Tokaji, Chateau Pajzos 1993 Aszú 5 Puttonyos


Süßwein ist ähnlich wie Champagner, eine Faszination für sich. Egal ob Eiswein, Beerenauslesen, TBAs, der berühmte Sauternes oder eben Tokajer, sie alle faszinieren durch ihre unglaubliche Konzentration an Aromen. Die Komplexität von Süßweinen kann einen fast erschlagen und so verzaubernd sie sind, mehr als ein Glas ist meist Verschwendung, denn die Sinne ermüden schnell, sind überfordert.

Ein oft übersehener Wein dieser Kategorie, ist der Tokajer (Tokaji). Die aus Ungarn stammenden Weine stehen denen aus Sauternes oder deutschen Eisweinen in nichts nach, was auch keine Verwunderung ist, denn vor wenigen hundert Jahren, erzielten diese edlen Kresenzen nicht nur Höchstpreise, sie übertrumpften auch die französischen Kollegen.

Die große Reblausplage, der erste Weltkrieg und später dann die Verstaatlichung zerstörten eine der anerkanntesten Weinanbaugebiete der Welt. Mit der Massenproduktion verschlechterte sich der Ruf des Tokaji, wobei seit mehreren Jahrzehnten dank vieler Investoren und Projekte, der König der Weine wieder glänzt.

Doch nun möchte ich mich speziell diesem Tokaji widmen. Der Tokaji vom Chateau Pajzos stammt aus einem der größten Jahrgänge: 1993

Mit 5 Puttonyos hat man hier richtig viel Spaß. Der Süßwein fasziniert mit bernsteinfarbenem Glanz und duftet ähnlich wie etwa eine Gewürztraminer Auslese. Jedenfalls hat man hier mehr Rasse als z.b. bei einer Auslese aus Deutschland. Am Gaumen zeigt sich der Tokaji von etwas dickflüssigerer Konsistenz, leicht honigartigem Geschmack mit einer geschmacklichen Tiefe, die mit jedem Dessert mithalten kann. Vor allem Aromen von Aprikosen dominieren hier, jedoch eher von Aprikosenkonfitüre. Mich erinnert dies stark ein karamelisierte Aprikosen und getrockneten Feigen. Der unglaublich komplexe Süßwein zeichnet sich auch durch einen sehr langen Abgang und wunderbaren Nachhall aus.

Ich habe ihn sowohl mit ungarischem Mohnstrudel als auch Quarkstrudel und Gundel Palatschinken probiert. Der Tokaji beherrscht hier alle Desserts und vor allem beim extrem süßen und schweren Gundel Palatschinken (ledrige Zartbittersoße, Rosinen-Orangen-Walnuss-Zucker-Rum-Füllung) hat der Sü0ßwein durch seine leichte Säure sogar eine erfrischende Wirkung.

Kurzum: Grandioser Wein!

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~ von budisfoodblog - Juli 7, 2011.

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