VDP-Rheingau Weinpräsentation im Kloster Eberbach


Am 26. Februar fand im Rahmen des 16. „Rheingau Gourmet & Wein Festival“, das noch bis zum 7. März andauert und ein breitgefächtertes Spektrum hat, eine großangelegte Verkostung statt.

Im Kloster Eberbach hatte man die Möglichkeit eine Vielzahl an VDP-Winzern zu begegnen und sich so ein Bild vom aktuellen Stand des Rheingaus zu machen.

Der Artikel soll nur einen kleinen Einblick in die Verkostung geben.

Natürlich standen die Charta-Weine der verschiedenen Winzer im Fokus. Charta heißt 100% Riesling und soll dem Rheingau ein einheitliches Bild geben das auf den besten Lagen basiert. Man erkennt die Weine an den drei romanischen Bögen, die meistens die Kapsel der Weinflaschen zieren.

Auch wenn sich kein all zu klares Bild abzeichnete, was in der ziemlich freien Interpretation eines trockenen Stils lag, stach hier für mich der Charta-Riesling Kabinett von Baron Knyphausen aus Erbach hervor. Der 2010er Riesling wurde aber übertrumpft vom Ersten Gewächs aus selbigem Haus. Der 2010er Riesling „Erbach Michelmark“ zeigt schon jetzt wahre Größe in Form von Komplexität, Frucht und Mineralität. Großer Riesling mit intensiver Frucht und Dichte.

Ebenfalls glänzen konnte das Weingut Leitz aus Rüdesheim. Neben einem grandiosen Eiswein (Riesling,Geisenheimer Rothenberg, 2010) fasziniert der 2010er Riesling (trocken) vom Rüdesheimer Berg. Der Wein hat Länge und wird im Mund mit Luft zunehmend komplexer. Ein wunderbarer Riesling mit feiner Mineralität und voller Frucht. Hier ist das Stichwort wohl kühle Eleganz anstatt Opulenz, denn der Wein zeigt sich geradlinig und klar, ohne an Vielfalt zu sparen.

Bemerkenswerten Wein gab es auch vom Weingut „Prinz von Hessen“ aus Johannisberg. Hier wurde ein Erstes Gewächs (Johannisberg Klaus Riesling) aus 2010 im Vergleich zum gereiften (und ab Hof noch vorhandenen) Wein aus 2002 gereicht. Während der junge Riesling noch deutlich von breiter Süße gekennzeichnet ist und wenig Eleganz zeigt, präsentiert sich der 2002er Riesling mit wunderbaren Reifenoten.

Selbstverständlich war auch „Robert Weil“ vertreten. Hier wurden Charta Riesling 2010 und der trockene Riesling vom Kiedricher Gräfenberg aus 2010 angeboten. Mit beiden Weinen kann ich leider momentan nichts anfangen. Interessanter war da die 2010er Auslese vom Kiedricher Gräfenberg, die zwar an der Nase kaum vorhanden war aber am Gaumen schon Kraft zeigte. Der Wein muss selbstverständlich noch Jahre reifen um volles Potential zu zeigen.

Der bei Peter Jakob Kühn (Oestrich) probierte Oestrich Doosberg Riesling aus 2010 zeigte sich noch extrem verschlossen. Hier blieb die Frucht beinahe völlig aus. Ein Wein der sicherlich noch lange liegen muss.

Zu den grandiosesten Gewächsen der Verkostung zählte ebenfalls von P.J. Kühn eine 2010er Beerenauslese vom Oestrich Lenchen. Für mich das Highlight der Verkostung. Ein unglaublich vielschichtiger, erfrischender, animierender und komplexer Süßwein, der durch seine schimmligen Dörrobstnoten glänzt. Die Halbflasche bekommt man ab Gut für etwa 65€.

Insgesamt eine lehrreiche Probe, bei der aber auch viele durchschnittliche Weine präsentiert wurden. Den kühlen Stil des Rheingaus konnte man hier ausführlich für sich entdecken.

Enttäuschend waren durch die Bank die roten Gewächse. Hier bleibt mir kein Wein in Erinnerung.

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~ von budisfoodblog - Februar 27, 2012.

2 Antworten to “VDP-Rheingau Weinpräsentation im Kloster Eberbach”

  1. …ein schöner Bericht. ich war früher häufiger bei diesem Event in Kloster Eberbach zu Gast. Was war mit Querbach, Spreitzer, Jung und Prinz, um nur einige der interessanteren Rheingauer Winzer anzusprechen? Und die 20 Südtiroler Güter?

    • Südtirol habe ich komplett verkostet, nur da halte ich mich etwas zurück, weil mir die Erfahrung fehlt. Aber ehrlich gesagt wurde Südtirol eher nur so „angehängt“ und nicht so aufmerksam verkostet, wie der Rheingau.

      Zu Querbach habe ich mir nichts notiert, bei Spreitzer war ich zuerst und könnte noch den „Rosengarten“ Oestrich Lenchen Riesling (Erstes Gewächs) aus 2010 empfehlen, nur habe ich auch hierzu nicht all zu viel notiert.
      Bei Prinz gehörte ein Spätburgunder dazu, der für mich persönlich sehr durchschnittlich war (wie alle Rotweine dieser Verkostung).
      Jakob Jung ist mir auch nicht so im Gedächtnis geblieben , was nichts schlechtes heißen muss. Die hier genannten Weine waren eben jenige, die ich hervorheben würde und die mir besonders gefallen haben.
      Aber es ist ja auch nur ein kleiner Artikel mit kurzen Eindrücken! 🙂

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