Karthäuserhof: Tag der offenen Tür 2010


Am 14. August fand im Rahmen des Tages der offenen Türe am Karthäuserhof in Eitelsbach eine große Verkostung vom aktuellen Jahrgang statt.

Viele Größen des Geschäftes waren anwesend. Unter anderem Dönnhoff (Nahe), Fritz Haag (Mosel), Weingut Knipser (Pfalz), Koehler-Ruprecht (Pfalz), Künstler (Rheingau), Fürst (Franken), Heger (Baden) und Meyer-Näkel (Ahr).

Der Eintritt betrug 15€, womit die Verkostung inbegriffen war. Für das leibliche Wohl sorgte der Eurener Hof, in welchem wir nächtigten und welchen wir absolut weiterempfehlen können. Vor allem die Moselweine sind hier zu unschlagbaren preisen zu bekommen und viele gut eingelagerte Flaschen sind auf der Karte.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut geplant. Es gab Shuttlebuse, welche einen zu den Parkplätzen brachten, einen Grillstand mit Steak und Speckbohnen und allem was das Herz begehrt, sowie einen weiteren Stand weiteren Speisen zu akzeptablen Preisen.

Ich genoss z.B. bretonische Riesencrevetten sautiert in Butter mit Tomaten, Zwiebeln, Lauch und Knoblauch. Es gab aber auch Spaghetti Bolognese vom Reh und einen indonesischen Feuertopf, welcher ebenfalls sehr gut war.

Die Weinprobe fand in zwei Räumen statt, sodass der Andrang akzeptabel war. Ohnehin waren an diesem Tag sehr viele Leute anwesend. Es gab reichlich Gläser und Spucktrichter, sowie Weinlisten der einzelnen Winzer.

Von den Karthäuserhofweinen wurde u.a. der Gutsriesling angeboten, eine alte Reben Spätlese, sowie Spätlesen und Auslesen aus Großen Lagen. Besonders interessant war natürlich die Fassprobe vom Karthäuserhofberg GG-trocken, welcher erst im September ausgeliefert wird und sich momentan in Subskription befand.

Mich persönlich beeindruckte u.a. die fruchtige 2009er Karthäuserhofberg Spätlese,ebenfalls GG zu 15,45€.

Highlight der gesamten Verkostung stellte sicherlich das Spitzenweingut Fritz Haag dar. Hier waren sowohl Vater Wilhelm Haag als auch Sohn und jetziger Inhaber Oliver Haag anwesend und reichten große Weine.

Bei Fritz Haag probierte ich fast alle Weine, wobei wirklich jeder Tropfen genossen wurde. Die 2009er Weine sind natürlich noch sehr jung und m.E. noch nicht optimal genießbar, jedoch zeigte sich schon hier was für eine Kraft und was für ein Potential in den Weinen liegt.

Die Haagschen Weine konnten momentan schon verführen.

Mir gefielen besonders der Riesling von der Brauneberger Juffer, welcher wirklich knochentrocken ist, sowie die Spätlese und Auslese aus selbiger Lage. Besonders die Spätlese war geprägt von hoher Mineralität.

Das Weingut Franz Künstler war ebenfalls anwesend. Gunter Künstler war höchstpersönlich anwesend und lies probieren.

Die Künstler Weine zeigten sich jedoch leider für mich momentan noch zu verschlossen, um diese weiter beurteilen zu können. Ich konnte aber leider auch nur zwei verschiedene Weine (Kabinett und Spätlese) probieren.

Ein weiteres Highlight stellte natürlich das Ausnahmeweingut Dönnhoff dar. Hier wurden traumhafte Weine angeboten, auch wenn keine Auslese auf der Probenliste stand. Helmut Dönnhoff war leider nicht anwesend – zumindest nicht zum Zeitpunkt meiner Anwesenheit.

Es wurde nicht nur Riesling angeboten, sondern auch der Weißburgunder, welcher leider so warm war, dass ich ihn nicht näher beurteilen konnte.

Endgut war wieder der Kabinettswein vom Oberhäuser Leistenberg. Hier gefiel mir schon der 2008er Jahrgang absolut mit seiner Mineralität und sehr dezenten Süße am Gaumen.

Die Niederäuser Hermannshöhle Spätlese wusste ebenfalls zu begeistern, konnte aber mit diesen wenigen Schlücken kaum erfasst werden, so vielschichtig zeigte sie sich. Hier wird sicherlich demnächst eine Flasche aus älterem Jahrgang verkostet werden!

Bei Knipser war ebenfalls einer der Inhaber anwesend. Werner Knipser präsentierte hier sowohl Weiß- als auch Rotweine.

Mir persönlich blieb vor allem die Cuvée X im Gedächtnis. Ein 2006er Rotwein, welcher einer klassischen Bordeauxcuvée nachempfunden wurde. Der Wein besteht aus C. Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot und wir in Barriques ausgebaut. Ein unglaublich tanninhaltiger adstringierender Rotwein und dies aus Deutschland!

Wiederrum für mich interessant war das Weingut Koehler-Ruprecht, an welchem ich einen Tag zuvor noch vorbeilief auf dem Weg zum Weinhaus henninger in Kallstadt.

Hier war Bernhard Philippi anwesend und präsentierte Weine aus 2009, 2008 und 2004.

Vom Kallstadter Saumagen wurde kein Kabinett angeboten, da dieser vermutlich noch Zeit braucht. Es gab aber die 2008er Spätlese, welche ebenfalls meiner Empfindung nach noch zu verschlossen war.

Sehr überraschtend war für mich der Tafelwein vom Spätburgunder, welcher unter dem Label „Philippi“ verkauft wird. Es handelte sich um den 2004er Jahrgang. Der Wein war schön kraftvoll aber nicht zu adstringierend.

An sich war die Verkostung sehr interessant und gut organisiert. Man konnte sich sehr lange aufhalten und allerlei Wein probieren.

Aufgrund des Andrangs und des Lärmpegels möchte ich die Bewertungen hier aber nicht über- oder unterbewerten. Manch Wein kann in solchem Rahmen nur sehr schwer beurteilt werden. Andere  einfache Weine gehen schnell unter im direkten Schlagabtausch mit edelsüßen Weinen, obwohl ja gerade ihre Leichtigkeit die Stärke ist.

Trotzdem kann man bei einer solchen Probe sehr gut Eindrücke sammeln.

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~ von budisfoodblog - August 18, 2010.

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