Brancaia – Rosso di Toscana IGT 1999


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Was für ein Wein!

Leute die wenig Wein trinken oder zumindest unbewusster an das Thema rangehen, haben oft eine gewisse Idealvorstellung davon, wie ein perfekter Rotwein zu sein hat. Meistens ist das dann ein fülliger, aromenkonzentrierter und dichter Stoff. Ein schwereres aber nicht erschlagendes Getränk über welches man seine Nase einen ganzen Abend lang halten kann um immer wieder und wieder neue Aromen zu entdecken. Wenn man diese Idealvorstellung auf die Spitze treibt, dann sieht man sich schon an einem langen Winterabend am Kamin sitzend im Haus.

Ich muss zugeben, so eine ähnliche Vorstellung von einem „großen Rotwein“ hatte ich auch, als ich mir meine erste Flasche Wein gekauft habe.

Genau daran musste ich denken, als ich diesen Wein im Januar im Glas hatte.

Der Brancaia (seit den neueren Jahrgängen mit dem Zusatz „Il Blu“ ) stammt aus der Toskana. Es handelt sich hierbei um eine Cuvée aus Sangiovese und Merlot. Je nach Jahrgang kann auch mal ein geringerer Anteil Cabernet Sauvignon das Duo ergänzen. In jedem Fall aber reift er in neuen und gebrauchten Fässern um dann noch einige Jahre in der Flasche zu verweilen, bevor er ausgeliefert wird. Außerdem bildet er auch das Flagschiff des Hauses.

Im Glas hat man einen tintig dichten Rotwein mit tief roten Rändern. Die Nase ist unglaublich komplex aber auch anziehend, betörend. Man findet reife dunkle Frucht genau so wie eine feine Zedernholznote und etwas schwarze Olive.

Am Gaumen zeigt sich der 1999er Brancaia wunderbar samtig. Die seidigen Tannine schmeicheln dem Gaumen und sorgen für einen angenehmen Trinkfluss. Auch hier zeigt sich wieder die Komplexität, ein wenig reife Tomaten kommen hinzu, etwas Tabak und eine feine Würzigkeit. Der Wein besitzt eine unglaubliche Tiefe und Eleganz und verliert an keiner Stelle durch seine Aromenüppigkeit an Spannung.

Dabei ist er momentan von seiner Trinkreife derartig auf dem Punkt und so komplett, dass dieser Wein in der Tat solo genossen werden kann. Er braucht kein Essen, weil er in sich so stimmig ist, dass ihn nichts ergänzen muss.

getrunken im Januar 2013, mehrere Stunden vorab geöffnet, aus dem Zalto Bordeauxglas

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~ von budisfoodblog - Februar 4, 2013.

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