Gegenbauer – Wiener Bier vom Essigmeister?


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Erwin Gegenbauer.

In der Spitzenastronomie ist das ein Name, mit dem jeder etwas anfangen kann und verbindet. Essig.

In seiner Wiener Essigbrauerei feilt Gegenbauer seit gut zwei Jahrzehnten an den feinsten Essigen. Rund 60 sind es an der Zahl. Sie alle haben eine neues Qualitätsverständnis für hochwertigen Essig und dessen Geschmacksvielfalt definiert. Wer sich das nicht vorstellen kann, soll einfach mal einen Trinkessig aus dem Hause wie ein Glas Wein verkosten oder einen Salat mit Tomatenfruchtessig verfeinern und dagegen einen handelsüblichen stellen.

Umso neugieriger war ich, als ich erfuhr, dass Gegenbauer seit diesem Jahr ein eigenes Bier erzeugt.

Das „Wiener Bier“ wird aus bio-zertifizierten Zutaten gebraut. Ganz nach dem Qualitätsverständnis des Hauses, bezieht man das Getreide direkt aus Wien. Neben Malz, Hefe und Wasser, beinhaltet das Bier nämlich Emmer und Einkorn, zwei eigens angebaute Urkorn-Getreidesorten aus dem 10. Gemeindebezirk. Frisch gezapft, soll man es auf dem Naschmarkt erhalten. Oder in 1-Liter-Flaschen gefüllt.

Die imposante Flasche kostet knapp 17€ pro Liter. Damit positioniert Gegenbauer das Bier ganz klar an der Spitze und stellt es durchaus einem anspruchsvollen Wein gleich.

Wie schmeckts also, das Premiumbier?

Das Bier hat 5,4 % Alk. und eine Stammwürze von 14°. Es ist kastanienbraun und hat orangene Reflexe. Die Schaumkrone ist dicht, feinporig und bleibt minutenlang stehen. Ein bisschen riecht das Bier wie das belgische Bier“Kriek“. Das heißt, es hat eine leicht rauchige Komponente, die an Feuerwerkskörper erinnert und eine feine Note von Sauerkirschen. Ein klein wenig Banane ist auch dabei.

Am Gaumen ist das Wiener Bier sehr füllig, hocharomatisch und besitzt eine feinherbe Note. Es ist nicht wirklich malzig-süßlich, erinnert aber ein wenig von der Kraft und Fülle an Bockbier. Dabei besitzt es keine schokoladigen Aromen. Der Ausklang ist lang und hinterlässt eine feine Bitternote.

Das Bier hat ordentlich Trinkfluss trotz der aromatischen Fülle.

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Es handelt sich um ein in der Tat einzigartiges Bier. Ob es den exklusiven Preis wert ist, bleibt jedem selbst überlassen. In jedem Fall gibt es ein klares Statement ab: Bier kann komplex sein wie Wein und soll deshalb auch enstprechend bepreist werden, wenn es ähnlich aufwändig hergestellt wird. Besonders gefällt mir am Bier, dass es nur in der großen Flasche abgefüllt wird. Denn damit landet es -wie der Wein- in guter Gesellschaft.

 

~ von budisfoodblog - Juni 13, 2014.

2 Antworten to “Gegenbauer – Wiener Bier vom Essigmeister?”

  1. Hi Budi. Super Info und super Beschreibung. 16 Euro sind aber echt eine Hausmarke. In Belgien habe ich für 1 Liter Flaschen der Brauerei Bocq, die echt tolle Biere machen circa 3-5 Euro bezahlt. LG

  2. Stimmt, der Preis ist heiß! Aber es ist eben auch ein Statement…so wie die Preise der Essige.

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