Heymann-Löwenstein, Uhlen R „Roth Lay“ 2008


Großes Gewächs, großer Winzer, großer abend.

Ein knochentrockener Wein, was allein schon am hohen Alkoholgehalt von 13% klar wird. Bei diesem Weingut wird bewusst auf die Bezeichnung trocken verzichtet. Die Lagen sollen für sich sprechen. Süße Weine gibt es dann auch nur bei den mit Prädikat ausgezeichneten Weinen, wie Auslese und TBA.

Der Moselwein aus Uhlen, wird bewusst weiter eingeteilt und zwar in „Roth Lay“, „Blaufüßer Lay“. Diese Bezeichnungen stehen für den Boden. Wer vor Ort war, kann die Bezeichnungen sofort zuordnen, weil der Schiefer charakteristisch blau oder rot gefärbt ist.

Dieser Wein verdient die Trauben mit der Eins auf der Flasche. Bei diesem Riesling, der im Duft sehr verhalten wirkt und fast neutral daherkommt, zeichnet sich ein Geschmacksbild ab, welches von dem vielbenutzten „mineralisch“ wohl am zutreffendsten bechrieben werden kann.

Kein fruchtiger Wein, keine Süß-Säure-Balance, sondern ein primär säuerlicher zitroniger Geschmack kennzeichnet den „Roth Lay“.

Ein äußerst komplexer und vielschichtiger Wein, der sich trotz mehrstündigem Dekantieren immer noch etwas verschlossen gezeigt hat und schwer zu entschlüsseln ist. Dieser tiefgründige Wein braucht vermutlich noch einige Jahre, bis er sein absolut facettenreiches Aroma voll darlegen kann. Doch auch jetzt schon weiß dieses Unikat zu überzeugen.

Ein sehr kräftiger und körperreicher Wein, mit Anklängen von Kräutern, etwas bitter. Das einzige Problem ist hier, die Balance zwischen kalt und warm zu finden. Zu gekühlt, verschließt sich der Wein sehr, zu warm sticht der hohe Alkoholanteil etwas unangenehm hervor, bzw. lässt sich im Abgang nicht vermeiden.

Hat man dann aber die Balance gefunden, so kann man einen sehr charismatischen Wein genießen.

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~ von budisfoodblog - Dezember 3, 2010.

2 Antworten to “Heymann-Löwenstein, Uhlen R „Roth Lay“ 2008”

  1. Hallo und einen guten Morgen,
    kann es sein, dass der Wein doch nicht so gut egschemckt hat? bei so vielem Hin und Her drängt sich der Eindruck auf, dass er gut sein muss, weil es eben der Uhlen R Rothy Lay ist.
    Ich denke, ein Wein solltemich spätestens beim zweiten Gals begeistern, sonst hat er verspielt.
    Beste Grüße und Danke für die schönen Berichte in der letzten Zeit
    Oinophilist

  2. Hallo,

    der Wein hat sehr gut geschmeckt – nur ist es eben ein sehr komplexer Wein. Ich empfand es so, dass der Wein mit jedem Glas besser wurde. Man hat immer noch eine Facette entdeckt. Es handelt sich um einen sehr filigranen feinen Wein und darin liegt die Stärke.

    Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Wein noch nicht am Höhepunkt war. Ich habe mittags einen Probeschluck von der geöffneten Flasche genommen, da war der Wein noch etwas verschlossen. Deshalb habe ich ihn dekantiert und mehrmals bis hin zum Abend daran geschnuppert. Der Wein hat sich dann über die Zeit schön geöffnet.

    Mir ist dann nach dem 3. Glas sehr klar geworden, dass der Wein anfangs einen Tick zu kühl getrunken wurde, da er nachdem er länger auf dem Tisch stand, aromatischer und harmonischer geschmeckt hat.

    Der Wein hat in jedem Fall von der Belüftung nur profitiert und ich meine, dass man ihn hätte ruhig noch länger dekantieren können.

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