Braufactum – feine Bierkultur


Die Braufactum-Biere hat der ein oder andere sicherlich schon in letzter Zeit mal gesehen. Doch war vielen das Konzept dahinter sicherlich nicht bekannt. So erging es auch mir. Um so mehr freue ich mich, die Biere und das Unternehmen dahinter mal genauer vorzustellen.

Braufactum ist ein ganz junges Unternehmen. Genauer gesagt gibt es die Braufactum GmbH erst seit 2009. Hinter diesem Name verbirgt sich keine reine Brauerei!

Braufactum ist ein bisschen so was, wie der Robert Parker, der auf der ganzen Welt die interessantesten Weine verkostet und zusammenstellen will, nur als Unternehmen. Zudem braut Braufactum 9 Sorten selbst in Deutschland. Die Eigenkreationen werden unter dem „Braufactum-Label“ vertrieben.

Braufactum hat über 30 verschiedene Kreationen im Sortiment und richtet sich an interessierte und aufgeschlossene Leute, die das Produkt Bier fernab von festgefahrenen Wegen neu entdecken wollen.

Man findet im Sortiment fast völlig vergessene Biere genau so, wie hierzulande absolut unbekannte Biere ausländischer Brauereien, wie z.b. spontanvergärtes Lambic. Dabei ist man versucht dem Bier einen neuen Stellenwert zu geben, dem Wein gleichzustellen. Die verschiedenen Geschmäcker des internationalen Biere werden einem mit ausführlichen Verkostungsnotizen beschrieben und kommen in weinähnlichen Flaschen daher.

Es gibt auch ein spezielles Verkostungsglas, was natürlich Sinn macht, da man die meist neuartigen Biere ja verkosten will und sich erst an die Einzelheiten des Bieres herantasten muss. Die Gläser sind funktionell, für meinen Geschmack aber etwas zu robust (wobei dies teilweise zum Bier passt) und einfach verarbeitet – vielleicht kommt hier aber nur mein Glasfetisch durch…

Mein erstes verkostetes Bier war das „Progusta“, ein Bitter, welches im Stile der klassischen India Pale Ales gebraut wurde.

Es besteht aus Wasser, Gerstenmalz und Hopfen. Traditionell hat das Bier einen großen Hopfenanteil und eine hohe Stammwürze, da das Bier den langen Seeweg nach Indien überstehen musste.

Das Bier hat einen Alkoholgehalt von 6,8% vol. und einen Bernstein-orangenen bis leicht rötlichen Farbton. Der Schaum ist nicht all zu stark ausgeprägt aber relativ dicht. An der Nase strömen mir Südfrüchte entgegen. Vor allem erinnert mich der Geruch an Papaya und etwas an Mango und Aprikose. Das Bier hat eine überraschende Fruchtigkeit, die vom bitteren Abgang ausgeglichen wird und einen so immer wieder nach einem neuen Schluck dürsten lässt.

Ein sehr animierendes Bier, welches in der Tat einen gelungenen Aperitiv darstellt.

Außerdem importiert Braufactum Biere ausländischer Brauereien unter dem eigenen Namen, die dann ein „Imported Original“-Label tragen.

Bei den Bieren handelt es sich um originale und unbehandelte Produkte, die dank einer speziellen Kühlkette in Deutschland genossen werden können. Darunter sind z.b.die „Brooklyn Brewery“ aus den USA, „Marston‘s“ aus GB oder aus Belgien „Palm Breweries“ und „Rodenbach“.

Mein hierzu verkostetes Bier stammt aus Italien von der Brauerei „Birra Baladin“, die seit 1995 besteht.

Es handelt sich hierbei um ein Gewürzbier, bei dem Gewürze mitvergoren werden um eine würzige Note zu bekommen. Das Bier hat ebenfalls 6,8%vol. und besteht nun aus Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Kamut (einer altägyptischen Weizensorte), einer Gewürzmischung, Hopfen, Kandiszucker und Hefe.

Das Bier „Nora“ hat einen trüben gold-orangenen Farbton, sehr wenig Schaum und besticht vor allem durch seinen Hefeton. Es sieht nicht nur aus wie ein Weißbier, sonder schmeckt auch ähnlich, ist dafür aber viel leichter. Das Gewürzbier riecht etwas nach Banane, ansonsten überwiegt er Hefeton. Ein rundes und vollmundiges Bier, das von einer markanten Würze begleitet wird.

Insgesamt haben mich die verkosteten Produkte positiv überzeugt. Es wurde klar, wie unterschiedlich das Produkt Bier sein kann und das es sich vor allem in Deutschland um ein leicht unterschätztes Produkt handelt.

An den Produkten fasziniert vor allem die breite Produktpalette und der Hauptspaß besteht darin aus einer breiten Palette völlig verschiedene Produkte für sich zu entdecken.

Man muss sagen, dass Braufactum an sich nichts neues macht, denn dem aufmerksamen Bierfreund sind die großartigen Bierstile und ausländischen Brauereien längst bekannt (ich habe letztens über Bier von Cantillon berichtet), doch man sollte die Arbeit und den Gedanken schätzen, den das Unternehmen hat.

Ich bin sehr gespannt ob es Braufactum gelingt, seine Biere einer großen Masse näherzubringen und ein neues Verständnis von Bier zu schaffen.

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~ von budisfoodblog - Februar 24, 2012.

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