Pfalz-Exkursion: Weingut Siener


Mit dem dritten Teil endet nun die kleine Pfalz-Exkursion. Dabei stelle ich Euch das Weingut Siener aus Birkweiler vor.

Peter Siener, der Inhaber des Weingutes ist manchen vielleicht deshalb bekannt, weil er zur Südpfalz-Connection gehört. Er ist 2000 in den elterlichen Betrieb eingestiegen, welches mittlerweile ca. 11ha fasst.

Die Philosophie von Peter Siener besteht unter anderem darin, die Weine im Keller nur noch zu begleiten. Somit entsteht die Hauptarbeit im Weinberg selbst.

Im neuen Verkostungsraum des Weingutes, der sich sich geradlinig und modern zeigt, konnte ich die Weine genießen. Zuerst wurden ein paar Gutsweine aus 2010 präsentiert.

Hierunter gab es z.b. den 2010er Riesling trocken „Rotliegendes“, welcher sich geradlinig, präzise und äußerst frisch präsentiert. Den Riesling zeichnet momentan eine saftige Frucht aus, wenngleich der Abgang sich ein wenig voluminöser gestalten könnte.

Der Weisse Burgunder (trocken) aus 2010 ist geprägt von einer fruchtigen Nase mit frischen Zitrusanklängen. Am Gaumen zeigt er sich leicht würzig, mit Schmelz und einer sehr hohen Säure.

Während sich die Gutsweine einfach und geradlinig zeigen, erlebe ich mit den Ortsweinen eine enorme Steigerung.

Der 2009er Riesling (trocken) vom Birkweiler Kastanienbusch Taschberg weckt meine Aufmerksamkeit. Dieser Riesling zeigt sich fruchtig und cremiger als der Gutsriesling. Im Vergleich scheint die Säure hier feiner eingegliedert und auch etwas niedriger. Die herbe Nase passt zum straffen Riesling mit packendem Abgang. Ein sehr gelungener Riesling mit Substanz!

Im Vergleich zeigt sich der 2010er Taschberg Riesling runder und etwas weicher. Hier wurden die Trauben etwas länger hängen gelassen. Schaut man sich die Daten an, fällt der Unterschied sofort auf. Der Riesling aus 2009 hat bei 12,5%vol. einen Restzuckergehalt von 6,2. Im Gegensatz dazu, trumpft der Jahrgang 2010 mit 12,2g auf.

Die zensierte Bezeichnung „T—-b–g“ auf dem Etikett, soll den Ursprung des Weines genauer definieren, was jedoch nicht genehmigt wurde, da der Taschberg keine offizielle Parzelle darstellt. Bei einer Größe von ca 70ha erscheint dies jedem Weintrinker   offensichtlich, dass es hier intern Qualitäts – oder zumindest Geschmacksunterschiede geben kann. Das Weingesetz sieht dies offensichtlich anders.

Die Jahrgänge 09/10 beim Leinsweiler Sonnenberg Riesling (trocken) zeigen sich momentan so, dass der 2010er Riesling etwas leichter wirkt, während der Sonnenberg aus 2009 sich kräftig zeigt und in der Nase schon präsent ist.

Das Riesling-Highlight bei Siener bildet für mich momentan der 2010er Birkweiler Kastanienbusch „Schiefer“. Dieser Riesling besitzt eine wunderbare Dichte. Am Gaumen zeigt sich der Riesling komplex, so wie er auch im Abgang ist. Ein fantastischer Wein, der vielleicht in zwei Jahren erst so richtig auf dem Höhepunkt ist.

Mindestens ebenbürtig ist dem Riesling der Weisse Burgunder vom Birkweiler Mandelberg aus 2010.

Der Mandelberg zeigt sich im Glas mit einem blassen Hellgelb. In der Nase offebaren sich Kräuter  aber auch Zitrusnoten und Kernobst. Am Gaumen hat man dann einen runden und vollen Weissen Burgunder mit viel Schmelz und einer aimierenden Würzigkeit. Der Wein ist vielschichtig und hat im Abgang eine schöne Tiefe.

Eine Offenbarung waren auch die Rotweine von Siener:

Auch hier hatte man wieder die Möglichkeit zwei Jahrgänge zu vergleichen. Bei den Spätburgundern waren dies 2008 und 2009.

Der 2008er Birkweiler Kastanienbusch zeigt sich knackig und frisch mit ausgeprägter Kirschnote, die mit leicht erdigen-kräuterigen Noten an Komplexität gewinnt und mit einer feinen Holznote enorme Eleganz erzeugt. Auch der Jahrgang 2009 ist äußerst gelungen und verfolgt eine etwas andere aber nicht minderwertigere Stilistik. 2008 macht schon sehr viel Spaß, wenn 2009 mehr Potential zum Lagern aufweist.

Zu den absolut charismatischen Spätburgundern gehört definitiv der Gräfenhauser Spätburgunder aus 2008.

Dieser Wein gehört nicht direkt ins Siener Portfolio, sondern ist ein gemeinsam erzeugter Wein der Südpfalzconnection.

Der Wein hat ein relativ helles Kirschrot und riecht etwas rauchig nach Feuerwerkskörpern an Silvester. Am Gaumen präsentiert sich der Wein nicht, sondern wirkt schüchtern und zurückhaltend. Es handelt sich um einen feinen Spätburgunder, der auf vordergründige Holzaromatik verzichtet.

Unterm Strich bleiben wunderbare Weine, die ich nur weiterempfehlen kann. Während die Gutsweine einen einfacheren und vielleicht üblicheren Stil vertreten, kann man mit den Sienerschen Ortsweinen schon sehr viel Spaß haben. Die als „Beste-Lagen-Weine“ bezeichneten Gewächse sind von meisterhafter Qualität. Dabei bleibt das Preisniveau nicht günstig aber angemessen. Man bekommt hier fantastische Weine als Gegenwert und kann weitaus uninteressantere Gewächse in diesem Preissegment trinken.

Die Weine vom Kastanienbusch, als auch der Weisse Burgunder vom Mandelberg stellen die Spitze dar und sind auch jetzt sehr zugänglich.

Hier noch ein paar Eindrücke vom Birkweiler „Keschdebusch“:

Hier im Birkweiler Kastanienbusch, welcher zu großen Teilen dem Weingut gehört, werden die großen Rieslinge und Spätburgunder gewonnen. Die Lage ist die vermutlich beste in Birkweil und wird teilweise tropfbewässert.

Seinen Namen verdankt die Lage den vielen Kastanienbüschen, die hier in der Gegend wachsen. Der Kastanienbusch liegt in einem wunderschönen Talkessel und ist mit ca 70ha enorm groß.

Die Böden der großen Lage sind nicht gleich. Rotliegendes mit Schiefer und rote, sowie gelbe Sandsteinverwitterungsböden  prägen die Lage auf der Riesling, Spätburgunder und weitere Sorten wachsen.

Weingut Siener| Weinstraße 31| D-76831 Birkweiler

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~ von budisfoodblog - April 18, 2012.

Eine Antwort to “Pfalz-Exkursion: Weingut Siener”

  1. […] Im vergangenen Jahr habe ich in der Pfalz einige Weingüter besucht und Weine verkostet. Durch einen Freund bin ich auch auf das Weingut Siener gestoßen und habe darüber mit großer Begeisterung berichtet (-> Klick). […]

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