser-Crème Brûlée, einem gefüllten Schokoladencrêpe mit Vanille-Kardamomsoße, Limonen-Basilikum-Sorbet auf Waldfrüchten und Blue Curacao Eis auf Ananasragout, sowie Schokoladenmousse.

Das Dessert hatte seine Höhen und Tiefen, war insgesamt lecker. Leider fehlte dieses A-ha-erlebniss, bzw. das gewisse etwas oder einfach eine gewisse Reife.

Zwar waren alle Töpfchen interessant und experimentierfreudig. Leider war das Dessert dann aber einfach nur ein süßer Abschluss.

Die Kirschwasser Crème-Brûlée war gut. Der gefüllte Schokoladencrêpe in Soße war am besten, das Limonen-Basilikumsorbet habe ich woanders schon viel feiner und besser abgestimmt vorgefunden. Das Blue Curacao Eis passte gut zum Ananasragout, Schokoladenmousse war handwerklich gut, jedoch langweilig.

Nichtsdestotrotz war das Dessert ideenreich und sicherlich kein Ausrutscher, sondern etwas über dem Durchschnitt.

Der Service ist noch etwas unsicher und kennt sich vermutlich nicht so sehr mit dem präsentierten Essen aus. Es fehlt etwas Fachwissen zur Zubereitung und Selbstbewusstsein.

Dabei war das präsentierte Essen insgesamt lecker und auch empfehlenswert. Daran kann es also nicht liegen.

Wir verbrachten hier einen schönen Abend und fühlten uns auch wohl. Das Restaurant hat wie erwähnt seine Höhen und Tiefen, ist aber insgesamt überdurchschnittlich.

Lediglich das Preisniveau missfiel uns. Das 3-Gang-Menü war mit 38€ gerade noch so verkraftbar, wobei wir z.b. schon in der Bauernstube in Baiersbronn ein ebensolches aber etwas ausgereifteres 3-Gang-Menü für 29€ genießen konnten.

Zumindest würden wir hier eher nicht ein mehrgängiges Menü im Rahmen von 70 bis 80€ probieren, da hier dann schon deutlich die Nähe zu Einsternern preislich zu spüren ist. Doch dazu fehlt dann etwas mehr Professionalität, sowohl beim Service als auch beim Essen.

Insgesamt ist das Restaurant aber empfehlenswert!

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~ von budisfoodblog - August 17, 2010.

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