Japanisches Restaurant KICHO (Stuttgart)


Das Japanische Restaurant Kicho befindet sich in der Jakobstr. 19 in Stuttgart unweit vom Rathaus oder Breuninger-Parkhaus entfernt.

Während es hier mittags besonders günstige und variantenreiche Mittagsmenüs (meistens Bentos oder Sushi/Sashimi) gibt, glänz das Restaurant abends vor allem durch seine tolle Atmosphäre im traditionell eingerichteten Raum. Beim Kicho handelt es sich um ein typisches Restaurant, indem man viele junge Paare findet und mittags Geschäftsleute. Man kann hier sowohl schnell essen als auch einen dreistündigen Abend verbringen.

Auf der Karte findet man sehr sorgfältig ausgewählte Gerichte. Das Sushi ist bislang das beste in der Stadt. Man findet meiner Meinung nach kaum frischeres und sorgfältiger zubereitetes Sushi und Sashimi.

Das Kicho aber nur auf seine grandiose Sushiqualität zu begrenzen, wäre aber äußerst schade. Wer sich auf Japanisches Essen einlassen will, kann hier vom Tempura über typische Vorspeisen wie japanische Pilze mit geriebenem Rettich, Seegrassalat, japanischen Maultaschen gegrillten Thunfisch mit Sojamarinade bis hin zu Sukiyaki alles probieren.

Außerdem findet man hier eine unglaubliche Vielzahl an Sake in allen erdenklichen Qualitätsstufen, Oolongtee aber auch den ein oder anderen soliden Wein vom Weingut Aldinger oder Robert Weil. Es gibt aber meiner Meinung auch unnötigerweise eine Vielzahl an Getränken, die der grandiosen Qualität des Essens nicht gerecht werden.

Gewählt wurde an diesem Abend ein Sushi-Menü und ein Yakisakana-Menü.

Vorerst gab es Dobin-Mushi (Pilzsuppe mit Hühnerfleisch, Shrimps und Gemüse) im schönen Kännchen serviert.

Diese kraftgebende und salzige Suppe hat ein beruhigendes Ritual. Während man mit den Stäbchen die Fleischstücke und das Gemüse aufnimmt, wird die eigentliche Suppe getrunken.

Die Vorspeise Variation (Zensai-Moriawase) war da schon komplexer. Von süß über deftig und frisch kamen hier interessante Aromen ins Spiel.

Bei den Nigiri-Sushi stand vor allem großartige Produktqualität im Vordergrund. Thunfisch und Lachs waren von grandioser Frische. Das Wasabi ist im Kicho nicht ganz so extrem scharf und hat einen leicht süßlichen Beigeschmack. Dazu gibts eingelegten Ingwer.

Sehr interessant: Nasu-Ageni. Eine gebackene Aubergine die warm serviert wird in einem sehr aromatischen Sud. Die herzhafte saftige Aubergine löst Glücksgefühle bei mir aus!

Der Hauptgang des Yakisakana-Menüs:

Lachs mit Sojamarinade gegrillt. Ein toller Hauptgang. Wieder im Zentrum ein toller gegrillter Lachs, der mit seiner knusprigen Haut puren Fischgeschmack offenbart. Die Sojamarinade harmoniert mit dem Lachs und verleiht ihm eine süßliche Note. Der Reis ist übrigens ebenfalls von überdurchschnittlicher Qualität.

Beim Sushi-Menü gab es natürlich Nigirisushi und Makimono. Das Sushi mit Lachsrogen oder mit roher Jakobsmuschel seien hier hervorzuheben.

Als Dessert gab es dann Calpico-Mousse, welches aus einem japanischen Milchsäuregetränk hergestellt wurde. Die Orange war schön reif und das Mousse war ok aber offenbarte kein Geschmackserlebniss. Eine traditionelle Mousse schmeckt meines Erachtens nicht anders.

Von den Desserts kann man nicht all zu viel erwarten was aber auch im Zusammenhang mit der Japanischen Süßspeisenkultur zusammenhängt. Man muss dazu sagen, dass es in Japan keine stark ausgeprägte Kultur hierfür gibt, wie z.b die Patisseriekünste Frankreichs. Ein Dessert als Abschluss eines Menüs ist hierzulande eher unüblich.

