Marquis d’Angerville – Volnay 1er Cru Clos des Ducs 1999


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Die Domaine Marquis d’Angerville zählt zu den absoluten Spitzenrotweinerzeugern an der Côte d’Or Burgunds. Der an der Côte de Beaune, genauer gesagt in Volnay gelegene Betrieb erzeugt den typisch elegant, feingliedrigen und von leichtem aber präzisem Tannin geprägten Pinot Noir-Stil. Der 2003 verstorbene Jacques d’Angerville begründete dabei den Mythos des heute in Volnay als besten Betrieb angesehenen Hauses. Doch auch mit dem Sohn Guillaume geht man weiterhin zielstrebige Wege. Einer der Schritte lag in den letzten Jahren darin, die Arbeitsweise konsequent auf Biodynamie umzustellen.

Die Domaine besitzt vier großartige Premier Cru-Lagen. Davon ragt vor allem der ‚Clos des Ducs‘ heraus, die etwa zwei Hektar umfassende Monopollage des Hauses und höchstgelegenste. Sie gilt als die langlebigste unter den vier Crus.

Bisher konnte ich die alle Weine aus 2009 und 2010 verkosten. Während mir der Jahrgang 2009 gefallen hat, hatte ich Schwierigkeiten mit dem 2010er Jahrgang, dessen Weine auf mich stets etwas ausgezehrt daherkamen, was vor allem an der knochigen Tanninstruktur lag. Die hohe Reputation der Domaine konnte ich bislang jedoch nicht immer komplett nachvollziehen. Genau aus diesem Grund bestellte ich vor einigen Tagen diese gereifte Flasche, die ich in einem Restaurant auf der Weinkarte entdeckte. Damit wollte ich einen letzten Versuch starten und dem Mythos auf den Grund gehen.

Dabei hat mich der 1999er ‚Clos des Ducs‘ derartig überzeugt, dass ich es nicht lassen konnte, nun auch über diesen Wein zu berichten.

Der Wein zeigte sich dabei aber derartig zugeknüpft, dass er vorerst dekantiert wurde. Zudem hinterlies der Wein ein heftiges Depot in der Flasche.

Im Glas strahlt der Wein ein intensiv-kräftiges Kirschrot aus und hinterlässt dabei keinerlei Alterungsanzeichen. Lediglich zum Rand hin wird der Burgunder etwas durchsichtig.

Die Nase verströmt nach dem Öffnen kurzweilig einen Anflug von Klebstoff, was mich erst irritiert. Diese Note weicht dann jedoch rasch, sodass eine glasklare Pinotfrucht den feinen Duft von Cassis, Kirsche und Himbeeren verströmt und in Verbindung mit etwas Marzipan eine Vorstellung davon gibt, wie eine harmonische Nase auszusehen hat.

Am Gaumen wirkt der Volnay ultra schlank. Damit verschweigt er einem die 13,5 % Vol., die man so kaum erahnen würde. Diese machen sich lediglich durch die enorme Kraft bemerkbar, die der ‚Clos des Ducs‘ mit seiner komprimierten Frucht ausstrahlt. Eine feine Säure lässt den Pinot Noir in Verbindung mit den abgeschmolzenen Tannninen geradlinig und präzise erscheinen. Dabei kommt eine frische Beerenfrucht zur Geltung, die frei von Röstaromen glasklar auf den Gaumen trifft. Es beeindruckt auch, wie knackig jung sich dieser Wein zeigt, den ich so vielleicht sogar erst in den kommenden 2-3 Jahren auf dem Höhepunkt sehen würde. In jedem Fall steckt in diesem Understatement-Wein aber Energie für viele weitere Jahre. Dabei macht das Highlight dieses Weines für mich vor allem seine Spannung aus. Ich habe den Wein als Essensbegleiter gehabt und konnte mich daran einfach nicht satttrinken.

getrunken im Oktober 2013, aus dem Zwiesel 1872 The First Burgunderglas

Weinlagen-Info

~ von budisfoodblog - Oktober 8, 2013.

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