Plachutta, Wien


Das Plachutta gibt es drei Mal in Wien. Der Hauptsitz befindet sich in der Wollzeile. Das Plachutta ist mittlerweile für viele Wienbesucher eine Pflichtadresse und weit über die Grenzen Österreichs bekannt. Hier serviert man vor allem Tafelspitz und dies in Pefektion. Des weiteren gibt es hier die Wiener Küchenklassiker und fleischliches Vergnügen!

Das Restaurant ist in einem frischen grün-gelb-weißen Ton gehalten und sehr geräumig. Besonders schön ist es, hier auf der verglasten Terrasse bei schönem Wetter zu speisen und Wiener Stadtluft zu schnuppern. Das Tafelspitz-Konzept ist leicht verständlich: Man kann von der Karte  nahezu jedes Stück vom Rind auswählen. Ein Schaubild verdeutlicht, wo die Stücke liegen. Zudem wird jedes Stück Fleisch beschrieben, um die Auswahl dem Gast zu vereinfachen. So gibt es hier das Schulterscherzel (zart durchzogen, besonders saftig), den Kavaliersspitz (durchzogenes Gustostück von der Schulter) oder beispielsweise die Pökelzunge (ein zarter Genuss) als Einlage. Natürlich wird größtenteils der Tafelspitz gewählt.

Nach wenigen Minuten Wartezeit, werden dann heiße Platten aufgetischt und man kann ahnen, dass das folgende Essen viel Freude bereiten wird. Auf mehreren Kupfertöpfen wird einem das Gericht am Tisch serviert. Dies geschieht in mehreren Gängen. So gibt es zuerst eine wunderbare Suppe, mit oder ohne Einlage, wie man es eben mag. Hat man dann entschieden, genügend Suppe geschlürft zu haben, so bietet es sich beim Tafelspitz an, mit dem gereichten Schwarzbrot das Knochenmark zu essen. Dies zu probieren, möchte ich jedem ans Herz legen, denn es ist ein wahrer Genuss und wirklich schade, dass die meisten Gäste dies nur als Würzeinlage sehen.

Das Finale (vor dem süßen) bildet natürlich der Tafelspitz. Dieser wird serviert mit etwas Gemüse aus der Brühe, Rettichsoße und Apfelkren und wunderbaren Röstkartoffeln. Das Fleisch und sämtliche Beilagen sind von wunderbarer Qualität. Es ist ein wahrlicher Hochgenuss den Tafelspitz hier zu essen und man bekommt ihn selten so gut und in voller Pracht serviert, wie hier. Das Ritual, den Tafelspitz und sämtliche Rindfleischgerichte hier in mehreren Gängen am Tisch zu servieren, hat ein wunderbares Flair. Es hat ein bisschen etwas von zu Hause, wenn zum Sonntag alle am Tisch sitzen und der Festtagsbraten angeschnitten wird und sich alle an den Töpfen bedienen oder aber auch etwas zeremonielles, so wie die kaum noch anzutreffenden am Tisch flambierten Crêpes Suzettes. Das macht Laune, Spaß und regt zur Konversation an, weil alle das Essen in seiner Funktion so genießen, wie man es tun sollte: Als Treffpunkt. Man kommt hier zusammen, genießt das Essen und bespricht den Tag. Ehepaare erzählen vom Tag, Geschäftsleute besprechen Termine, Eltern reden mit ihren Kindern und Touristen planen die nächsten Aktivitäten.

Natürlich sind auch die Mehlspeisen hervorragend zubereitet, denn bei der enormen Gästekapazität muss jedes Gericht einfach höchst routiniert zubereitet werden. Die Marillenpalatschinken sind ebenso hervorragend, wie der köstliche Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröstern. Letzterer ist besonders attraktiv, da er kurz karamellisiert wurde. Viel besser kann man diesen kaum zubereiten. Es sei denn, man macht es ganz anders.

So bleibt ein fröhlicher Abend, mit einem routinierten Service, lauten Gesprächen, wunderbarem Wetter und glanzvollen Gerichten, welche die Wiener Tradition pflegen.

Das Plachutta ist eine Institution und hat seinen Namen zum Synonym für den Tafelspitz gemacht. Was will man mehr? Hier verhält es sich wohl ähnlich wie mit dem servierten Kaiserschmarrn. Es geht auf diese Art wohl kaum besser, nur ganz anders!

Plachutta Wollzeile

Wollzeile 38

1010 Wien

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~ von budisfoodblog - September 18, 2011.

4 Antworten to “Plachutta, Wien”

  1. Wow, das sieht alles ungemein köstlich aus. Die Adresse merke ich mir, wenn ich mal nach Wien komme!

  2. Den Berichten entnehme ich, dass da jemand auf einer Wien-Reise war und die Stadt auch kulinarisch näher kennengelernt hat? Tolle Berichte, tolle Bilder!

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