Mosel: Immich-Batterieberg Escheburg Riesling 2009


Über eine Empfehlung bin ich auf dieses Weingut aufmerksam gemacht worden und musste mir hiervon sofort einen eigenen Eindruck verschaffen.

Denn die Fakten machen neugierig:

Das Weingut aus der Mosel, mit einer beinahe ähnlich kleinen Fläche, wie das Weingut Egon Müller. Seit 2009 leitet Gernot Kollmann den Betrieb und ist auch Kellermeister. Er hat sein Studium der Weinbetriebswirtschaft in Heilbronn absolviert und bei Van Volxem in ähnlicher Position gearbeitet. Die Weine entstehen ohne Reinzuchthefen, Klärhilfen oder Ähnlichem und werden aus Trauben von im Durchschnitt 60 Jahre alten Reben gewonnen. Die Lese erfolgt relativ spät.

Allein das weckt schon ungemeines Interesse.

Das sich wie bei Van Volxem oder E. Müller über die ganze Flasche streckende Logo, wirkt vorerst „auf modern getrimmt“, wenn man nichts über den Ursprung des Weinguts weiß. Denn diese gab es so schon seit dem mittleren 19. Jahrhundert. Von Carl August Immich wurde so ein Weinberg mit Sprengladungen versehen, bis dieser eine seiner Meinung nach, optimale Neigung bekommen habe. Heute kennen wir diese Lage als „Batterieberg“. Und genau deshalb zieren zwei Engel, die mit einer aus einer Weinfalsche bestehenden Kanone, den „Batterieberg“ formen, das Etikett des Weinguts.

Als ich den Wein am ersten Abend verkostet habe, präsentierte sich die Nase nicht nur sehr verschlossen. Der Riesling gab auch noch leicht müffig stechende Noten ab, woraufhin ich zunächst auf einen fehlerhaften Wein tippte, bis ich den ersten Schluck nahm.

Am Gaumen entfaltete sich hier nämlich sofort eine elegante Süße, welche pure Exotik von Orangen, Ananas und leicht karamellisierten Aprikosen transportierte. Dann breitete sich auch schon die minerale Seite des Rieslings aus, gepaart mit einer umschlingenden Säure im Abgang, die kaum nachzulassen schien. Erstaunlich wie sehr bei diesem Wein das Geschmacksspektrum wechselt und verschiedene Impressionen erweckt. Der Wein ist leicht und frisch und dank seiner Jugend noch schön spritzig. Er besitzt eine schon leicht cremige Konsistenz.

Dass die neuen Immich-Batterieberg Weine tatsächlich Luft brauchen, hat dieser Wein am nächsten Tag bewiesen. Hier scheint die etwas stechende Duftnote verblasst zu sein. Der Riesling zeigt sich nun auch schon geruchlich aufblühender. Insgesamt hat der Wein nach dem Atmen nun etwas mehr „Kraft“. Der Wein besitzt eine moseltypische Restsüße, die hier sehr gut ausbalanciert wird und der Mineralität und Filigranität mehr Raum gibt.

Am ersten Tag harmonisch zum Kabeljau und Kartoffel-Gurkensalat, am nächsten beeindruckend und verführerisch zum Süßkartoffel Curry mit Cashewnüssen, Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und Reis.

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~ von budisfoodblog - Oktober 16, 2011.

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