Zwiesel Event mit Nils Henkel im Schloss Lerbach


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Am 11. und 12. April lud Zwiesel Kristallglas zur Vorstellung der neuen Gläserserie „Wine Classics“ nach Bergisch Gladbach ins Schloss Lerbach.

Im Gourmetrestaurant von Nils Henkel (**), wurden die neuen Gläser mit von Thomas Sommer ausgesuchten Weinen vorgestellt, der erst kürzlich vom Gault Millau zum „Sommelier des Jahres 2013“ gewählt wurde.

Die neue Glasserie von Zwiesel 1872 besteht aus insgesamt dreizehn verschiedenen Gläsern, die sich nach den bedeutenden internationalen Rebsorten richten. Entstanden ist die mit dem ‚red dot award‘ ausgezeichnete Serie in Zusammenarbeit mit dem ‚International Wine Institue‘.

Wie auch die Gläserserie von ‚Zalto (Denk Art)‘, zeichnet die Gläser vor allem der breite Oberflächenspiegel aus. Hier mündet das Glas jedoch stets in einen kleinen Kamin, der die Aromen bündeln soll.

Damit scheiden die Gläser zwar für Verkostungen oder Probeschlücke aus, denn hier geht der Wein regelrecht verloren. Doch eignen sich die Gläser bestens für Menübegleitungen und den privaten Gebrauch. Hier können sich die Weine aromatisch entfalten, wobei der Kamin für die Bündelung in der Nase sorgt.

Die Gläser der Wine Classics-Serie heben sich durch den modernen Entwurf, deutlich von den bisherigen eher klassischeren Serien der mundgeblasenen Linien, wie beispielsweise ‚Enoteca‘ ab. Die Gläser wirken äußerst filigran, sind jedoch nicht ganz so federleicht, wie etwa die von Zalto, auch wenn man laut Vertriebsleiter (HoReCa) Patrick Nottebaum, die Gläser hätte ebenso dünnwandig produzieren können.

Da Zwiesel aber allgemein in der gehobenen Gastronomie Geschäftspartner pflegt, ergibt es Sinn, die Gläser etwas robuster zu designen, um eine Alltagstauglichkeit und die erforderliche Langlebigkeit für die Gastronomie zu gewährleisten. Die Gläser sind ohnehin ziemlich leicht und glücklicherweise nicht kopflastig.

Zur Entenleber servierte Thomas Sommer einen Rheingauer Riesling von Leitz aus dem Jahr 2006 (Rüdesheimer Berg Rottlang Spätlese). Die im Rieslingglas servierte, fast trockene Spätlese eignete sich ideal für das Glas, da der Wein in der Nase konzentriert rüberkam und auch etwas den Jahrgang kaschierte, der dem Riesling bei diesem Wein etwas seine Typizität nimmt. In ihrer breiteren Art, harmonierte die Spätlese aber genau deshalb so grandios mit der Vorspeise, weil sie durch ihre cremige Art, die erdig-fettige Leber aromatisch umspielte.

Sommer servierte über den Abend gekonnt Weine, die die Gerichte von Nils Henkel aromatisch bis ins letzte Detail herauskitzelten. Dabei wurden auch vorwiegend Weine ausgeschenkt, die nicht unbedingt die typischste Wahl für die Gläser gewesen wären. Genau so wurde aber auch klar, wie sich die verschiedenen Gläsertypen der neuen Serie einsetzen lassen.

Eine gelungene Kombination war etwa die im Chardonnayglas servierte Reserva Blanco der Kultkellerei Viña Tondonia. Der oxidativ geprägte Rioja aus 1996 mit feinen Ananasnoten hob gekonnt die Fischigkeit der Makrele hervor, wobei das Glas dafür sorgte, auch die feineren fruchtigen Nuancen des Weines in der Nase wahrnehmen zu lassen.

Großes Lob geht auch an die Küchenleistung Nils Henkels, der den Abend lang das hohe Niveau aufrechterhalten konnte und etwa mit Gerichten wie dem mit Amalfizitronen verfeinerten Lammrücken, ein stets erfrischendes Essen auf den Tisch zauberte, das sich in vielen Einzelheiten äußerte aber nie in einer unklaren Stilistik verlor. Der hierzu servierte Poeira 2008 von Jorge Nobre Moreira (Douro), ergänzte das Hauptgericht gekonnt. Mich erinnert der Wein in seiner Saftigkeit und Fruchtigkeit an so manchen Bandol. Besonders die Bitterkeit der Limone harmonierte mit dem Wein und lies die Aromatik von Essen und Wein im Mund elegant verschmelzen.

Die Westhofener Beerenauslese aus dem jungen Jahrgang 2010 präsentierte sich als treffende Dessertbegleitung. Durch den säuregeprägten Jahrgang und die jugendliche Frische, wirkt die Beerenauslese keinesfalls fett oder gar klebrig und könnte blind durchaus für eine Auslese gehalten werden. Trotzdem ist sie aber mit der nötigen Portion Restzucker ausgestattet um mit der Kraft der Schokolade umzugehen. Gekonnt betont sie die Nussigkeit des Kakaos und die Säure der Früchte, sodass dieser Abschluss eine angenehme Leichtigkeit mit sich bringt, die man so nicht erwartet hätte.

Am nächsten Tag, als kaum die kulinarischen Eindrücke des Gourmetabends verarbeitet waren, ging es fleißig weiter mit einem von Nils Henkel assistierten Kochkurs im Kochstudio des Hotels.

Nachdem in entspannter Atmosphäre drei Gänge zubereitet wurden, folgte noch ein mehrgängiges Amuse Bouche-Menü im Restaurant von Henkel, welches nochmals die Kochkünste des Großmeisters auf komprimierte Weise bestätigte.

Spannend war auch hier wieder die Weinbegleitung. Sommer schaffte es, die stets komplexen Gänge mit Wein zu begleiten, ohne den Esser sensorisch zu überfordern. Jeder Wein konnte die mehrteiligen Gerichte gut vervollständigen.

budisfoodblog_schlosshotel_lerbach_henkel

Schloss Lerbach

Lerbacher Weg 2

51469 Bergisch Gladbach

 
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~ von budisfoodblog - April 29, 2013.

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