The Great Domaines of Burgundy


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Dieses knapp 300 Seiten fassende Werk ist keine Neuerscheinung. Eigentlich gibt es das bislang nur englischsprachig erhältliche Werk in seiner aktuellsten Fassung schon seit drei Jahren auf dem Markt. Ich habe es aber erst vor etwa einem halben Jahr gekauft und mit solcher Begeisterung gelesen, dass dieses Referenzwerk wert ist weitere Leser zu finden.

Das Burgund gehört sicherlich zu den komplexesten Regionen und scheint gerade zu Beginn für die meisten Weinliebhaber ein Buch mit sieben Siegeln zu bleiben. Das liegt an der unglaublichen Konzentration der vielen Winzer und Lagen auf kleinstem Raum. Nirgendwo anders scheint ein derartiges Mienenfeld zu bestehen, wie hier. Die Mischung aus Tradition, Lage, Jahrgang und Winzer bildet da die eine Seite. Die andere definitiv schmerzhafte Seite bildet die hohe Nachfrage nach den wenigen Flaschen und die somit auch teils hohen Preise für mittelmäßige Weine.

Mit Michael Broadbent im Vorwort, Charles Taylor und Remington Norman hat man zuverlässige Autoren und Urgesteine der Weinszene. Die beiden letzteren greifen auf jahrzehntelange Erfahrung mit der Weinbauregion zurück. Während Master of Wine Remington Norman sowohl Erfahrung als Weinhändler, als auch als Buchautor diverser Weinbaugebiete fungiert, steuert Taylor – ebenfalls Master of Wine- seine Erfahrung als Importeur von Burgundern und Weinberater bei.

Das spannende an diesem Burgundbuch ist, dass es auf eine sehr persönliche Art die Côte d’Or vorstellt. Das bedeutet, man findet hier sehr ausführliche Informationen, die sämtliche Facetten Burgunds beleuchten. Dabei liegt der Fokus auf den Winzerportraits. Das Buch zieht sich angefangen bei der Côte de Nuits bis an den südlichsten Zipfel der Côte de Beaune entlang und stellt dabei mit aufwändigem Kartenmaterial die einzelnen bedeutenden Dörfer vor. Auf jedes Dorf folgen stets eine große Auswahl an etablierten Winzern. Diese Profile sind derartig ausführlich, wie man sie nirgendwo anders findet. Man kann in einer Tabelle eines jeden Winzers Lagenportfolio mit genausten Hektarangaben und Pflanzungsjahren der Reben entnehmen und findet neben einem Portrait der Winzerfamilie auch einen meist doppelseitigen Text. Dieser handelt neben der Geschichte des Weinguts auch die Arbeitsweise in präzisester Weise ab. Das heißt man erfährt wie viel neues Holz der Winzer für welchen Wein verwendet, wie im Weinberg gearbeitet wird, ob Grünlese stattfindet, entrappt wird oder und wie die Reben erzogen werden. Außerdem finden sich meistens genaue Beschreibungen zu den unterschiedlichen Weinen des Winzers.

Als einziges Manko des Buches empfinde ich die fehlende Abbildung des jeweiligen Etiketts der Domaine. Das heißt, man hat ein Buch über zahlreiche Winzer der Côte d’Or ohne auch nur ein einziges Mal das prägende Etikett des Winzers abgebildet zu haben. Das mag bei den einschlägigen Winzern wie Comtes Lafon, Leroy un Co. in Ordnung sein. Meistens hat man aber doch eher das Etikett eines Winzers im Kopf, als diesen selbst. Auf Dauer stellt es sich somit als ziemlich unpraktisch heraus, stets die unbekannten Winzeretiketten ergoogeln zu müssen.

Im Anhang findet man noch einen knapp 50 Seiten fassenden Teil über sämtliche Themen zu Burgundern. Themen wie das Kennzeichnungssystem im Burgund, der Einfluss der Böden, Informationen zu den Rebsorten, die Rolle des Einsatzes von Holz oder Erzeugung von Rot- und Weißwein, sowie Verkostungstips, Jahrgangsbeurteilungen und viele weitere hilfreiche Artikel, schließen sich dem Hauptteil an.

Für alle deutschsprachigen Leser eignet sich das Buch fast uneingeschränkt. Die Sprache ist relativ einfach gehalten und sofern man sich allgemein mit der Thematik auseinandersetzt und Zusammenhänge im Weinbau kennt, gibt es keine Verständnisprobleme mit diesem Buch. Lediglich die Tatsache, dass nahezu sämtliche Fachbegriffe in französischer Sprache beibehalten wurden, schränkt den Leserkreis an. Hierbei handelt es sich um Begriffe wie „Selection Massale“, „Terroir“ „Climat“ oder „Cordon de Royat“ und „Selcetion Verte“.

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~ von budisfoodblog - Mai 29, 2013.

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