Meierei, Wien


Die „Meierei“ befindet sich im Stadtpark – genauer gesagt im Steirereck und damit direkt unter einer von Wiens Topadressen für kulinarische Genüsse.

Im Gegensatz zum Restaurant Steirereck, gibt es in der Meierei eine günstigere aufgelockerte Küche. Man bekommt hier eine aufgefrischte und interpretierte Wiener Küche, sowie ein einzigartiges Käseangebot. Doch dazu später.

Zunächst begeistert die Meierei durch ihre durchdesignten erfrischend lockeren Räumlichkeiten. Auf malachitfarbenem Boden stehen weiße Alumöbel, der Speiseraum wird mittels verglastem Aufgang mit der Käsetheke verbunden. Der Gast hat einen freien Blick auf den Stadtpark, dank der großzügigen Glasfront. Wer es noch luftiger mag, für den warten weitere Plätze vor der Meierei.

Die Karte bietet intelligente Wiener Gerichte, d.h. stets mit einem Hauch Moderne und Individualität serviert. Ein weiteres Schmankerl neben dem Käse,stellt die Milchkarte dar. So kann man hier Biomilch oder Ziegenmilch glasweise trinken. Sollte man hiermit keinen Genuss haben, so erweitert Sojamilch und Reismilch die Auswahl. Für kältere Tage ist sicherlich die Lavendelmilch oder die warm servierte Milch mit Bitterschokolade Orange & Ingwer durchaus probierenswert.

Für den warmen Mittag stellte ich mir drei Gänge zusammen und erschien pünktlich (auch dazu später). In der Meierei sind es vor allem die kleinen Dinge, die das Restaurant zu etwas ganz eigenem und besuchenswertem machen. So wurde zum knusprigen Brot neben normaler Butter noch eine Walnusssbutter gereicht.

Die Tagessuppe war eine Steinpilzsuppe mit einem Gänseleber-Tascherl, warmen Apfel und Kroutons. Ein wunderbares Gericht mit leichten Tendenzen zur Sterneküche. Das Gericht hat alles, was eine gute Suppe benötigt um zu faszinieren. Die Aromen des Steinpilzes waren klar herausgearbeitet, die nötige Struktur bekommt der Gang durch die knusprigen Kroutons und der Gänseleber-Raviolo harmoniert in klassischer Verbindung zum Apfel, wodurch die nötige Komplexität in das Gericht gestreut wird. Trotzdem brillieren hier klare Aromen, dank perfekter Abstimmung.

Der nächste Gang findet Anlehnung an einen großen Klassiker des Steirerecks. Nämlich den „Steirereck Gulasch“. Hier wurde anderes Fleisch serviert, doch der Aufbau müsste gleich sein. So werden zum Gulasch noch gebratene Semmel-Lauch-Rouladen serviert. Das Gulasch wird hier in Perfektion serviert und selbst in Budapest habe ich selten gleichwertiges serviert bekommen. Das typische Gulasch wird hier durch die knusprigen Semmel-Lauch-Rouladen saniert. Dies verleiht dem Hauptgang mehr Komplexität. Der Kontrast  der krossen, aber im Kern weichen und schmackhaften Roulade gelingt mit den unglaublich zarten Fleischstücken. All dies erfähr aber erst höchste Weihen durch die dickflüssige würzig-scharfe Soße.

Doch nun zum Käseangebot. Denn dies ist in Wien einzigartig. In der Meierei bekommt man aus den verschiedensten Ländern über 120 Käsesorten. Wer die Qual der Wahl nicht aushalten kann, dem wird mit dem Käselexikon geholfen. Noch einfacher kann man es sich machen, die Auswahl dem Käsesommelier zu überlassen. Es gibt außerdem bereits fertige Auswahlen, wie z.b. eine Käsereise durch die Steirermark.

Den wunderbaren Käse bekommt man dann, ähnlich wie im besternten Steirereckrestaurant, mit kleinen Kärtchen anbei serviert. Hier stehen sämtliche Informationen zum Käse und laden zur aufmerksamen Verkostung ein.

Doch dies ist nicht das letzte Highlight, denn wie bereits erwähnt, lohnt es sich hier bedacht zu reservieren. Dies liegt nicht an dem überfüllten Restaurant, sondern viel mehr an den prächtigen und verlockenden Süßspeisen. Denn pünktlich um 13, sowie um 14 Uhr, hat man das Vergnügen ofenfrischen Strudel bestellen zu können. Dieses sinnliche Vergnügen muss wahrscheinlich nicht weiter ausgeführt werden. Wo, außer zu Hause bei Omi, hat man heute noch diese herrliche Möglichkeit? Neben dem wunderbaren Strudel, gibt es hier natürlich auch weitere Wiener Klassiker der Mehlspeisen. Angeblich soll der Kaiserschmarrn hier der beste Wiens sein. Doch diesen sollte man bestenfalls bereits zum Hauptgang bestellen, da er circa eine halbe Stunde benötigt.

Der Service in der Meierei ist bestens geschult – doch was soll man auch erwarten, bei einem Restaurant aus diesem Hause?

Mit der Meierei ist hier ein herrlich individuelles Restaurant entstanden. Es bringt frischen Wind in die Stadt und Abwechslung zu den beliebten Speisen, die allerorts nahezu identisch serviert werden. Die bewährten Speisen bilden die Basis der Meierei und werden mit persönlicher Note zubereitet. Auf dieser Basis wird aufgebaut und so entsteht ein herrliches Konzept. Ein entspanntes und gemütliches Restaurant ohne den alten Mief.

Meierei

Steirereck im Stadtpark 

A-1030 Wien

Advertisements

~ von budisfoodblog - September 29, 2011.

4 Antworten to “Meierei, Wien”

  1. Klingt super. Nächstes Mal bin ich da 😉

  2. […] – was schreiben andere:- Die Frühstückerinnen (Februar 2011) – Mangoblüte (Juni 2011)- Budi’s foodblog (November […]

  3. […] – was schreiben andere: – Sternefressser (Mai 2012) – Budi’s Foodblog (September 2011) – Mangoblüte (März 2012) – NYEsskapaden (Januar 2012) Restaurant Meierei (Steirereck) Am […]

  4. […] Budi’s foodblog (November 2011) […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: