Peter Lauer: Ayler Kupp Versteigerungsspätlese 2012


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Das tat dann doch weh: Im Keller beim Hochholen von Weihnachtsweinen diese leckende Flasche entdeckt. Die Versteigerungsspätlese von Florian Lauer aus 2012 aus der Ayler Kupp, selbst vor drei  Jahren in Trier zum damals so fairen Preis ersteigert. Am Korken vorbei hat sich der Wein gepresst, tröpfchenweise quasi zu Sirup eingetrocknet. Diesen Wein hätte ich bei aller Geduld in den nächsten 10 Jahren nicht öffnen wollen. Aber so lieber in den sauren Apfel beißen, als in einigen Jahren trauern. Man sagt ja, dass ein Großteil der Versteigerungsweine nicht getrunken wird. Also Flasche auf und rein ins Glas den noch fast farblosen Rieslingsaft. Tolle Spontinase, glühendes Streichholz. Dann zunächst eine gewisse tropische Fülle, die aber im Minutentakt klarer wird und in Richtung Birne und weiße Blüten geht. Erinnert mich stark an klassische Graacher Spätlesen von Prüm. Die Spätlese ist am Gaumen zart. Ich habe einen Biss in den Granny Smith notiert, auch diese gewisse Pektinsämigkeit und die danach matten Zähne. Die Säure ist aber reif. Dann kommen Limette, Schieferwürze und wieder Zitrusfrüchte. Die Spätlese ist so zart und schüchtern, will trotzdem kaum ausklingen. So viel Potenzial und trotzdem jetzt eine ungeheure Trinkigkeit. Am Ende also keinen Grund zur Trauer gehabt, denn der Wein war schön, ein tolles Erlebnis. Und so sehr der Versteigerungsaufkleber schreit „Trink mich noch nicht“, dieses Erlebnis hat mich auch wieder daran erinnert, wofür auch solche Weine gemacht sind: zum Trinken und genießen.

 

Für alle anderen: 2026-2035+, 94 P – getrunken aus dem Gabriel Goldglas

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~ von budisfoodblog - Dezember 23, 2016.

2 Antworten to “Peter Lauer: Ayler Kupp Versteigerungsspätlese 2012”

  1. Schöner Beitrag! 😉 Das ist der Punkt: Man muss sich auch mal die Zeit zum Genießen nehmen (ob gewollt oder wie in diesem Falle ungewollt). Fakt ist, dass man den Moment des Genusses nicht bereuen wird und sich auch später noch gerne daran zurückerinnert.

  2. Genießen ist das A und O bei einem guten Wein. Ich mag Chianti und Barolo, und wenn ich mir davon etwas gönne, nehme ich mir so viel Zeit wie ich will.

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