Deshalb wurde das tolle Menü auch mit einem schön grasigen Grüntee abgeschlossen!

Insgesamt ist das Kicho eine tolle Anlaufstelle in Stuttgart für japanisches Essen. Man bekommt exzellente Produkte von erfahrenen Köchen zubereitet. Ein Blick über die Theke zum Sushimeister verrät viel. Erstaunlicherweise kreuzen sich im Kicho sowohl Hochkultur als auch leichte Tendenzen zu typisch asiatischen Imbissen. Die Speisekarte hat eher Charakter von letzterem und auch schlichte Pappdeckel zerstören etwas das tolle Ambiente und die Klasse Stimmung, wenn sie nebst traditionellem teils handgemachtem Porzellan steht. Auch die Getränkekarte könnte wie schon erwähnt mehr Charakter bekommen, wenn man hier und da gewisse westlich geprägte Massenerzeugnisse streicht. Anstatt einer lange Liste an Softdrinks, würde eine ausgeprägtere Teeauswahl doch viel interessanter sein. Immerhin klappt dies ja schon bei der prächtigen Sake-Auswahl. Sicherlich spielt hier aber auch das Mittagsangebot eine Rolle -so ists halt in Stuttgart.

Der Service ist bemüht und von Herzen freundlich aber nicht vollends fachlich proffesionnell. Doch das erwartet man auch nicht unbedingt und somit stört dies keineswegs.  Schließlich akzeptiert man auch beim Sushi bestellen in Stuttgart eine einfache Präsentation des Essens.

Das Kicho ist keine Institution – es ist aber sicherlich ein Erlebnis. Nicht nur ein Mal!

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~ von budisfoodblog - Februar 20, 2011.

3 Antworten to “Japanisches Restaurant KICHO (Stuttgart)”

  1. Schöne Besprechung, die vor allem durch ihr passendes Bildmaterial noch ansprechender wird. Ganz kleine Ergänzung: Beim Thema „Sushi in Stuttgart“ sollte man das gar nicht mehr so neue Sushi-Restaurant im Breuninger-Tempel nicht vergessen!!

  2. Ja – fremde Kulturen und darunter fällt somit auch die Esskultur, kann man nur schwer ohne visuellen Einsatz vermitteln. Die Beschreibungen fallen da auch sehr schwer, weil eben alles eher ungewohnt/neu schmeckt und man dies dann schwer einordnen kann.

    Glücklicherweise sind alle Bilder gut scharf geworden ohne Blitz und ich finde, dass die Stimmung verhältnismäßig gut eingefangen werden konnte.

    Im Breuninger habe ich bislang noch kein Sushi probiert. Ich habe da besonders beim Vergleiche ziehen die Eindrücke vom Sushi-ya! im Feinkost-Böhm herangezogen. Hier war ich schon etliche Male und kann die Bar auch nur weiterempfehlen. Ist aber mit dem Kicho nicht unbedingt vergleichbar, da man in der Bar sehr hektisch und ungemütlich essen gehen kann – zumindest wenn man nicht auf einen Barbesuch eingestellt ist. Die Qualität ist dort ebenfalls sehr gut. Ebenfalls unter Führung eines Sushi-Meisters. Leider nur immer total überrannt und zum Kicho vergleichsweise einfach reduzierter und evtl. europäischer angepasst.
    Das Sushi war hier im Kicho, wie wir beide es an diesem Abend empfunden haben, qualitativ einen Tick besser und aromatischer und evtl. sauberer zubereitet. Beim Böhm muss halt auch „Akkord geschafft“ werden um die riesen Mengen an Besuchern und um den Laden herumschleichenden Personen zu stillen…

  3. Sehr guter Bericht über das Restaurant weckt den Hunger und die Lust auf einen Japanischen Abend in Stuttgart. Ich persönlich habe bisher das beste Sushi in Reutlingen im „Tokyo“ gegessen. Dort wird das Sushi direkt vor den Gästen zubereitet.

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