Keller: Silvaner Feuervogel 2011 (Rheinhessen)


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Zu Unrecht habe ich diesen Silvaner in die typische Gemüsebegleiterschublade gesteckt. Denn die erdig-gemüsige Schiene fährt der Feuervogel gar nicht, machte also den Alleingang ohne Ratatouille. Der 2011er zeigt zudem noch, welch Sonnenseiten 2011 besitzen kann. Ein noch ganz jugendlich hellgoldener Silvaner im Glas. Anfang leichte Holznote in der Nase, etwas rauchig, Hefe und dann am Mund mit explodierender Exotik. Papaja, Mango und Passionsfrucht finden sich hier. Der Wein wirkt saftig, erzeugt enormen Druck am Gaumen und gibt nochmals richtig Schub im Abgang, wo er kaum ausklingt. Besonders gefällt mir hier die leicht bittere Pampelmuse im Abgang, die dem Wein Komplexität verleiht und ihn dann von der plump fruchtigen Seite weglenkt. Im Abgang zudem leicht cremig, ein wenig süßlich im Charakter, jedoch nicht durch Restsüße, sondern reife Frucht erzeugt. Am zweiten Abend empfinde ich ihn noch spannender. Er ist jetzt schlanker, besitzt einen mehr kräutrig-mineralischen Ton im Vergleich zu gestern. Bleibt unterm Strich noch blutjung aber bereitet mächtig Freude. Einer der ganz feinen und enorm vielschichtigen Silvaner Deutschlands.

getrunken im August 2015, aus dem Zalto Universalglas

92P+, 2015-2019

~ von budisfoodblog - August 9, 2015.

4 Antworten to “Keller: Silvaner Feuervogel 2011 (Rheinhessen)”

  1. Na sowas aber auch Markus!😉 Hatte den Tropfen erst letzte Woche in der Hand, bekommt aber noch Galgenfrist. Dafür musste ein Bourgogne von Coche (-Bizouard) dran glauben. War auch nicht übel… Gruß Alex

  2. Hi Markus,

    das liest sich wunderbar! Ich hatte den Wein auch letzte Woche(!) in der Hand und bin dankbar für den Zwischenstand. Muss mich das beunruhigen, dass das Wort Säure darin nicht vorkommt? Ist ja kein Riesling, dennoch hatte ich bei dem Wein die latente Befürchtung, dass er über di eJahre plump werden könnte.
    Grüße
    Jochen

    • Hi Jochen,

      was für ein witziger Zufall! Doch, doch, die Säure ist bestens integrierte und da(!). Er ist keineswegs plump geworden. Trink ihn jetzt und wenn Du die Geduld hast, vllt. eher in einem 3/4- Jahr. Beste Grüße in den Süden!

  3. Na ja. Blindproben sind da meist etwas ehrlicher. Vor zwei Jahren habe ich
    mir 24 Flaschen, allerdings aus 2012, bei Pinard gekauft. Begeistert war ich von diesem Wein. Eine Blindprobe von zwei Weinen aus meinem eigenen Keller (4/2015) brachte mich auf den Boden der Tatsachen. Natalie Lumpp setzte mir den 2012er von Keller und einen 2012er Chat Sauvage vor (ich kannt die Glasinhalte nicht). Einstimmiger Punktsieger bei 9 Teilnehmern war der Chat Sauvage. Beide Weine wurden aus Burgundergläser vom Zalto verkostet.
    Die Zuversicht auf eine lange Lagerung wie bei Weinen z.B. von Sauer
    trage ich nicht. Dem Kellerwein fehlte bei dieser Probe die Eleganz.
    Grüße
    Christa

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