Chablis: Dauvissat – La Forest 2005


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Chablis war mal der große Renner, auf jeder Karte groß vertreten und nachgefragt als gäbe es nichts anderes in der Weinwelt.

Heute sieht die Vielfalt so karg aus, wie die Kalksteinhänge, auf denen der Chardonnay wächst. Ja sicher gibt es viele kleine Häuser und auch eine jüngere Generation, die wieder eifrig daran arbeitet, den Chablis bunter zu gestalten. Doch scheint es, als ob man sich in den letzten Jahren stark auf die Côte d’Or konzentriert hat und den Norden vernachlässigt.

Zwei Namen treten aber immer wieder vor: Raveneau und Dauvissat.

Beide Häuser haben es über die Jahrzehnte geschafft, kaum an Faszination und Aufmerksamkeit einzubüßen. Wenn Weintrinker auch kaum Chablis kennen, die beiden Namen sind meistens prägnant.

Dauvissat steht für klassisch traditionellen Stil, also teilweise auch Eichenholzfässern ausgebauten Weißwein. Der 1er Cru ‚La Fôrest‘ ist nicht der ganz karge, mineralische Chablis, wie zum Beispiel der Montée de Tonnere von Raveneau, sondern zeigt sich recht kraftvoll aber auch mit großer Tiefe.

Im Glas zeigt der Chablis aus 2005 ein kräftiges gelb. Etwas dezenter wirkt dann die Nase, die konzentrierte aber leichte Kalkigkeit kennzeichnet.

Die große Überraschung bringt der Wein dann am Gaumen hervor. Hier würde man blind einen Riesling vermuten, durch die Säure aber auch Fruchtpräsenz. Keinen leichten oder filigranen Riesling, sondern mehr den trockenen Stil der Koehler-Ruprecht Rieslinge. Durch die Säure getragen, besitzt der ‚La Fôrest‘ aber auch eine große Länge. Erst mit etwas Luftkontakt weicht die Rieslingstilistik in den Hintergrund und übergibt der mineralisch-kalkigen Seite des Chardonnays die Bühne.

getrunken im März 2013

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~ von budisfoodblog - April 23, 2013.

6 Antworten to “Chablis: Dauvissat – La Forest 2005”

  1. Hallo Budi, mal wieder ein richtig guter Wein bei dir auf dem Blog! Eine wirklich sehr fein balancierte Angelegenheit. So macht Chablis Freude …
    Der Verschwommene im Hintergrund muss natürlich – schon alleine wegen der Rebsorte – noch etwas besser gewesen sein 😉

  2. Ausnahmsweise mal was trinkbares… 😉

    Über den Vosne-R. hätte ich auch gerne geschrieben, wenn ich noch Notizen hätte und nüchtern gewesen wäre bei der Verkostung 😦

  3. Nicht schlecht. Komischerweise habe ich von den Weinen, die Du in letzter Zeit vorstellst, fast alle selbst auch im Keller, was ja irgendwie entweder für oder gegen unseren offenbar gemeinsamen Geschmack spricht ;). Vom Forest hatte ich ausnahmsweise mal zwei Flaschen gekauft, damit ich eine schon jung antesten konnte. War noch sehr zu, so wie ein Vulkan mit einer dicken Lehmschicht drauf. Aber man konnte schon ahnen, dass er exakt im Jahr 2019 on top sein würde ;). Ähnlich lange will ich auch mit dem Cotat warten. Das ist für mich einer von vielleicht höchstens 3-4 Sauvignons, die wirklich Zeit brauchen. Darauf einen 2010er Silvaner Gutswein, der ist nämlich schlichtweg heute so gut wie nie :).

    • Hehe – dann macht es ja doch Sinn, die Weine zu besprechen…. 😉

      Ja der Cotat ist einer der absoluten Langstreckenläufer. Kann man natürlich bedenkenlos liegen lassen. Hat aber verdammt Spaß gemacht, den jetzt schon zu trinken. Andere Sauvignons wären da jetzt schon schlapp….a propos, werde demnächst mal nen Pur Sang aus 2007 von Dagueneau öffnen. 🙂

      Silvaner habe ich übermorgen im Glas…2012er. Das macht eben auch Freude! 🙂

  4. Hi Budi,
    ich habe für 2 Wochen eine Flasche „La Forest“ von Dauvissat, Jahrgang 2007 verkostet. Es ware auf jedenfalls einen top Chablis, aber für mich sehr klassisch und typisch…nichts mit einen Riesling zu tun…warscheinlisch war das Klima sehr unterschiedlich in 2005 und 2007!
    Gruß,
    Nikos

    • Hi Nikos,

      der 2005er Chablis war auch große Klasse. Wir fanden es alle spannend, dass er so eine energiegeladene Säure besitzt. War ein toller Wein und mit der Zeit auch chablistypisch.
      2005 und 2007 sind schon anders.

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