Loire: Philippe Alliet – Chinon Vieilles Vignes 2010


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Die Loire hat als Weinregion so einiges zu bieten:

Eine nahezu einzigartige Weinvielfalt, wunderbare Landschaften, Schlösser und Höhlenbauten sowie eines der konsumentenfreundlichsten Preis/-Genussverhältnisse. Trotz weltbekannter Größen wie Didier Dagueneau oder Clos Rougeard, finden die Weine wenig Beachtung. Hier und da findet sich ein Weinhändler oder Sommelier, der all die genannten Anziehungspunkte nennt. Das Interesse in Deutschland bleibt trotzdem gering.

Also bleibt nicht viel mehr übrig als einige der spannenden Weine vorzustellen:

Ein neben der Top-Domaine Clos Rougeard charismatischer Erzeuger von großartigem Cabernet Franc kommt aus dem wenige Kilometer neben Chinon gelegenen Gemeinde Cravant-les-Coteaux. Philippe Alliet gründete zusammen mit seiner Frau die Domaine, nachdem er einen Teil des Familienbesitzes bekam.

Alliets Cabernet Franc fällt im Vergleich zu denen der Rougeardbrüder für mich immer etwas rustikaler, etwas gröber aus. Das heißt bei Weitem nicht, dass die Weine keinen Charme besitzen. Sein “Coteau de Noiré” kann herllich reifen (auch wenn man ihn ob des humanen Preises oft viel zu früh trinkt), der “Vieilles Vignes” besitzt fast immer eine leicht animalische Note und einen dezenten Bret-Ton. Dieser verflüchtigt sich jedoch mit einigen Stunden in der Karaffe, wie ich mit dieser Flasche feststellen konnte.

Der 2010er Vieilles Vignes zeigt sich im Glas mit dunklem kirschrot. Dies geht teilweise schon in ein lila über.

In der Nase nehme ich zuerst den ausgeprägt animalischen Charakter wahr, der mit einem leichten Bret-Ton einhergeht. Deshalb habe ich den Wein mittags karaffiert und erst sechs Stunden später genossen. Mittlerweile ist die animalische Schiene nicht nur in den Hintergrund gedrängt worden, sondern fast völlig verschwunden. Viel mehr kommt die Frucht in Form von frischen Sauerkirschen heraus. Komplexität erreicht das Ganze dank weiterer Nuancen, die an Bleistift, etwas Bohnenkraut und eine dezente Spur grüne Paprika erinnern.

Am Gaumen zeigt sich die 2010er leitende Säure. Ein lebendiger, animierender Rotwein mit Sauerkirscharomatik, etwas Schwarztee und geschliffenen Tanninen. Insgesamt mittelkräftig und im Gesamtkontext eher schlank wirkend.

Einen herrlichen Partner fand der Wein mit einem Entrecôte double mit Vacherin Mont-d’Or-Kartoffeln und Apfel-Rauchzwiebel-Chutney. Das Rezept habe ich aus der aktuellen Ausgabe der Effilee entnommen. Es findet sich auch auf der Webseite.

getrunken im November 2013, aus dem Zalto Universalglas

~ von budisfoodblog - Dezember 28, 2013.

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