Elsass: Besuch der Distillerie Jean-Paul Metté


Wer im Elsass aufregende kulinarische Dinge erleben will oder Weingüter abklappert, sollte sich einen Besuch in Ribeauvillé bei Jean-Paul Metté nicht entgehen lassen.

Hier findet sich eine erstklassige Distillerie, die mit Passion und gekonntem Handwerk herausragende Spirituosen fertigt.

Philippe Traber, der Patensohn des Gründers Jean-Paul Metté ist das Gesicht des Hauses. Seit über 25 Jahren kreiert er hier schon Brände mit Hilfe seiner kleinen Kupferbrennkessel. Knapp über 100 verschiedene Eau de Vies und Liköre befinden sich im Sortiment.

Die kompromisslose Qualität beginnt vor allem bei der Lieferung und Auswahl des Obstes. Hier fordert Philippe möglichst kleine Körbe an, um eine größtmögliche Reife und Frische der Früchte zu bekommen und die Qualität kontrollieren zu können. Dabei kann schon auch mal eine schlechte Lieferung zurückgehen. Doch die Lieferanten kennen Philippe und somit kam dies bislang nicht oft vor.

Das Obst wird möglichst regional angefordert, soweit dies bei der großen Auwahl möglich ist.

Die in den Kupferkesseln gebrannten Brände lagern dann alle für mindestens sechs Jahre bei Philippe in Stahltanks um dort zu reifen und feiner zu werden. Ein weiterer wichtiger Qualitätsfaktor ist die permanente und höchst penible Reinigung der Kupferkessel.

Die kleine Brennkammer mit der Doppelbrandanlage

Hier zieht gerade ein Mandarinenbrand in der gekühlten Stahlwanne

In den Tanks reifen die Brände für mindestens sechs Jahre

Etikettierung und Abfüllung findet im eigenen Haus statt

Kürzlich hat Philippe die Etiketten seiner Spirituosen einer Modernisierung unterzogen. Dabei wirken die Etiketten schlanker, geradliniger und entstaubt. Unter Liebhabern hat dies in den vergangenen Monaten zu zahlreichen Diskusionen geführt und so ganz scheint Philippe auch nicht vom modern angehauchten Etikett zu sein. Doch eine Wiedereinführung kommt nicht in Frage. Für Philippe war dies ein klarer Schritt nach vorne. Schließlich würden  die Leute sich ja auch nicht wundern, dass er sein Obst nicht mehr mit dem Pferdewagen geliefert bekäme.

Bei allem Mut zur Veränderung gibt sich Philippe marketingtechnisch sehr bedacht und puristisch. Aufwändige Verpackungen sind nicht sein Ding. Im Zentrum steht dasProdukt, sonst nichts.

Bei Philippe kann man selbstverständlich auch allerlei Spirituosen probieren oder besser gesagt erriechen. Er bevorzugt es nämlich, seine Abfüllungen stets blind zu servieren. Das ist in der Tat bei einem solch umfangreichen Sortiment interessant und regt die Sinne an. Neben den Klassikern wie Marillenbrand, Zwetschge und Williamsbirne, gibt es auch zahlreiche verrückte Abfüllungen bis hin zum Knoblauch- Pfeffer- oder Trüffel-Eau de Vie. Der Verkostungsraum ist eine gelungene Verbindung aus Moderne, Tradition und Handwerkskunst und spiegelt den Esprit des Hauses sehr gut wieder.

Jean-Paul Metté/ Rue des Tanneurs/ 68150 Ribeauvillé/ France

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~ von budisfoodblog - August 31, 2012.

Eine Antwort to “Elsass: Besuch der Distillerie Jean-Paul Metté”

  1. Sehr interessant !

    Gruß Michael

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