Cafe Central, Wien


Das Cafe Central befindet sich im Ersten Bezirk Wiens, in der Herrengasse. Früher einer der bekanntesten und wichtigsten Treffpunkte – heute glanzloser Touristentreffpunkt?

Genau dieser Frage wollte ich nachgehen und wurde teilweise ziemlich positiv überrascht!

Das wirklich sehr eigenständige Café, mit der Architektur im „toskanischen Neorenaissance-Stil“, beeindruckt beim Betreten schon. Trotz der nicht allzu üblichen „Kaffe-Kuchen-Zeit“, war ich überrascht, wie voll das Café doch ist und umso glücklicher, doch noch einen Platz bekommen zu haben.

Der Service im Traditionshaus ist zuvorkommend, aufmerksam und gibt einem genügend Zeit. Neben dem prächtigen Raum, imponiert wohl besonders die Kuchentheke, welche voll mit süßenVerführungen gefüllt ist und sicher des ein oder anderen Gastes Appetit überschätzen lies.

Den Einspänner kann man hier genussvoll trinken. Der Lärmpegel ist hoch, wie er in einem Wiener Kaffehaus eben sein sollte. Zu 50% findet man hier Touristen vor. Genau so viele, wie mit Sicherheit Stammgäste. Im Vergleich zum weiteren Traditionshaus Demel, unweit entfernt, ist dies eine durchaus akzeptable Verteilung. Dem ein oder anderen mag hierbei der Charme abhanden kommen, doch man kann es den zahlreichen Touristen nicht übelnehmen, dieses Kaffehaus, welches Gäste wie S. Freud und Trotzki zu sich zählte, besuchen zu wollen. So lässt sich der Charme dieser Institution auch nur noch erahnen. Doch verblasst ist er noch nicht.

Die Cafe Central Torte ist eine typische Kalorienbombe im Stil des Sacherkults. Doch im Vergleich zu dieser, sorgt ein stark aromatisierter Zitrusteig, der auch sehr nach Zitrone duftet, für Erfrischung und macht dieses Stückchen Kuchen zu einem ganz netten, wenn auch fülligen Gericht.

Doch neben der immensen Auswahl an Kuchen, Torten und Strudeln an der Theke, gibt die Dessertkarte noch viel mehr her. Hier findet man so ziemlich alle Klassiker der Wiener Küche vor. Wer Zeit hat, kann hier herrlichen Kaiserschmarrn probieren oder eben wundervolle große Marillenknödel.

Auch der „Mohr im Hemd“ mit Schlagobers, eine klassische Nachspeise, die nahezu in jedem Restaurant Wiens anzutreffen ist (leider auch unter dieser Bezeichnung), wird hier in Perfektion serviert. Ein fülliger Schokoladengeschmack und ein Kalorienabenteuer für besonders hungrige Gäste.

So bleibt unterm Strich ein kurzweiliger Nachmittag im Café Central (und vllt. etwas Hüftspeck), eine für die Qualität noch humane Rechnung und eine überraschende Gastlichkeit, die trotz des erwartungsgemäß permanenten Touristenaufkommens, nie das Gefühl aufkommen lies, hier dank der komfortablen Position, in der sich das Haus befindet, ausgebeutet zu werden.

Cafe Central

Herrengasse 14

1010 Wien

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~ von budisfoodblog - August 31, 2011.

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