Fürst: Spätburgunder Hundsrück 2013 und Centgrafenberg 2010


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Babymord aus Neugier: Zwei Meditationsweine, ohne Frage. Wer hier Burgund riecht, soll abhauen. Das hat rein nichts damit zu tun. Wir sprechen fränkisch! 2x Buntsandstein-Terroir vom Feinsten und so unterschiedlich. Selten wurde mir der Unterschied im Sinne Grand Cru vs. 1er Cru so bewusst. Denn der Hundsrück spielt einfach in einer anderen Liga und wurde nich umsonst bester Spätburgunder im Gault Millau. Doch zunächst zum Centgrafenberg, einer meiner Lieblingspinots von Fürst. Aus dem Knallerjahr 2010 (nur auf Rotwein bezogen). Zunächst sehr laktisch und reduktiv. Rahm, Sauerkirschjoghurt, geröstete Kakaobohnen. Dann kam eine Spur ’sous bois‘ hinzu, besonders Champignons. An der Grenze zu pilzigen Noten einer regnerischen Lese. Dann blühte der Eleganzwein auf. Am Gaumen gibt es kein Tannin, dafür Säure und die gliedert den Wein gnadenlos gut ein. Mineral, karg und doch vielschichtig. Ein Pinot mit Tiefgang. Nicht zu strukturbetont aber dafür sehr elegant ohne auf der kühlfruchtigen Art zu schweben. Das hat Charakter, hat Stil, hat wenig mit Burgund zu tun, ist aber fein. Dann der Hundsrück 2013. Oh, mein Gott! Der Wein singt direkt aus der Flasche. Bisschen Dekantierzeit und schon dreht er gnadenlos auf. Hier steckt so viel mehr klare Frucht drin. Himbeere, Nelke und ein LKW voll welker Rosenblätter. Dann Cassis, etwas nasse Rinde, auch Amarena und Hagebutte. Am Gaumen ist dann endlich die Struktur da, die dem Centi zum perfekten Pinot gefehlt haben. Kräftiges Tanningerüst aber alles samtig fein. Gute, reife Säure, saubere Frucht. Tolle Balance, Finesse, rattenscharfes Bouquet. Diesen Wein möchte ich in 10 Jahren nochmals im Glas haben und das werde ich! Garantiert. Ganz großes Pinot-Kino aus Franken. Einer der feinsten Spätburgunder, die ich aus 2013 kenne. Die Große-Gewächs-Präsentation in Wiesbaden hat’s gezeigt und diese Flasche hat’s erneut bestätigt.

 

Trinkempfehlung:

Spätburgunder Centgrafenberg, 2010, GG: 2017-2020

Spätburgunder Hundsrück 2013, GG: 2015, dann wieder 2022-2028

~ von budisfoodblog - Dezember 17, 2015.

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