Bratar: Edelimbiss aus München


In Hamburg ist es die Curry Queen, in München das Bratar an der Hackebrücke.

Hier im Bratar gibt es feine Currywürste, handgemachte Hamburger und vielerlei Dips und Currys.

Im Bratar möchte man dem fettigen Currywurstbudenimage nicht entfliehen aber das Bild von einer richtig guten Currywurst, frisch vom Grill, welches wir alle im Kopf haben (bevor wir dann eigentlich enttäuscht die verbrannten Kalorienbomben in uns hineinwürgen), umsetzen.

Das spiegelt sich auch im Ambiente wieder. Anstatt Plastikgartenmöbeln und Einwegbesteck steht hier im Zentrum des Raumes ein großer Massivholztresen, mit einem Bachlauf und Steinen in der Mitte. Zur Wurst auf Porzellanteller kommt eine masive Gabel und ein scharfes Messer.

Kleine Nachtlämpchen sorgen für schummrig dezentes Licht.

Der Philosophie folgen auch die Snacks. Die Hamburger werden jeden Tag frisch zubereitet, wobei das Fleisch im ganzen von der Schwäbisch Hällischen Erzeugergemeinschaft kommt und erst vor Ort zu Hack weiterverarbeitet wird, bevor es dann auf den Grill kommt.

Wer wie wir abends kommt, merkt dies dann auch und so mussten wir leider auf die saftigen Burger verzichten, da einfach keine mehr vorhanden waren.


Deshalb konzentrierten wir uns auf die Würste.

Die Käsekrainer bestellten wir mit den selbstgemachten Pommes. Die Pommes frites waren fast perfekt, hatten einen prägnanten Kartoffelgeschmack und waren schön kross. Neben den Pommes frites aus dem „CurryQueen Deli“ in Hamburg, sicherlich eine der besten Pommes, die ich bislang hatte.


Der Käsekrainer hatte Biss und der Käse floss wunderbar heraus beim Aufschneiden. An einem kleinen Tischchen kann man sich seine Wurst ganz nach gusto verfeinern. Die Currys sind unter anderem mit Orange verfeinert oder Minze. Die selbst hergestellten Saucen und der Senf kommen ohne Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe daher. Auch der Ketchup wurde nach eigenem Rezept hergestellt. Es gibt interessante und auch gelungene Mischungen, wie Mango-Balsamico-Senf oder Senf mit ganzen Senfkörnern.

Beim Ketchup kommt ganz deutlich eine schöne Apfelnote durch!

Die Currywurst von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten überzeugte ebenfalls. Besonders die rote Variante hat einen sehr differenzierten Geschmack und wurde wunderbar knackig gegrillt serviert.

Man bekommt nicht einfach Ketchuptunke über die Wurst, sondern wieder nach eigener Rezeptur eine sehr aromatische Currysauce. Zum Geschmack trägt wesentlich die gröbere Konsistenz der Sauce bei.

Einziges Manko der Würste ist hier, dass diese im Vergleich zu „echten“ Würsten doch etwas dünner ausfallen. Doch gerade dadurch erhalten diese auch den knackigen Biss.

Zur stilvollen Variante des Imbisses gehört auch ein lockerer aber zuvorkommender Service. Die Würste werden einem gereicht, sobald sie fertig sind, das Personal kennt seine Waren und die Herkunft der Produkte.

Unterm Strich bleibt ein pfiffiges Konzept. Das Konzept ist so einfach und man fragt sich „warum gibt es das nicht schon lange?“.  Das dieses Konzept nicht nur in München funktionieren würde, ist klar. Die Produkte sind nicht nur von guter Qualität, man schmeckt auch den Unterschied. Auch wenn ich anfangs leicht skeptisch dem Konzept gegenüberstand, so haben die Gerichte gezeigt, dass sich auch bei einer simplen Wurst die Qualität deutlich abhebt. Es macht Spaß und weckt Interesse verrückte Saucen und Currys auszuprobieren. Wenn jetzt noch die Currywurst im Durchmesser etwas wächst, würde ich sagen: “ Was will man mehr von einem Imbiss?“.

bratar GmbH & Co. KG

Hackerbrücke 4
80335 München

Advertisements

~ von budisfoodblog - August 1, 2011.

2 Antworten to “Bratar: Edelimbiss aus München”

  1. …es gab mal ein ähnliches Konzept in Stuttgart, hat dann aber recht schnell wieder geschlossen.

    • Das glaube ich sofort. Ich weiß nicht so recht, woran es liegen mag. Jedenfalls dominieren hier allgemein in BaWü triste Dönerbuden das Fastfoodbild. Auch in kleineren Städten habe ich schon oft mitbekommen, wie der Versuch, Konkurenz mit Würstchen und Co. zu machen, nach wenigen Monaten in die Hose gegangen ist.

      Dabei ist eine ordentliche Currywurst, hier wirklich etwas, dass ich sehr vermisse. Dieses Würstchen Zeugs, dass den halben Tag unter der Wärmelampe beim Metzger oder den Grillhähnchenwägen liegt, kann man ja total vergessen.

      In Stuttgart gab es auch in der „Fressgasse“ einen Stand, der ausschließlich Fritten und Country Potatoes verkauft hat. Lieg eigentlich ziemlich gut – hat dann aber auch geschlossen. Da hätte man aber viel mehr rausholen können, aus diesem Konzept.

      Eigentlich liegt ja auf der Hand, dass Currywürste und Co. geradezu prädestiniert sind, minderwertige Qualität zu vertuschen und unterzubringen. Man muss ja auch zugeben, dass die würzigen Saucen, das Fleisch schon stark untergehen lassen. Trotzdem schmeckt man den Unterschied. Warum es im Schwabenländle nicht ankommt. Vielleicht, eben gerade weil es nicht München ist. Der Schwabe ist froh, wenn er mal ne Currywurst bekommt, da will er gar nicht zwischen 7 Dips unterscheiden und Iberico Schwein sagt dann vielleicht auch nicht jedem etwas. Die Münchner sind da vielleicht verspielter – und in Berlin (mal abgesehen von der Kultur) läuft ja nur noch etwas, das ein einzigartiges Konzept hat. Die Berliner wollen staunen, neues – hier bei „uns“ klappt das irgendwie nicht.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: