Tropicai – Kochen mit der Kokosnuss


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Die ältesten Erinnerungen an Kokosnüsse habe ich als kleines Kind im Italienurlaub. Jeder der hier mal einen typischen Strandurlaub verbracht hat, kennt sicherlich die „Cocco bello“ rufenden Verkäufer. Als Kind war ich damals fasziniert von der Frucht, hatte aber mit den ausgetrockneten und harten Nüssen dann weniger gute Erfahrungen gemacht. Die zweitälteste Erinnerung an Kokosnüsse war jene, als mein Opa zu Hause mit dem Hammer eine Kokosnuss öffnete.

Seitdem weiß ich, dass die so exotisch-tropische Frucht viel Dreck und Aufwand macht und nur wenig Genuss beschert.

Das in Bayern ansäßige Unternehmen Tropicai hat sich zur Aufgabe gemacht, genau jene harte Nuss zu knacken. Seit 2004 werden hier sämtliche Produkte, die sich aus der Nuss extrahieren lassen vertrieben. Dies sogar in Fair Trade-Qualität und unter Ecocert-Bedingungen. Im Gegensatz zu mir, scheint man bei Tropicai aber mit einem deutlichen mehr an Kreativität an das Produkt heranzugehen. Mir war nämlich vorab nicht wirklich bewusst, wie viele Erzeugnisse die Kokosnuss abwerfen kann.

Zwei davon habe ich ausführlicher getestet. Anbei meine Impressionen:

 

Zum Einen war da der Kokosblütenzucker. Jener wird aus den Blütenständen der Kokospalme gewonnen. Diese werden zunächst angeschitten, damit sie ihren Saft abgeben. Die gewonnene Flüssigkeit wird dann anschließend gefiltert und behutsam erwärmt, bis sich ein goldbrauner Sirup ergibt. Beginnt dieser zu karamellisieren und wird danach abgekühlt, bilden sich kleine Zuckerkristalle.

Ich war mir zunächst unsicher was ich mit dem Produkt anfangen sollte. Deshalb habe ich den Zucker pur probiert. Anders als erwartet, schmeckt der Blütenzucker nicht wirklich nach Kokos. Am ehesten kann ich den Geschmack mit jenem von braunem Zucker und Rübensirup vergleichen. Nur, dass der Kokosblütenzucker milder ausfällt und nicht so süß ist.

Die besten Erfahrungen habe ich zum Süßen für Müslis gemacht. Man muss den Zucker deutlich großzügiger einsetzen als gewöhnlichen, da die Süße nicht so intensiv empfunden wird. Der Blütenzucker gibt dem Müsli eine karamellige Note.

 

Eine deutlich größere Bandbreite für den Einsatz in der Küche hatte ich mit dem Kokosnussmus. Jener wird in einem 200g schweren Block gepresst und beinhaltet den reinen, gemahlenen Mus.

Mehrere Einsatzmöglichkeiten habe ich hier entdeckt:

Für die ganz Faulen unter uns, hat man am meisten Freude mit dem Kokossmus im Joghurt. Einfach mit dem Messer feine Raspeln herunterhobeln, in den Joghurt geben und mit etwas Blütenzucker oder Honig süßen. Das macht schon deutlich mehr Freude als jeder auf dem Markt erhältliche Kokosjoghurt.

In Smoothies lässt sich der Mus ebenfalls ganz gut einsetzen. Schöne Ergebnisse habe ich hier in Verbindung mit Himbeeren oder Mango erzielt. Mein persönliches Highlight war die dekadente und resteverwertende Karamellaufstrichvariante. Hier habe ich großzügig Kokosstücke in den aus gesüßter Dosenmilch hergestellten Brotaufstrich gegeben. Man muss hier nicht viel mehr machen, als eine Dose gesüßter Kaffeesahne in einem Topf über mehrere Stunden auf dem Herd in Wasser zu kochen. Dann lässt man diese über Nacht abkühlen und hat am nächsten Tag diese wundersam leckere Kalorienbombe. Die groben Kokosstücke werten den Aufstrich nochmals besonders auf. Das ist dann aber eher was für Sonntagsfrühstück…

Am subtilsten konnte ich den Kokosnussmus dann beim Kochen einsetzen. Dort habe ich Skreifilet mit einem mit Curry und Dill gewürzten Cranberryreis zubereitet. Dazu gab es dann Minz-Kokos-Ayran als Sauce. Das hat ziemlich gut gepasst, weil die Minze in Verbindung mit dem Kokosmus in der Frische hervorgehoben wurde. Die Salzigkeit des Ayran hat die ganze Aromatik nochmals verstärkt.

Am besten lässt sich der Block mit einem Messer in grobe Blöcke schneiden oder man hobelt quasi ganz feine Schichten herunter. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man den Mus sehr fein hobeln sollte, damit er auf der Zunge schmilzt. Je größer die Stücke, desto weniger Geschmack hat man am Gaumen, da diese dann quasi nicht schnell genug schmilzen, bevor man sie eigentlich herunterschluckt. Der Nachteil am Produkt ist, dass es innerhalb von drei Tagen aufgebraucht werden muss. Dafür sind 200g nicht wenig, sofern man sich nicht wie ich, drei Tage lang von kokosgeschwängerten Produkten ernähren will. Hier würde ich mir deutlich kleinere Packungen wünschen. Ansonsten muss gesagt werden, dass der Mus ebenfalls eher großzügig eingesetzt werden muss, wenn man im Essen einen deutlichen Kokosgeschmack wünscht.

~ von budisfoodblog - April 17, 2014.

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