Loire-Verkostung (Weinhandlung Kreis/ Stuttgart)


Am 27. Februar hatte man in der Weinhandlung Kreis in Stuttgart, die Möglichkeit sich einen Einblick in eine hierzulande eher unterschätzte Weinregion zu verschaffen: Die Loire.

Vorgestellt wurden 24 Vertreter, darunter waren Schaumweine, Weißweine und Rotweine aus nahezu allen wichtigen Appellationen.

Insgesamt wurde der leichte anregende und Säuregeprägte Stil der Loire deutlich. Ein facettenreiches Anbaugebiet mit zudem herausragenden Preisleistungsverhältnis.

Aus dem wunderschönen Vouvray gefiel mir ein Brut nach der méthode traditionnelle hergestellter Schaumwein von der Domaine des Aubuisières.

Ein nach Äpfeln duftender, fruchtiger Schaumwein mit leichten floralen Noten, der sich sehr klar und präzise ausdrückt. Bei einem Preis von gerade einmal 10€ kann man hier nicht viel falsch machen!

Ebenfalls aus Vouvray stammt mein persönliches Highlight des Abend: Ein Vouray sec Le Mont von der Domaine Huet.

Dieser 2010er duftet nach grüner Birne, etwas Mirabelle und entfaltet sein Aroma unglaublich lange im Mund. Der Wein wirkt saftig, frisch, leicht und voller Energie und strahlt eine pure Eleganz aus.

Einlagern und sich in ein paar Jahren an einem faszinierenden Chenin blanc erfreuen!

Unter den Muscadets überzeugte aus 2010 von den Domaines Landron der „Muscadet de Sèvre et Maine sur Lie Fief de Breil“. Dieser Muscadet war im Vergleich zum leichteren Muscadet Amphibolite Nature von selbigem Erzeuger komplexer, was auch auf den längeren Kontakt mit der Hefe zurückzuführen ist. Der Wein wirkte somit etwas frischer. Ihn zeichnet eine leichte Kohlensäure aus, leichte Salzigkeit, eine sich langstreckende feine Säure und volle Aromatik. Ein wunderbarer Begleiter der Meeresküche für kleines Geld!

Aus Saumur gab es einen wunderbaren weißen Vertreter der Domaine des Roches Neuves aus 2010.Die Domaine hat 21ha Rebfläche und produziert sowohl Chenin blanc als auch Cabernet Franc. Der L’Insolite zeigt Holz und Mineralität mit Rasse, ohne dabei die Frucht zu vergessen. Im Abgang zieht sich eine verführerische Bittermandelnote durch.

Weniger konnte ich mit dem Weinstil von Pithon-Paillé anfangen. Der Anjou Chenin blanc Mozïk 2009 verwirrte mich mit seiner oxidierten Art. Möglicherweise war die Flasche auch fehlerhaft. Aber auch der Anjou blanc von der Coteau des Treilles aus 2009 hatte aus meiner Sicht nur viel Holz, Rauch und einen breiten fetten Stil ohne Frucht übrig. Der Wein wirkte sehr zugeknöpft und anstrengend. Sein 2009er Savennières fällt auch sehr rauchig aus und erinnerte mich nicht an den von mir bevorzugten Stil. Ein Winzer mit dem ich wohl nicht warm werde oder noch nichts anfangen kann. Vielleicht brauchen die Weine aber auch einfach noch mehr Zeit!

Ein faszinierender Wein aus Sancerre war ebenfalls anzutreffen. Der Sauvignon blanc von der Domaine Henry Pellé füllt einen verführerischen „La Croix au Garde“ aus 2010 ab. In der Nase duftet der Wein leicht süßlich nach Walderdbeeren und wirkt filigran und leicht. Am Gaumen hat man dann einen im Kontrast knochentrockenen säuregeprägten Wein mit starkem Nachhall und einer leichten Bitterkeit. Einer der Weine, bei denen man schwer das Glas wegstellen kann.

Bei den Roten Gewächsen sollte man den Saumur-Champigny der Domaine des Roches Neuves (2010) hervorheben. Der Wein beansprucht das Portmonne mit nur 11€. Man bekommt als Gegenwert einen trinkreifen fruchtigen Rotwein mit füllespendenden Tanninen und attraktivem Bukett.

Aus 2000 war ebenfalls von der Domaine des Roches Neuves  die Cuvée Marginale, ein Saumur-Champigny vertreten. Der Wein trinkt sich momentan wunderbar, zeigt saftige Aromen von Kirsche und runde ausgewogene Tannine. Der Wein hat die gewisse Würzigkeit. Ein delikates Gewächs!

Von Philippe Alliet bleibt mir der Chinon Coteau de Noiré aus 2009 im Gedächtnis. Er präsentiert sich feiner als der Vieilles Vignes, bleibt aber im Grundton ein kraftvoller rauer Wein mit Fülle.

Die Weine im Überblick:

Schaumwein:

-Vouvray Brut Méthode Traditionnelle, Domaine des Aubuisières (10€)

Weißwein:

– 2010, Muscadet de Sèvre et Maine sur Lie Fief de Breil, Domaines Landron (11,30€)

-2010, Vouvray sec le Mont, Domaine Huet (21€)

-2010 Saumur blanc L’Insolite, Domaine des Roches Neuves (19,10€)

-2010, Sancerre „La Croix au Garde“, Domaine Henry Pellé (15,90€)

Rotwein:

-2010, Saumur-Champigny, Domaine des Roches Neuves (11€)

-2000, Saumur-Champigny, Cuvée Marginale, Domaine des Roches Neuves (24,80€)

2009, Chinon Coteau de Noiré, Domaine Philippe Alliet (25,30€)

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~ von budisfoodblog - Februar 28, 2012.

2 Antworten to “Loire-Verkostung (Weinhandlung Kreis/ Stuttgart)”

  1. Erst einmal ein großes Lob für den wundervollen Blog.

    Lasse mir ebenfalls kaum eine Probe bei Wein Kreis entgehen und bin froh, dass wir hier in Stuttgart einen solchen Weinhändler vor Ort haben. Auch die Loireprobe bestätigt erneut das ausgefallene und hochwertige Sortiment.

    Der Vouvray Brut ist bereits seit Jahren die „Hausmarke“ von meiner Frau und mir. Besonders im Sommer für die Terasse ein genialer Sekt.

    Ebenfalls meine Entdeckung des Abends war der Vouvray sec le Mont der Domaine Huet. Elegant nach Honig und Blüten und traumhaft lang.

    Pithon-Paille ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Mir haben aber alle drei Weine gefallen, wenngleich sicherlich der Holzeinsatz und die Schwere bei den beiden teureren Weinen nicht jedermanns Sache ist.

    Absolut gewöhnungsbedürftig hingegen für mich der rote Saumur von Roches Neuves. Fruchtbetontes, unwirkliches Kirschbonbon: nicht mein Ding. Absolut verblüffend dann übrigens der unheimliche Qualitätssprung zwischen den beiden Cuvees Marginale von derselben Domaine; der 2000er flach, breit und ausglutscht – der 2008er hingegen ein eleganter, straffer, gehaltvoller Spitzenwein. Schön, wenn man verfolgen kann, dass ein Betrieb sich dermaßen zum positiven weiterentwickelt.

    Alliet schließlich ist schon seit geraumer Zeit einer meiner Geheimtipps. Die 2009er sind die besten, die ich bisher probieren konnte. Für meinen Geschmack ist der CdN sicherlich der konzentriertere, gehaltvollere und lagherfähigere Wein. Aber ich fahre auf den VV ab, der ein super PLV bietet. Schwarzkirsche, feine Gerbstoffe, Eleganz. Lagerfähigkeit inklusive.

    Positiv zu erwähnen ist sicherlich auch Pelle. Auch der von Jahr zu Jahr immer noch besser werdend. Mir gefallen beide Stile, der knochentrockene Croix, noch besser aber der gehaltvollere, pikant-elegante Clos de Blanchais . Für mich eine Bombe, wahnsinnig trinkanimierend!

    Bis zur nächsten Verkostung!

    Tom

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