Captain Cork – Das Ultimativ Andere Weinbuch


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Noch ein weiteres Weinerklärbuch? Wer braucht das denn bitte?

„Das ultimativ Andere Weinbuch“ – Ja ne, ist klar…gähn….

Wenn Captain Cork draufsteht, dann ist das schon so.

Denn wenn ein Buch so unterhaltsam und auf simple Art erklären kann, was Weingenuss ausmacht, dabei antielitär über das Weinverkosten oder den richtigen Einsatz von Gläsern reden kann und es dann noch schafft, tatsächlich Inhalte anders rüberzubringen als bisherige Weinbücher, dann hat es das Prädikat „Das Ultimativ Andere Weinbuch“ verdient.

Captain Cork, die aus dem Netz bekannte Plattform, behandelt das Thema Wein auf nahbare Art. Zehn goldene Thesen darüber, was in der Weinbranche falsch läuft hat man erstellt. Mit dieser herkömmlichen Berichterstattung und dem Lemmingverhalten der Szene will man radikal brechen.

Was online funktioniert und in der Tat auch eine weintechnisch unbefleckte Leserschaft findet, wurde nun auf Papier gebracht.

Wer sich tief mit der Materie Wein beschäftigt oder gar beruflich in der Branche steckt, wird wenig Neues lernen. Doch die Zielgruppe ist eine andere. Das Buch richtet sich an alle Leser, die Interesse am Wein zeigen, vermutlich sogar sehr gerne in die Welt eintauchen würden, bislang jedoch noch nicht den richtigen Zugang zu ihr gefunden haben.

Deshalb beginnt die Reise auch an Bord des Schiffes, wie die Plattform auch gerne genannt wird. Der Captain und seine Truppe nehmen den Weinkonsumenten dabei an die Hand. Über drei große Kapitel zieht sich das Buch. Dabei versucht man, möglichst alle Fragen, die dem Weinneuling so im Kopf umherschwirren, zu beantworten.

Zu Beginn der Seefahrt erfährt man also was Wein überhaupt ist, wie er hergestellt wird, welche Weinmythen man hinter sich lassen sollte, welche Hardware benötigt wird (und auf welche man getrost verzichten kann) und wie sich Weinetiketten grundsätzlich unterscheiden und was sie uns berichten.

Dann wird aufgeräumt, mit der Macht der Tester. Sehr gelungen ist das Kapitel „Das erste richtige Glas Wein“. Hier bekommt der Leser einen Einblick was einen großen Wein ausmacht, welches erste Glas den ein oder anderen Maat an Bord berührt hat und worin dessen Faszination liegt.

Im Mittelteil werden die wichtigsten Regionen der Weinwelt behandelt. Dabei verzichtet man auf Poesie, den üblichen Kitsch und die verklärende Sichtweise auf Weinregionen. So wird beim Thema Bordeaux sowohl dessen Historie als auch die Marktdynamik und Entwicklung erklärt, intensiv von der kaum verkäuflichen Massenware berichtet, von der Uniformität der Châteaus oder Grand Cru Lagen im Burgund, auf denen manche Winzer lustlose Ware erzeugen, die trotzdem reißenden Absatz findet.

Glanzstücke des Buches sind, neben dem bereits genannten Kapitel zum ersten richtigen Glas Wein auch solche Versuche, wie eine moderne Aufteilung Deutschlands in vier grundlegend stilistisch bestimmende Zonen.

Das letzte Drittel des Buches widmet sich dann dem Winzer. Im Weinberg, wie im Keller. Das Thema Biowein wird nicht schwarz oder weiß behandelt, sondern grau. Außerdem finden sich aktuelle Themen, wie „Wein im Netz“ und ein äußerst gelungenes Kapitel zum Thema „Wein und Rausch“.

Süffig und unterhaltsam, dabei mit dem für Captaincork typischen meinungsführenden, selbstbewussten Ton macht man dem Leser Lust auf Wein. Man gibt ihm dabei das nötige Quäntchen an Selbstbewusstsein um selbst und frei zu entscheiden, wohin es ihn führen soll. So steigt man ein in die Weinwelt.

~ von budisfoodblog - Dezember 12, 2013.

2 Antworten to “Captain Cork – Das Ultimativ Andere Weinbuch”

  1. Schöner Beitrag zum Buch! Was man ergänzen könnte, ist die geniale Aufmachung des Buches, es macht auch einfach Lust es von vorne bis hinten zu lesen.

    Dein Blog gefällt mir echt gut, man merkt, dass echter Genuss dahinter steckt.

    Grüße, das wynäsli (http://wynaesli.wordpress.com/)

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