Das Willi Cordobar-Weinpaket


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Derzeit bahnt sich ja gefühlt eine echte Sommelier-Welle in Deutschland an, die durch alle Kanäle schwappt. So manch populärer Weinberater bekommt seine eigene Kolumne, eröffnet ein Restaurant oder wirbt für etwaige Produkte. Wenn man in Deutschland schon nicht so fleißig in die Sternerestaurants geht, kommen die Sommeliers eben heraus aus den Sternetempeln. Das finde ich gut so.

Der Online-Shop Sommelier Privé hat sich diesen Trend zum Geschäftsmodell gemacht. Anstatt den Kunden selbst auswählen zu lassen, geben hier branchenetablierte Sommeliers ihre Tips ab und stellen maßgeschneiderte Weinpakete zusammen, die mit Weininfo, Essenempfehlung und sämtlichen relevanten Informationen zum Weingenuss keine Fragen offen lassen. Für mich ein gelungener Ansatz, aus der meist so geschlossenen Weinbranche herauszugehen und heiße Tips einem größeren Publikum zu erschließen.

Willi Schlögl der gebürtige Oststeirer und Wahl-Berliner ist das Gesicht der aktuell in Deutschland angesagtesten Weinbar, der Cordobar. Über die Bar selbst habe ich ja bereits berichtet (Klick). Für Sommelier Privé hat er ein Trio von drei Weinen zusammengestellt, die man so auch in der Bar in Berlin finden kann. Die Weine verbinden Schlögls persönliche Geschichte mit der Markanz und dem richtigen Händchen in der Weinauswahl, wie man es von der Szenebar gewohnt ist. Anbei die drei feinen Einstiegsweine in der Besprechung:

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Burgenland/ Österreich – Ceel Wines Cuvée 2011

Den Einstieg ins Sortiment macht eine Cuvée vom Jungprojekt Ceel Wines. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss von drei „Jungs“, wie sich Markus Fischl (Kellermeister bei Günter Triebaumer),  Martin Kern (Sommelier) und Franz Raith (Umathum) selbst bezeichnen.

Die Cuvée besteht aus Blaufränkisch und Zweigelt. Der Wein zeigt sich dunkelrot im Glas. Sowohl in der Nase als auch am Gaumen dominiert die Frucht. Viel Saurkirsche, Brombeeren und eine feine Würze kennzeichnen die Cuvée. Diese fällt insgesamt sehr trinkfreudig aus. Eine gute Balance macht den Wein aus. Kein intelektuell fordernder Wein, dafür aber eine gelungene Rotweincuvée zum sofortigen Genuss.

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Südburgenland/ Österreich – Wachter Wiesler Béla-Jóska Blaufränkisch 2011

Das Weingut Wachter Wiesler aus dem Südburgenland steht für burgundisch anmutenden Blaufränkisch. Das heißt, man darf hier eine kühle Frucht erwarten, kein aufdringliches Holz und vor allem eine zeitlose Balance. Der 24- jährige Christoph Wachter versteht es, die kühle Frucht des Blaufränkisch mit einer ordentlichen Struktur auf die Flasche zu bringen und dabei die Eleganz zu bewahren. Der Béla-Jóska, eine Widmung an die Gründer des Weinguts, besitzt eine dunkel-violette Farbe im Glas und duftet bereits direkt aus der Flasche nach Waldbeeren. Auch am Gaumen dominiert hier eine feinsäuerliche Waldfrucht den Charakter des Weins. Dazu kommt eine feine Würze in Form von frisch gemahlenem weißen Pfeffer, die den Wein nicht primärfruchtig dastehen lässt. Die Tannine sind präsent, hindern den jetzigen Genuss jedoch keineswegs. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, diesen Wein mit noch mehr Freude in zwei bis drei Jahren zu trinken. Mit dem Béla-Jóska hatte ich bereits im Dezember eine Begegnung. Auch diese Flasche macht wieder pure Freude. Mein persönlicher Favorit im Weinpaket!

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Rheinhessen/ Deutschland -Bürgermeister Carl Koch: Weg & Wiese Riesling 2012

Der letzte Wein aus dem Paket kommt aus Deutschland. Das Oppenheimer Weingut Bürgermeister Carl Koch ist ein  12 Hektar großes Weingut mit Führung in siebter Generation. Flächenmäßig hat das Weingut am meisten Rieslingreben. Wesentlich markanter als die bisherige Webseite ist das Gutsgebäude. Vielen ist es auch dank des puristisch-modernen Anbaus bekannt, dem mit rostigen Stahlplatten versehenen Kubus, der in starkem Kontrast zum alten Gutsherrenhaus steht.

Nun zum Wein: Die Trauben für den Weg&Wiesen-Riesling kommen von den Lagen „Mittelweg“ und „Roßwiese“.

Der Wein vermittelt pure Trinkfreude. Schlank und animierend, mehr Attribute benötigt man nicht um diesen Wein zusammenzufassen. Die grüne Flasche und gleichfarbige Kapsel wurden offenbar bestens zur Sensorik des Weins gewählt. Dieser glänzt nämlich mit knackiger Limette. Dazu gesellt sich etwas Meersalz und fertig ist der trocken-spritzige Einstiegsriesling!

Das Weinpaket gibt es direkt bei SommelierPrivé.

~ von budisfoodblog - Januar 21, 2014.

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