Armand Rousseau Chambertin Clos de Bèze 1997


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Die Domaine Rousseau gehört zu denjenigen im Burgund, die in einem Atemzug mit der Domaine de la Romannée-Conti, Leroy oder Roumier genannt werden können. Auf etwas weniger als 14 Hektar verteilen sich sechs Grand Cru Lagen und drei weitere Premier Crus. Darunter auch der Clost St-Jacques, der für viele ähnlich wie der Les Saint-Georges in Nuits-Saint-Georges Grand Cru- würdig ist.

Die Domaine Armand Rousseau gehörte zu den ersten, die ihre Weine selbst abfüllte und nicht mehr ablieferte. Man arbeitet traditionell, wobei das Hauptaugenmerk auf die Arbeit im Weinberg gelegt wird. Somit befindet sich hier auch kein Sortiertisch. Die komplette Selektion findet bei der Lese im Weinberg statt.

1997 gehört im Burgund zu den kleineren Jahren – es gab eine geringe Ausbeute, die Reben kämpften ob der Trockenheit und viele Weine werden als verkocht, säurearm und alkoholisch umzeichnet.

Der Clos de Bèze besitzt ein dunkleres rubinrot und wird zum Rand hin ziegelrot. Anfangs zeigt sich der Wein in der Nase relativ verhalten, fast verschlossen. Man hat wenig Frucht, dafür aber leicht würzige Nase mit einem süßlichen Hauch.

Am Gaumen zeigt sich der Wein dann viel zugänglicher. Das Holz ist gut eingebunden (100% neues Holz) und die Tannine wirken seidig aber nicht komplett abgeschmolzen. Zuerst kommt einem einem eine Wucht an Gewürzen entgegen. Piment d’Esplette und Cayennepfeffer sind hier zu betonen. Darauf folgt eine Spur von Ananas, etwas rote Bete und Himbeeren. Die bestimmende Frucht, welche den Ton am Gaumen angibt, ist jedoch die Hagebutte, die im langen Nachhall nicht weichen will.

Insgesamt wirkt der Wein nicht nur enorm frisch, sondern fast noch jugendlich. Mit einem Alkoholgehalt von 13 Vol. % macht sich hier auf überraschende Weise der Jahrgang nur auf untergeordnete Art bemerkbar. Der Wein wirkt elegant, leicht und besitzt Spannung und Saftigkeit am Gaumen. Die Hitze des Jahrgangs zeigt sich mehr in der würzigeren Aromatik, die hier aber glücklicherweise vor der marmeladigen Note gerettet wurde. Besonders attraktiv an diesem Weine finde ich hier seine Leichtigkeit, die dieser Grand Cru an den Tag legt. Damit erinnert er an die Unbefangneheit kleiner Kinder – und fast so jugendlich erschien er mir auch noch.

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getrunken im Mai, aus dem Zalto Bordeauxglas

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~ von budisfoodblog - Juni 5, 2013.

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