Valentini – Trebbiano d’Abruzzo 2007


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Ich weiß gar nicht womit ich zuerst anfangen soll: Mit dem verstorbenen Kultwinzer Edoardo Valentini, der wie oft gehört, den besten Weißwein Italiens vinifiziert haben soll oder der Rebsorte Trebbiano, deren Spielart unter der Bezeichnung Ugni Blanc als meistangebaute Rebsorte Italiens und Frankreichs beschrieben werden kann. Das bizarre daran ist der Hintergrund. Denn Ugni Blanc wird vorwiegend zur Destillation für Cognac und Armagnac verwendet. Also reden wir doch einfach darüber, wie beides vereint in dieser Flasche schmeckt.

Ich habe diesen Wein nach der Versteigerung in Trier getrunken. Also nachdem ich rund 35 schlanke und säurebetonte 2013er Rieslinge verkostet habe. Nach einem solchen Verkostungstag hat es natürlich ein derartiger Wein schwer. Man muss sich zunächst einmal auf eine völlig andere Philosophie des Weißweins einlassen. Denn dieser Wein lebt weder von der Frucht, noch von seiner Säure. Wir sind jetzt im sonnenverwöhnteren Italien und jene Rebsorte, die diesen Wein prägt, ist bekannt dafür, eher dünn auszufallen und wenig Extrakt zu bieten.

Doch was man auf der Azienda Agricola Valentini hier aus jener Rebsorte macht, ist von Referenzcharakter. Für die Rebsorte und auch für viele Weißweine Italiens.

Der 2007er ist klar und goldfarben. Er benötigt gut sieben Jahre später noch enorm Luft um sich zu entfalten. Zunächst hat man einen eher oxidativ geprägten Weißwein im Glas, der etwas schweflig riecht, Feuerstein und Hefearomen verströmt. Von Frucht ist hier keine Rede. Mit weiterem Luftkontakt, rieche ich eine abgefahren rauchige Note, die an Paprikapulver erinnert. Im Gaumen lässt sich der Trebbiano am ehesten mit einem Jura-Chardonnay vergleichen. Der Valentini ist eher breit, denn die Säure fällt niedrig aus. Die Salzigkeit ist dafür enorm. Dazwischen findet man Fenchel, Nüsse und ein wenig Banane. Der Wein ist knochentrocken, lebt von der Struktur und erzeugt eine ungemeine Spannung. Zudem wirkt er frisch, fast jugendlich. Er ist so leise im Charakter, niemals laut. Die große Klasse offenbart sich aber im Trinkfluss, den der Wein erzeugt. Denn Weine dieser Art gibt es viele in Italien. Doch wenige vereinen diese Stilistik derartig gekonnt bei 12,5 % Vol.

getrunken im Oktober 2014, aus dem Burgunderglas

~ von budisfoodblog - Oktober 16, 2014.

Eine Antwort to “Valentini – Trebbiano d’Abruzzo 2007”

  1. Kleine Korrektur, Dieser Wein ist zu hundert Prozent Trebbiano Abruzzese oder auch Trebbiano d’Abruzzo, was ein bisserl verwirrend ist, weil auch die DOC-Weinbezeichnung gleich lautet. Die Traubensorte ist noch nicht endgültig gentechnisch erforscht, es ist jedenfalls nicht der Trebbiano, der in Frankreich Ugni Blanc heisst. Lange hielt man die autochthone Sorte Bombino Bianco dafür, laut Gen-Untersuchungen ist die zwar ähnlich aber auch nicht ident. Die Untersuchungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen.
    Grundsätzlich darf ein Trebbiano d’Abruzzo DOC allerdings auch aus Trebbiano Toscanese oder beiden gekeltert sein und max 15% andere Weissweinsorten, wie Chardonnay oder eben Bombino Bianco.
    Gruss. Helmut O. Knall

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