Domaine de Villaine: Bouzeron Aligoté 2009


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Der Aligoté fristet im Burgund zweifelslos ein Nischendasein. Gute Lagen werden meist eher für Chardonnay oder Pinot noir verwendet, da diese Flaschen deutlich höhere Preise erzielen lassen und Rebfläche im Burgund teuer ist.

Somit gibt es wenige Winzer, die sich intensiv mit dem Aligoté auseinandersetzen. Ganz anders ist da die Domaine A. et P. de Villaine. Ganz richtig, Weinliebhaber werden es schon vermutet haben, der Name „Villaine“ steht mit niemand geringerem als Aubert de Villaine, Mitbesitzer der Domaine de la Romanée-Conti, in Verbindung.

Im lediglich 44 Hektar umfassenden Bouzeron an der Côte Chalonnaise vinifiziert Pierre de Benoist, dessen Onkel Aubert de Villaine ist, großartige Weine, die in ihrer Verbindung von Lagerfähigkeit und Erschwinglichkeit keine große Konkurrenz aufweisen.

Benoist hat sich dem Aligoté verschrieben und stellt Chardonnay und Pinot noir hinten an. Von 22 Hektar Rebfläche sind ganze 10 Aligoté.

Ich habe den Aligoté das erste Mal vor fast exakt einem Jahr verkostet. Damals ist er mir in einer Verkostung unter hochkarätigen Burgundern aufgefallen. Er besaß eine unglaublich anziehende Note von frisch geriebenen Äpfeln und glänzte durch seine Frische.

Ein Jahr später zeigt sich der Aligoté ganz anders. Er leuchtet goldgelb im Glas und ist deutlich von laktischen Noten geprägt, die sich mit Zitrus und etwas Kräutern verbinden.

Am Gaumen zeigt sich der Aligoté griffig mit markanter Säure und nussiger Aromatik. Hinzu kommt eine feine Spur Kräuter.

Es ist interessant, wie sehr sich der Wein von rassig nach breit entwickelt hat. Ich hatte aber auch das Gefühl, den Wein in einer momentan schlechteren Phase erwischt zu haben. Trotzdem muss erwähnt werden wie vielschichtig der Wein doch ist, da er sich im Glas mehrmals verändert hat und doch mehr forderte als vermutet. Auf einem anderen Blog habe ich kürzlich auch einen Artikel über einen vergessenen und überraschend gut gereiften Aligoté der Domaine gelesen. Ein französiches Weinmagazin hat auch das Reifepotenzial dieser Aligotés getestet und dabei festgestellt, wie erstaunlich gut diese Weine reifen können.

Ein Blick abseits der einschlägigen Dörfer lohnt sich also!

getrunken im Januar 2013 aus dem Zwiesel Standard-Weißweinglas

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~ von budisfoodblog - März 8, 2013.

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